Ann-Dorit Boy, SPIEGEL:
»Ich bin heute im Zoo, und zwar im Süden der Ukraine, in Mykolajiw. Diese Stadt liegt zwischen Cherson und Odessa. Und hier befindet sich der größte und älteste Zoo des ganzen Landes mit vielen Tausenden Tieren und vielen Hundert Tierarten. Und hinter mir können wir zwei von den Tieren sehen, nämlich die Asiatischen Elefanten, Dinkar und Shanti. Die beiden sind im Zoo Hannover geboren und leben jetzt seit einigen Jahren hier. Und sie haben gemeinsam mit den Mitarbeitern des Zoos und dem ganzen Land einen sehr harten Winter überstanden. Der Zoo hier in Mykolajiw hatte schwer unter Stromausfällen zu leiden. Die Wasserversorgung ist seit dem Kriegsbeginn ein Problem. Es ist schwieriger geworden, das Futter für die Tiere zu besorgen, vor allem frisches Futter. Ich bin sehr beeindruckt davon gewesen, wie die Mitarbeiter hier, vor allem die Frauen im Team, es sind sehr viele Frauen, mit großer Liebe für die Tiere und Fürsorge und Pflichtgefühl dafür sorgen, dass es den Tieren gut geht und dass der Zoo am Leben bleibt«.
Natalija Melnytschuk, Tierpflegerin:
»Am Anfang war es etwas schwieriger, aber inzwischen haben wir uns daran gewöhnt. Ja, die Affen haben während des Krieges große Angst, genau wie wir alle. Wir beruhigen sie und sagen, dass alles in Ordnung ist und sie keine Angst haben müssen. So arbeiten wir.«