Welt 24.03.2026
16:58 Uhr

17 Fälle – Missbrauchsvorwürfe beim BVB weiten sich aus


Gegen einen ehemaligen Mitarbeiter von Borussia Dortmund steht der Verdacht des sexuellen Missbrauchs im Raum. Nun bestätigt die Staatsanwaltschaft, dass in mehr Fällen ermittelt wird.

17 Fälle – Missbrauchsvorwürfe beim BVB weiten sich aus

Die Anschuldigungen gegen einen ehemaligen Mitarbeiter von Borussia Dortmund (verlinkt auf https://www.welt.de/sport/fussball/bundesliga/borussia-dortmund/article69c143dc8f5761671715ca7c/bvb-nils-ole-book-das-ist-der-mann-der-auf-sebastian-kehl-folgt.html) wegen Missbrauchsvorwürfen weiten sich aus. Mittlerweile wird in 17 Fällen zwischen den 1980er Jahren und dem Jahr 2017 wegen des Verdachts des sexuellen Missbrauchs und der sexuellen Nötigung ermittelt, wie die Staatsanwaltschaft Hagen auf dpa-Anfrage bestätigte. Zuvor hatten das „Redaktionsnetzwerk Deutschland“ und die „Ruhr Nachrichten“ berichtet. Die Missbrauchsvorwürfe gegen einen ehemaligen Mitarbeiter des Fußball-Bundesligisten waren im vergangenen Herbst medial öffentlich gemacht worden. Dabei kamen ehemalige Nachwuchsfußballer und BVB-Fans zu Wort, gegen die Ex-Mitarbeiter übergriffig geworden sein soll. Ende des Jahres durchsuchte die Staatsanwaltschaft dann die Privatwohnung des Beschuldigten (verlinkt auf https://www.welt.de/sport/fussball/bundesliga/borussia-dortmund/article692ec43346f39b6230ff81ae/borussia-dortmund-missbrauchsvorwuerfe-wohnung-des-beschuldigten-durchsucht.html) und stellte dabei technische Geräte sowie Datenträger sicher. Deren Auswertung dauere weiterhin an, ebenso wie die laufenden Ermittlungen, hieß es von der Staatsanwaltschaft. Der BVB hatte sich im vergangenen Oktober in einer Stellungnahme zu den Vorwürfen geäußert. Demnach sei der Verein 2010 über einen Näherungsversuch eines Ex-Mitarbeiters an einem damals volljährigen Nachwuchsspieler in den 90er-Jahren informiert worden. Dieser habe sich jedoch nicht erhärten lassen, da der Beschuldigte ihn bestritt und keine Anzeige erfolgte. 2023 sei ein weiterer Vorwurf bekanntgeworden, woraufhin der BVB das Beschäftigungsverhältnis mit dem Manager sofort beendet habe. Im November kündigte der Verein zudem eine unabhängige Aufarbeitung der Vorwürfe sexueller Übergriffe an. Dafür bat der Verein auch Betroffene um Mithilfe und Hinweise. Ein Sprecher teilte nun auf Nachfrage mit, dass die externen Untersuchungen mit der beauftragten Kanzlei weiter liefen und dabei auch mit der Staatsanwaltschaft kooperiert werde.