SpOn 26.03.2026
01:43 Uhr

Uno nennt Sklavenhandel »schwerstes Verbrechen gegen Menschlichkeit« – US-Regierung ist empört


Die Sklaverei ist eines der dunkelsten Kapitel der Menschheitsgeschichte. Das unterstreicht eine Resolution der Vereinten Nationen. In Washington ist man darüber gar nicht begeistert.

Uno nennt Sklavenhandel »schwerstes Verbrechen gegen Menschlichkeit« – US-Regierung ist empört

Die Vereinten Nationen haben den transatlantischen Sklavenhandel als »schwerstes Verbrechen gegen die Menschlichkeit« eingestuft. 123 Staaten stimmten in der Uno-Generalversammlung für eine von Ghana eingebrachte Resolution, die unter anderem auch die unentgeltliche »unverzügliche und ungehinderte Rückgabe« von Kulturgütern und Kunstobjekten an Herkunftsländer fordert.

Israel, die USA und Argentinien stimmten gegen den Text. Deutschland enthielt sich. Die Resolution ist rechtlich nicht bindend.

Der Handel mit versklavten Menschen aus Afrika und deren rassistisch begründete Versklavung sei »aufgrund des tiefgreifenden Bruchs in der Weltgeschichte, ihres Ausmaßes, ihrer Dauer, ihres systemischen Charakters, ihrer Brutalität und ihrer bis heute fortwirkenden Folgen« als das »schwerste Verbrechen gegen die Menschlichkeit zu bewerten«, hieß es im Resolutionstext.

US-Vertreter Dan Negrea nannte die Resolution höchst problematisch und sagte, der Staatenbund sei nicht gegründet worden, um spezifische Interessen und Agenden voranzutreiben und »internationale Nischentage zu etablieren«, wie es auf der Uno-Website hieß. Die Abstimmung fällt auf den Gedenktag für die Opfer der Sklaverei und des transatlantischen Sklavenhandels.

Vor allem zwischen dem 16. und dem 19. Jahrhundert wurden mehrere Millionen Menschen in Afrika versklavt und nach Nord- und Südamerika und in die Karibik gebracht. Etliche überlebten die Überfahrt nicht. Der Sklavenhandel wurde in Großbritannien am 25. März 1807 verboten. In den USA wurde die Sklaverei 1865 in allen Bundesstaaten offiziell untersagt. Mit der Menschenrechtskonvention der Uno wurde die Sklaverei 1948 weltweit verboten.

Unter Trump wird die Uhr zurückgedreht

Der Protest der USA deckt sich mit der breiteren kulturpolitischen Linie der Regierung unter Donald Trump. Diese geht gegen eine angeblich »antiamerikanische« Sicht auf die Geschichte und gegen Kulturinstitutionen und ihre angeblich linke Ideologie vor. Der US-Präsident ließ im vergangenen Jahr unter anderem missliebige Inhalte aus den Nationalmuseen in Washington entfernen.

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Bürgerrechtsorganisationen warnen hingegen, solche Maßnahmen könnten gesellschaftliche Fortschritte im Umgang mit Rassismus, Sklaverei und Kolonialgeschichte zurückdrehen.

Im Februar hatte die US-Nationalparkverwaltung eine Freiluftausstellung in Philadelphia über die Geschichte der Sklaverei in den USA abgebaut (mehr dazu hier). Später ordnete ein Gericht den Wiederaufbau der Ausstellung an. Die US-Regierung habe nicht die Befugnis, »historische Wahrheiten zu verschleiern und zu verfälschen«, hieß es im Urteil der Richterin Cynthia M. Rufe. Die Großstadt im US-Bundesstaat Pennsylvania hatte gegen den Abbau der Ausstellung Klage eingereicht.

jok/dpa