Wegen eines bundesweiten Protesttags für höhere Vergütungen sollen am Montag viele Apotheken geschlossen bleiben. Die Branche will damit bei der Bundesregierung erneut Druck für eine seit Jahren ausgebliebene Honoraranhebung machen. Angekündigt sind auch zentrale Kundgebungen und Demonstrationen in Berlin, München, Düsseldorf und Hannover. Für dringend benötigte Medikamente sollen Notdienstapotheken geöffnet bleiben, wie die Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände (Abda) vorab mitteilte.
Den Apotheken geht es darum, einen lange nicht erhöhten Fixbestandteil des Honorars von 8,35 Euro pro Packung auf 9,50 Euro anzuheben. Union und SPD hatten dies im Koalitionsvertrag vereinbart, die Umsetzung dann aber wegen der angespannten Finanzlage der gesetzlichen Krankenkassen zurückgestellt. Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU) kündigte jedoch kürzlich an, die Erhöhung jetzt anzugehen und im Frühjahr eine Verordnung vorzulegen.
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Der GKV-Spitzenverband der Kranken- und Pflegekassen fordert ebenfalls eine Vergütungsreform, allerdings differenziert nach der Größe der Apotheken: Absatzstarke Apotheken, etwa in stark frequentierten Großstadtvierteln, sollen demnach einen geringeren Fixbetrag erhalten. Apotheken mit einem geringeren Umsatz in ländlichen Regionen sollten aus Sicht der Kassen eine höhere Vergütung bekommen. Es brauche keine pauschal höhere Vergütung, sondern eine bessere Verteilung, hieß es von dem Verband.
Die Zahl der Apotheken schrumpft seit Längerem. Zum Jahresende 2025 gab es bundesweit noch 16.601 Apotheken, 440 weniger als zum Ende des Vorjahres. Neben den bundesweiten Apothekenschließungen finden heute in Berlin, München, Düsseldorf und Hannover zentrale Kundgebungen und Demonstrationen statt.
