Die Ukraine wird Saudi-Arabien bei der Entwicklung seiner Luftverteidigung helfen. Deswegen haben die beiden Länder ein Abkommen zur Luftverteidigung unterzeichnet. Das geht aus Angaben ranghoher Regierungsvertreter hervor. Demnach wurde der Vertrag am Donnerstag beim Besuch des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj bei dem saudischen Kronprinzen Mohammed bin Salman abgeschlossen. Ziel des Abkommens ist es demnach, Saudi-Arabien »bei der Entwicklung aller notwendigen Komponenten der Luftverteidigung zu unterstützen«.
Selenskyj bestätigte in Onlinediensten, dass beide Länder »eine wichtige Vereinbarung« zur Verteidigungskooperation getroffen hätten. Was genau beschlossen wurde, gab er nicht bekannt. »Saudi-Arabien hat Fähigkeiten, die auch für die Ukraine von Interesse sind, weshalb die Zusammenarbeit beiden Seiten nützen kann«, sagte der ukrainische Präsident demnach.
Ungewissheit über künftige US-Militärhilfen
In Saudi-Arabien traf Selenskyj mit ukrainischen Anti-Drohnen-Experten zusammen, die nach dem Beginn des Irankriegs Ende Februar in dem Königreich stationiert wurden. »Selbst in so kurzer Zeit konnten die ukrainischen Experten umfangreiches Fachwissen weitergeben«, sagte Selenskyj. Jeder sei an der Expertise der Ukraine interessiert. Selenskyjs Besuch in der Golfregion war unangekündigt. Mit dem Besuch wollte er die Unterstützung für sein Land im nunmehr fünften Jahr des Krieges gegen Russland stärken. Hintergrund der Reise ist auch die Ungewissheit über künftige US-Militärhilfen für die Ukraine. Der Krieg der USA mit Iran schürt Befürchtungen, die Vereinigten Staaten könnten ihre Waffenlieferungen einschränken.
Im Ukrainekrieg greift Russland das Nachbarland unter anderem mit Shahed-Drohnen iranischer Bauart an – die Russland inzwischen unter der Bezeichnung Geran-2 selbst herstellt. Iran attackiert seinerseits seit Beginn des Kriegs Ende Februar Staaten auf der anderen Seite des Persischen Golfs, darunter auch Saudi-Arabien.
Die Ukraine nutzt zur Abwehr russischer Drohnen insbesondere elektronische Störgeräte und mobile Abwehrwaffen statt der erheblich teureren Raketen, die von Golfstaaten zur Abwehr iranischer Drohnen verwendet werden. Die Ukraine schlägt seit Wochen vor, solche Geräte gegen Abwehrraketen zu tauschen – die wiederum in der Ukraine zur Abwehr von ballistischen Raketen und Marschflugkörpern aus Russland gebraucht werden.
