Die Ukraine hat russischen Angaben zufolge erneut Moskau ins Ziel genommen. Seit Mitternacht seien mehr als 180 anfliegende Drohnen abgefangen worden, berichtet die staatliche Nachrichtenagentur Tass unter Berufung auf Sergej Sobjanin, den Bürgermeister der Millionenmetropole.
Mindestens zwei Menschen seien getötet und mehrere verletzt worden, heißt es. Drohnen seien in zwei Wohnhäuser eingeschlagen. Die Angaben ließen sich zunächst nicht unabhängig überprüfen, eine Bestätigung von ukrainischer Seite gibt es bisher nicht.
Die Ukraine nutzt für ihre Gegenangriffe auf russisches Gebiet vor allem günstige und schnell herzustellende Drohnen. Die mit Sprengsätzen versehenen Flugroboter werden oft in Massen eingesetzt, um die Flugabwehr des Feindes zu überlasten (mehr dazu hier ). Sobjanin bezeichnete die jüngsten Angriffe als »beispiellos«, sie verfolgten das Ziel, »die Wahl zu stören«.
Kremlnahe Wahlen
Am Sonntag endet die dreitägige Parlamentswahl in Russland. Nach dem Ausschluss der Opposition will sich Präsident Wladimir Putin seinen Kriegskurs offiziell bestätigen lassen. Trotz Wirtschaftskrise, Kriegsmüdigkeit und weitverbreiteter Unzufriedenheit im Volk soll auch diesmal wieder eine Zweidrittelmehrheit für die seit mehr als 20 Jahren regierende Kremlpartei Einiges Russland erzielt werden.
Kritiker weisen darauf hin, dass von einer fairen und demokratischen Wahl keine Rede sein könne. Die zehn Parteien auf dem Wahlzettel gelten durchweg als kremlnah und unterstützen den 2022 von Putin befohlenen Angriffskrieg. Für einen Friedensschluss eintretende Oppositionskräfte wurden nicht zur Wahl zugelassen. Unabhängige Wahlbeobachter meldeten zudem verschiedene Manipulationsversuche und andere Regelverstöße – oder wurden gleich festgenommen.
Die Wahl wird trotz Protesten der Ukraine erstmals auch in den von Russland kontrollierten Teilen der annektierten ukrainischen Regionen Luhansk, Donezk, Saporischschja und Cherson abgehalten. Auf der schon 2014 annektierten Schwarzmeer-Halbinsel Krim wird ebenfalls wieder abgestimmt. Die ukrainische Führung sprach von einer Stimmabgabe mit vorgehaltenen Sturmgewehren. Das offizielle Ergebnis in den besetzten Gebieten will Kyjiw nicht anerkennen.
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