SpOn 04.05.2026
14:34 Uhr

Vilseck: US-Armee zieht wohl 5000 Soldaten der Stryker-Brigade aus Bayern ab


Der angekündigte Truppenabzug wird offenbar Realität: 5000 US-Soldaten sollen Bayern verlassen. Die Entscheidung aus Washington bereitet den Menschen vor Ort Sorge.

Vilseck: US-Armee zieht wohl 5000 Soldaten der Stryker-Brigade aus Bayern ab

Erst die Drohung, nun macht US-Präsident Trump wohl ernst. Medienberichten zufolge will die US-Armee 5000 Soldaten aus Bayern abziehen. Das melden sowohl »BILD« als auch der Bayerische Rundfunk. Demnach sollen die Soldaten aus der Stryker-Brigade aus Vilseck in der Oberpfalz kommen. Dort betreiben die US-Amerikaner den größten Truppenübungsplatz außerhalb der USA. Geschlossen wird der Standort wohl aber nicht – es verbleiben mindestens 8000 Soldaten.

Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) bekräftigte bei einem Besuch des Heeres in Munster, der geplante Abzug komme »nicht wirklich überraschend, vielleicht der Zeitpunkt«. Er habe schon 2023 darauf hingewiesen, dass sich die Europäer in der Nato darauf einstellen müssten, dass die Amerikaner »weniger in Europa tun in der Nato, um mehr tun zu können im Indo-Pazifik«. Dass es jetzt 5.000 Soldaten sein sollen, dafür habe die Bundesregierung »aber keine offizielle Bestätigung, wann und wie das in welcher Größenordnung vonstattengehen soll«. Ein Abzug in der angekündigten Größenordnung »würde aber die Abschreckungsfähigkeit der Nato als solche nicht infrage stellen«. Daran gebe es »überhaupt keinen Zweifel«.

»Das trifft uns hart«

Die Berichte über den Truppenabzug fallen auf den ersten Amtstag des neuen ersten Bürgermeisters Thorsten Grädler. Dem Bayerischen Rundfunk sagte er: »Das trifft uns hart.« Man müsse jetzt alles Menschenmögliche in die Wege leiten, um die US-Amerikaner zu einem Umschwenken zu bewegen.

Trump hatte wiederholt seinen Unmut über die seiner Ansicht nach mangelnde Unterstützung durch die europäischen Partner im Irankrieg geäußert. Vergangene Woche kündigte er dann sowohl neue Zölle auf europäische Kraftfahrzeuge als auch den Abzug von US-Truppen aus Deutschland an. Zudem wollen die USA nicht, wie eigentlich geplant, ab diesem Jahr Mittelstrecken-Marschflugkörper zur Abwehr gegen russische Angriffe in Deutschland stationieren.

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Bundeskanzler Merz hatte Sonntagabend bestätigt, dass die von Trumps Amtsvorgänger Joe Biden zugesagte Stationierung von Tomahawk-Marschflugkörpern zunächst nicht erfolgen werde. »Die Amerikaner haben zurzeit selbst nicht genug«, sagte Merz. Der Zug für eine Stationierung sei aber »nicht abgefahren«.

Momentan sind knapp 40.000 Soldaten in Deutschland auf mehreren großen US-Militärstützpunkten stationiert. Das US-Oberkommando für Europa in Stuttgart und das Drehkreuz der US-Luftwaffe auf dem Flugplatz Ramstein in Rheinland-Pfalz sind dabei besonders wichtig.

fhi/mrc