Die russische Armee macht den Donbass unbewohnbar. Das sieht man hier in Kramatorsk ganz deutlich. Es ist eine Geisterstadt inzwischen, überzogen von Anti-Drohnen-Netzen. Wirklich wie eine Stadt unter Spinnenweben.
Die Front selbst hat sich eigentlich über Monate kaum verschoben. Die russischen Truppen konnten nicht vorrücken. Was sie aber können, ist das, was vom ukrainischen Donbass übrig ist, dem Erdboden gleichzumachen. Also es zu verwüsten mit Drohnen, mit schweren Gleitbomben, mit Artillerie.
Jeden Tag verlassen mehrere hundert Menschen das Gebiet. Die Leute, die geflohen sind, erzählen uns davon, wie sie ihre Wohnungen verlassen mussten, nachdem diese ausgebrannt waren. Die Feuerwehr konnte nicht vorrücken, weil sie selbst ins Visier der Drohnen gerät.
Militärisch ist die russische Armee weit davon entfernt, den sogenannten Festungsgürtel der Ukrainer hier zu knacken. Was wir in diesen Tagen aber erleben, ist, dass es mit dem ukrainischen Donbass als einem bewohnten Gebiet, als einem Gebiet in dem wirklich Menschen leben und leben können, zu Ende geht.