Die Rettungsversuche für den am Timmendorfer Strand gestrandeten Wal laufen weiter. Doch offenbar werden diese nach Angaben des Bürgermeisters Sven Partheil-Böhnke teils von Gaffern behindert. Er forderte Schaulustige auf, die Maßnahmen rund um das gestrandete Tier nicht zu stören.
Seit rund 24 Stunden kämpfen Einsatzkräfte im flachen Wasser vor der Küste um das Überleben des Tieres, so Partheil-Böhnke. Der Wal lebe und gebe immer wieder einen tiefen, brummenden Ton von sich, sagte der Bürgermeister der Nachrichtenagentur dpa.
Bürgermeister: Tier zu retten, hat höchste Priorität
Die Maßnahmen zu seiner Rettung würden jedoch immer wieder von Schaulustigen gestört. Menschen haben nach Angaben des Bürgermeisters beispielsweise am Montag versucht, sich dem Tier mit Ruder- und Schlauchbooten zu nähern oder Absperrungen zu umgehen. Ihnen sei offenbar egal, was das mit dem Wal mache, kritisierte Partheil-Böhnke. Er verurteilte die Aktionen und appellierte an die Öffentlichkeit, das Tier in Ruhe zu lassen. Solche Annäherungsversuche versetzten den Wal in Panik und erschwerten die ohnehin komplexen Rettungsmaßnahmen.
Ein gestrandeter Wal gehöre normalerweise nicht zum Kerngeschäft der Gemeinde, sagte der Bürgermeister weiter. »Wir lernen noch dazu. Aber das Tier zu retten, hat die höchste Priorität.«
Eine Tötung des Tieres ist laut des Instituts für Terrestrische und Aquatische Wildtierforschung keine Option: Es sei »einfach sehr, sehr schwierig unter den Begebenheiten, die wir hier haben, einen Wal zu euthanasieren.« Und auch das Deutsche Meeresmuseum teilte der dpa mit, es gebe »bei einem solchen großen Wal keine zuverlässige Methode der Euthanasierung, mit der man weiteres Leiden vollständig ausschließen kann.«
Nach Angaben von Sea Shepherd handelt es sich bei dem Tier um einen Buckelwal. Sprecher Sven Biertümpfel geht davon aus, dass es vermutlich ein junger Bulle ist, weil die männlichen Tiere im Gegensatz zu den Kühen auf Wanderschaft gehen. Außerdem sei es naheliegend, dass es sich bei dem Tier um denselben Wal handele, der seit März im Wismarer Hafen in Mecklenburg-Vorpommern gesehen wurde.
