SpOn 26.03.2026
09:41 Uhr

Ukraine-Krieg: Großbritannien will Wladimir Putins Schattenflotte abfangen


Im Ärmelkanal droht Russlands Schattenflotte der Zugriff: Großbritannien erlaubt das Stoppen, Entern und Beschlagnahmen sanktionierter Schiffe. Premier Starmer folgt damit einer Forderung des ukrainischen Präsidenten Selenskyj.

Ukraine-Krieg: Großbritannien will Wladimir Putins Schattenflotte abfangen

Großbritannien verstärkt den Druck auf die Schattenflotte Russlands. Die Regierung hat der Armee die Erlaubnis erteilt, sanktionierte Schiffe der russischen Schattenflotte beim Durchqueren britischer Hoheitsgewässer zu entern und zu beschlagnahmen. Großbritanniens Premierminister Keir Starmer habe zugestimmt, »dass die britischen Streitkräfte und Strafverfolgungsbehörden nun Schiffe stoppen können, die vom Vereinigten Königreich sanktioniert wurden und britische Gewässer durchqueren«, teilte die britische Regierung am Mittwoch mit.

Großbritannien erhöhe den Druck auf Russlands Präsidenten Wladimir Putin, erklärte Downing Street. London werde »die Schattenflotte weiter in die Zange nehmen, indem es britische Gewässer, einschließlich des Ärmelkanals, für sanktionierte Schiffe sperrt«. Das werde die russischen Betreiber der Schiffe »zwingen, entweder auf längere, finanziell schmerzhafte Routen auszuweichen oder zu riskieren, von britischen Kräften festgesetzt zu werden«. Wladimir Putin »reibt sich angesichts des Kriegs im Nahen Osten die Hände, weil er glaubt, dass höhere Ölpreise ihm die Taschen füllen werden«, erklärte Starmer. »Deshalb gehen wir noch härter gegen seine Schattenflotte vor.« Damit würden Putin die »schmutzigen Profite« für die russische Kriegsmaschinerie entzogen werden.

Mehr als 500 Schiffe auf Sanktionsliste

Als Schattenflotte werden die oft veralteten und unter fremder Flagge fahrenden Schiffe bezeichnet, mit denen Russland unter anderem das Ölembargo umgeht. Sie stehen zudem in Verdacht, an hybriden Angriffen gegen den Westen im Auftrag Russlands beteiligt zu sein, etwa an Beschädigungen von Unterwasserkabeln in der Ostsee. Seit dem Beginn des Ukrainekriegs hat die britische Regierung eigenen Angaben zufolge bereits mehr als 500 dieser Schiffe auf ihre Sanktionsliste gesetzt.

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Damit folgt sie auch einer Forderung des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj. Vor dem Hintergrund eines von Frankreich aufgebrachten Tankers der Schattenflotte sagte Selenskyj in einer Videobotschaft: »Solange der Krieg andauert, solange die (russischen) Angriffe fortgesetzt werden, muss auch der Druck auf den Aggressor anhalten.« Die Ukraine arbeitet demnach mit europäischen Ländern daran, dass diese auf Gesetzesebene den Stopp von Öltankern und Beschlagnahme von russischem Erdöl gestatten.

fin/AFP/dpa