Ein internationaler Presseverband erhebt schwere Vorwürfe gegen die israelische Armee: Demnach sollen Soldaten im Westjordanland ein Team des US-Senders CNN gewaltsam festgesetzt und an der Berichterstattung gehindert haben.
Wie die Foreign Press Association (FPA) mitteilte, ereignete sich der Vorfall am Donnerstag in der Nähe des Dorfes Tajasir. Die Journalisten hätten dort über die Folgen eines Angriffs israelischer Siedler sowie über den Bau eines nicht genehmigten Außenpostens berichten wollen.
Laut der FPA seien die Soldaten dabei massiv gegen das Team vorgegangen. Sie hätten ihre Gewehre »aggressiv« sowohl auf die Reporter als auch auf anwesende palästinensische Zivilisten gerichtet. Zudem hätten sie die Journalisten aufgefordert, die Aufnahmen einzustellen, und mit der Beschlagnahmung der Kamera gedroht. CNN berichtete selbst und veröffentlichte ein Video zu dem Vorfall.
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»Ein gewaltsamer Übergriff«
Im weiteren Verlauf wurde ein Fotograf von hinten gepackt, zu Boden gerissen und seine Ausrüstung wurde beschädigt. Für die FPA ist der Vorfall eindeutig: Es habe sich nicht um ein Missverständnis gehandelt, sondern um »einen gewaltsamen Übergriff auf klar erkennbare Journalisten« und damit um einen Angriff auf die Pressefreiheit.
Die Organisation, die Hunderte ausländische Korrespondenten in Israel und den Palästinensergebieten vertritt, zeigt sich alarmiert. Dass Soldaten Waffen auf Medienschaffende richten und diese festsetzen, sei Ausdruck einer »zutiefst besorgniserregenden Feindseligkeit gegenüber den Medien«.
Die israelische Armee kündigte eine Untersuchung an. Ein Militärsprecher erklärte im Onlinedienst X, das Verhalten der beteiligten Soldaten entspreche nicht den Standards der Armee. Er habe sich entschuldigt, der Vorfall hätte nicht passieren dürfen.
CNN-Mitarbeiter mit gebrochenem Handgelenk
Bereits wenige Tage zuvor war es laut Berichten zu einem ähnlichen Zwischenfall gekommen. Ein CNN-Mitarbeiter hatte demnach bei einem Einsatz israelischer Polizeikräfte ein gebrochenes Handgelenk erlitten.
Die Spannungen im besetzten Westjordanland halten unterdessen an. Trotz einer seit Oktober 2025 geltenden Waffenruhe im Gazastreifen kommt es weiterhin zur Gewalt. Beobachter berichten zudem von einer Zunahme tödlicher Angriffe durch israelische Siedler seit Beginn des Irankriegs.
