SpOn 21.05.2026
14:21 Uhr

Ulrich Schneider will in den Parteivorstand der Linken


In einem Monat wählt die Linke eine neue Doppelspitze, die Kandidierenden gelten als gesetzt. Nun bewirbt sich mit Urgestein Ulrich Schneider für den erweiterten Vorstand – obwohl er die Linke schon einmal verlassen hatte.

Ulrich Schneider will in den Parteivorstand der Linken

Wenn die Linke im Juni auf ihrem Parteitag eine neue Doppelspitze wählt, wird Parteichef Jan van Aken nicht mehr kandidieren. Seine Co-Vorsitzende Ines Schwerdtner allerdings will weitermachen – im neuen Tandem mit dem Baden-Württemberger Luigi Pantisano. Das Duo läuft bisher außer Konkurrenz, Kampfkandidaturen gegen beide wurden bisher nicht angekündigt.

Nun kommt eine weitere Personalie für den erweiterten Bundesvorstand hinzu: Das Linken-Urgestein Ulrich Schneider hat auf X seine Kandidatur verkündet.

Die Reformen der Bundesregierungen bewertet Schneider als »massiven Angriff« auf Arbeitende und den Sozialstaat. Deshalb brauche es eine starke Linke, »die Kämpfe haben gerade erst begonnen«. Seine Partei sieht er in der Verantwortung, für Umverteilung zu streiten, entsprechend will er für den Bundesvorstand der Linken kandidieren, schreibt Schneider.

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Schneider ist ehemaliger Hauptgeschäftsführer beim Deutschen Paritätischen Wohlfahrtsverband. Er war gerade erst wieder in die Linkspartei eingetreten, nachdem er 2022 wegen einer russlandfreundlichen Rede der damaligen Linkenpolitikerin Sahra Wagenknecht die Partei verlassen hatte.

Pläne als Doppelspitze

In der Linken wird die Parteispitze paritätisch besetzt, je eine Frau und ein Mann müssen sich den Parteivorsitz teilen. Im erweiterten Bundesvorstand finden zudem vier Stellvertretende, ein Schatzmeister, ein Geschäftsführer sowie mehr als ein Dutzend weitere Vorstandsmitglieder Platz. Über die neue Parteiführung entscheidet die Linke auf ihrem Bundesparteitag vom 19. bis 21. Juni in Potsdam.

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Bislang gilt als sicher, dass Schwerdtner und Pantisano neue Vorsitzende werden. Pantisano hatte seine Kandidatur nur wenige Stunden nachdem Jan van Aken seinen Rückzug verkündete bekannt gegeben. Mit einem aufwendigen Social-Media-Video wirbt er in seiner Partei um Stimmen. Schwerdtner, die seit anderthalb Jahren die wiedererstarkte Linke mit van Aken führte, gab dann vergangene Woche bekannt, in Doppelspitze mit Pantisano weitermachen zu wollen – so beide gewählt werden.

Anmerkung der Redaktion: In einer früheren Version dieses Textes wurde suggeriert, Schneider strebe eine Kampfkandidatur gegen Pantisano um den Posten des männlichen Vorsitzenden an. Das ist nicht korrekt – er bewirbt sich lediglich für den Bundesvorstand. Wir haben die Überschrift und Stellen im Text korrigiert.