Immer diese Updates. Gefühlt andauernd nervt der Rechner mit dem Hinweis, dass man schon wieder eine Softwareaktualisierung installieren soll. Ein paar Mal kann man das hinauszögern, doch spätestens nach der fünften Verzögerung wird man zum Updaten gezwungen, auch wenn gerade ein wichtiger Teams-Call ansteht. Damit ist es für Nutzerinnen und Nutzer von Windows 11 künftig vorbei, wie Microsoft in einem Blogpost meldet .
Unter der Überschrift »Your Windows update experience just got updated« erklärt Microsoft-Managerin Aria Hanson, die Veränderungen bei der Handhabung von Updates gehe auf Rückmeldungen von Anwenderinnen und Anwendern zurück. Sie selbst habe »mehr als 7681« solche Zuschriften gelesen, also möglicherweise 7682. Demnach beklagen viele davon, dass Updates zur Unzeit kommen und dass man als Nutzer kaum Kontrolle darüber hat, wann sie installiert werden.
Das soll sich jetzt ändern. Doch wer sichergehen will, sollte lieber nicht alle Möglichkeiten ausnutzen.
Mehr Glücksgefühl nach dem Auspacken
Eine Änderung, die Einsteigern, aber auch einfach Neukäufern das Leben leichter machen kann, ist eigentlich nicht ganz neu. Schon seit Anfang des Jahres gibt es in Windows 11 die Möglichkeit, die Installation von Updates während der Einrichtung eines neuen PCs zu überspringen.
Dass es solche Updates gibt, liegt daran, dass neuen Computern in der Fabrik die zum Produktionszeitpunkt aktuelle Windows-Version aufgespielt wird. Weil die Geräte danach aber noch Wochen oder Monate von Asien aus per Schiff oder Flugzeug unterwegs sind und dann womöglich zwischengelagert werden, bevor sie beim Händler ins Regal kommen, sind in der Zwischenzeit etliche Updates erschienen. Früher musste man die quasi nach dem ersten Einschalten installieren, jetzt kann man sich stattdessen gleich mit dem neuen Rechner beschäftigen. Das verbessert die sogenannte Out of Box Experience, das erste Erleben des neuen Gadgets nach dem Auspacken.
Eine Pause nach der Pause nach der Pause
Im Alltag wichtiger ist die Option, die Installation von Updates künftig beliebig oft verschieben zu können. Bisher war das bis zu fünfmal um jeweils maximal eine Woche möglich, danach wurde man zur Aktualisierung gezwungen. Künftig ist das System sehr viel flexibler. Das fängt damit an, dass man über einen Kalender in der Update-Dialogbox ein genaues Datum innerhalb der nächsten 35 Tage auswählen kann, an dem die Softwareaktualisierung durchgeführt werden soll.
Sollte der Termin dann doch nicht passen, kann man noch mal verlängern, um weitere 35 Tage. Laut Hanson kann man dieses Spiel beliebig oft wiederholen. Wer es darauf anlegt, könnte einen Windows-11-Computer also grundsätzlich bis zur Verschrottung mit der Windows-Version laufen lassen, die beim Kauf installiert war.
Eine gute Idee wäre das allerdings nicht. Schließlich beheben Updates nicht nur Softwarefehler und führen neue Funktionen ein, indem sie zwischenzeitlich bekannt gewordene Sicherheitslücken stopfen, sorgen sie auch dafür, dass ein Rechner besser gegen Gefahren aus dem Internet geschützt ist. Wer solche Updates hinauszögert, ist Angriffen aus dem Netz potenziell schutzlos ausgeliefert.
Nur noch einmal im Monat
Eine weniger spektakuläre Änderung ist, dass man im Ausschaltmenü von Windows künftig die Möglichkeit haben wird, den Rechner ganz normal herunterzufahren oder neu zu starten, auch wenn Updates zur Installation bereitstehen. Als weitere Neuerung will Microsoft sogenannte Treiber-Updates besser verständlich kennzeichnen. Treiber sind Softwarekomponenten, die dafür sorgen, dass Geräte im PC erkannt werden und funktionieren. Deshalb gibt es etwa Treiber-Software für die Grafikkarte, den Bildschirm, die USB-Anschlüsse. Künftig soll im Updatefenster deutlich erkennbar sein, für welche Art von Gerät ein solches Treiber-Update bereitsteht.
Außerdem will Microsoft seine Aktualisierungen künftig zu Paketen bündeln, statt sie für jede Kategorie einzeln zu veröffentlichen. Demnach sollen bestimmte Updates nur noch einmal monatlich, gemeinsam mit dem »Windows Qualitätsupdate« veröffentlicht werden. So soll »die Zahl der Aktualisierungsvorgänge auf einen einzigen Neustart im Monat« reduziert werden.



