SpOn 26.05.2026
04:33 Uhr

Ukraine-Krieg: Wladimir Putin lockt Rekruten mit Schuldenerlass von bis zu 140.000 US-Dollar


Der Angriffskrieg gegen die Ukraine verschleißt Russlands Armee. Da muss der Kreml frische Kräfte mit Anreizen ködern: Wer im Mai im Verteidigungsministerium unterschreibt, könnte bald Schulden los sein.

Ukraine-Krieg: Wladimir Putin lockt Rekruten mit Schuldenerlass von bis zu 140.000 US-Dollar

Seit vier Jahren schickt der russische Präsident seine Truppen in den Angriffskrieg gegen die Ukraine, mit verheerenden Verlusten. Um die Reihen aufzufüllen, hat Wladimir Putin ein Dekret zum Schuldenerlass ​für neue Rekruten und deren Familien unterzeichnet.

Wer ab dem ‌1. Mai einen Vertrag mit dem Verteidigungsministerium geschlossen hat, wird samt Ehepartner von Verbindlichkeiten in Höhe von bis zu zehn Millionen Rubel (rund 119.000 Euro) befreit, teilte der ​Kreml am späten Montagabend mit.

Voraussetzung sei, dass vor diesem ⁠Datum ⁠bereits ein rechtlicher Anspruch auf Eintreibung der Schulden bestand und der Vertrag für den Einsatz für mindestens ein ‌Jahr unterzeichnet wurde. Zudem verlängerte Putin ​die Pachtrechte ‌für staatliches Land für Kämpfer in der Ukraine auf unbestimmte Zeit.

  • Russlands Militär hat in vier Jahren Krieg gegen die Ukraine schwere Verluste erlitten. Die Moral der Truppe ist schlecht. Wie lange kann die Armee noch durchhalten – und was heißt das für die Nato? Mehr hier .

Die Summe von zehn Millionen Rubel entspricht laut der Immobiliendatenbank Cian in ‌etwa dem Preis für eine 35 Quadratmeter große Einzimmerwohnung in Moskau. Das Gesetz ergänzt eine Reihe ‌von bereits bestehenden Unterstützungsmaßnahmen wie ​hohe Prämien ‌oder eine bevorzugte Zulassung an Hochschulen. Die ‌Regierung ​in Moskau versucht damit, ihre Truppen in dem seit mehr als vier ​Jahren andauernden Krieg ⁠aufzustocken.

Russland gibt in den vergangenen vier Jahren jedes Jahr mehr für sein Militär aus. Im Kampf gegen die Ukrainer, die von Nato-Staaten und anderen mit Waffen und Aufklärung unterstützt werden, haben Russlands Truppen einige Lektionen gelernt und sich angepasst.

Auch Söldner aus dem Ausland angelockt

Die Kämpfe in der Ukraine verschlingen aber auch Woche für Woche einen Großteil der Ressourcen, die Moskaus Verteidigungsministerium beschaffen kann: Tausende Männer, zahllose Drohnen und etliche Raketen. Insgesamt sollen schon mehr als 300.000 Soldaten auf russischer Seite getötet worden sein. Die Zahl der Verwundeten dürfte noch deutlich höher sein.

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Im März waren laut Schätzungen rund 700.000 Soldaten an Russlands Angriffskrieg beteiligt gewesen. Doch je länger dieser Krieg dauert, desto schwieriger wird es für das Regime, Russen zu rekrutieren. Experten sprechen von bis zu 20.000 ausländischen Kämpfern aus mehr als 100 Ländern in der russischen Armee. Dazu kommen mindestens 15.000 Soldaten, die Nordkorea entsendet haben soll.

Zehntausende Ausländer kämpfen als Kanonenfutter für Putin in der Ukraine – angeworben mit großen Versprechungen. Einblicke in ein tödliches Geschäft und russische Knebelverträge. Mehr dazu hier .

jok/Reuters