SpOn 23.09.2026
08:26 Uhr

Wolodymyr Selenskyj bietet begrenzte Waffenruhe für Energieanlagen an


Der Vorschlag am Rande der Uno-Generaldebatte soll von den USA an die russische Seite übermittelt werden. Gleichzeitig warnt der ukrainische Präsident vor einem bevorstehenden russischen Großangriff.

Wolodymyr Selenskyj bietet begrenzte Waffenruhe für Energieanlagen an

Die Ukraine ist nach Angaben von Präsident Wolodymyr Selenskyj zu einer begrenzten Waffenruhe bei Angriffen auf Energieanlagen bereit, sofern Russland im Gegenzug zusichert, die ukrainische Energieinfrastruktur nicht anzugreifen. »Wir sind zu jeder Art von Energie-Waffenstillstand bereit«, sagte Selenskyj am Dienstag am Rande der Uno-Generaldebatte in New York. Der Vorschlag solle von den USA an die russische Seite übermittelt werden.

Selenskyj betonte zugleich, die Haltung Moskaus zu einer solchen Vereinbarung nicht zu kennen. Kremlsprecher Dmitrij Peskow hatte den Vorschlag zuvor mit Verweis auf das Ziel einer umfassenden Friedensregelung zurückgewiesen. Die USA bemühen sich seit der Rückkehr von Präsident Donald Trump ins Weiße Haus um ein Ende des seit Februar 2022 andauernden russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine. Bisherige Gespräche zwischen Vertretern der USA, Russlands und der Ukraine brachten keinen Durchbruch.

Ein knapp einstündiges Treffen mit Trump am Rande der Uno-Vollversammlung bezeichnete Selenskyj anschließend als »positiv und produktiv«. Beide Seiten wollten, dass der »sinnlose russische Krieg« noch vor dem Winter ende. Gesprächsthema seien auch Deeskalationsmaßnahmen gewesen, die den Weg für diplomatische Verhandlungen ebnen könnten.

Keine Zusage bei Patriot-Flugabwehrraketen

Selenskyj stellte zugleich klar, dass Trump ihn nicht aufgefordert habe, ukrainische Angriffe auf die russische Ölindustrie einzustellen. Der US-Präsident hatte zuvor steigende Dieselpreise in den Vereinigten Staaten mit ukrainischen Angriffen auf russische Raffinerien in Verbindung gebracht.

Keine konkrete Zusage gab es nach Selenskyjs Angaben für weitere US-Lieferungen von Patriot-Flugabwehrraketen. Die Ukraine habe das Thema angesprochen. »Das Gute daran ist, dass niemand Nein gesagt hat«, sagte Selenskyj, betonte aber, Washington habe bislang keine verbindliche Antwort gegeben. Der ukrainischen Flugabwehr fehlen nach wochenlangen Engpässen inzwischen Abfangraketen, sodass russische ballistische Raketen nur noch selten abgefangen werden können.

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Russische Luftangriffe auf Lagerhallen, Energieanlagen sowie große Stahl- und Industriebetriebe setzen die ukrainische Wirtschaft weiter unter Druck. Zugleich warnte Selenskyj vor einem neuen russischen Großangriff. Es gebe Geheimdienstinformationen, wonach Russland einen »neuen massiven Angriff« auf die Ukraine vorbereite, schrieb er auf Telegram. Kyjiw stehe deshalb in engem Austausch mit seinen Verbündeten, um zusätzliche Flugabwehrsysteme zu sichern.

fin/AFP/dpa/Reuters