Ein Gericht im US-Bundesstaat Pennsylvania hat zwei Teenager wegen der Erstellung gefälschter Nacktbilder von Mitschülern zu einer Haftstrafe auf Bewährung verurteilt. Die Jugendlichen hätten Fotos, die sie etwa auf der Plattform Instagram fanden, so verändert, dass die darauf abgebildeten Personen nackt erschienen, erklärte der Generalstaatsanwalt des Bundesstaates, David Sunday. Sie sollen Bilder von etwa 60 Klassenkameraden und anderen Minderjährigen genutzt haben.
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Das Jugendgericht in Lancaster County habe die mittlerweile 16-Jährigen zu jeweils sechs Monaten auf Bewährung nach Jugendstrafrecht verurteilt. Die Teenager müssten außerdem 60 Stunden gemeinnützige Arbeit leisten und den Opfern 12.000 US-Dollar zur Deckung der Beratungskosten für die verursachten Schäden zahlen. Jeglicher Kontakt zu den Opfern sei ihnen verboten.
An der Anhörung nahmen Berichten zufolge auch Opfer und deren Angehörige teil, mehr als 20 Zeugen sagten demnach vor Gericht aus. Sie berichteten von psychischer Belastung und der ständigen Sorge, dass die manipulierten Fotos in Zukunft auftauchen könnten, so der Generalstaatsanwalt.
Demnach hatten sich die Jugendlichen schuldig bekannt, Abbildungen sexueller Gewalt an Kindern hergestellt und verbreitet zu haben. Bei ihren Opfern entschuldigt hätten sie sich aber nicht, zitierte der Generalstaatsanwalt den Richter. Laut lokalen Medienberichten haben die damals 14-jährigen Jungen mehr als 300 dieser Bilder mithilfe von künstlicher Intelligenz erstellt: Sie sollen Gesichter der Minderjährigen auf die Körper von Erwachsenen gemorpht haben.
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»Diese Art der Instrumentalisierung von Technologie beeinträchtigt das psychische Wohlbefinden von Schülerinnen und Schülern im gesamten Bundesstaat und im ganzen Land«, erklärte Generalstaatsanwalt Sunday.
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