SpOn 10.07.2026
16:29 Uhr

Tiefseebergbau: Viele Weichtiere gelten laut Weltnaturschutzunion als bedrohte Arten


125 von 201 Weichtierarten könnten der Weltnaturschutzunion zufolge dem Goldrausch am Meeresgrund zum Opfer fallen.

Tiefseebergbau: Viele Weichtiere gelten laut Weltnaturschutzunion als bedrohte Arten

Die Weltnaturschutzunion (IUCN) hat ihre Rote Liste der bedrohten Arten aktualisiert . Demnach sind 62 Prozent der bekannten endemischen Weichtiere an hydrothermalen Quellen gefährdet. Das entspricht laut der IUCN 125 von 201 Arten. Die Unterwasserquellen bilden sich an Rissen in der Erdkruste, dort entweicht heißes Wasser.

Bei den Weichtieren handelt es sich unter anderem um Schnecken- und Muschelarten, die nur in Meerestiefen von bis zu 5000 Metern vorkommen. Viele wurden erst in den vergangenen zehn Jahren entdeckt. Laut dem IUCN ersticken sie in Sedimentwolken, die durch Erkundungen des Meeresbodens und den Abbau von Mineralien entstehen. Sie können darin nicht atmen und Nährstoffe aus dem Wasser aufnehmen.

So ist etwa die Schnecke Lirapex felix wegen der anhaltenden Bergbauerkundungen vom Aussterben bedroht. Sie wurde nach dem Glück der Forscher benannt, sie gefunden zu haben.

Erhebliche Auswirkungen auf sensible Lebensräume

Umweltschützer sehen den Tiefseebergbau äußerst kritisch . Ein großflächiger Abbau von Rohstoffen in den bisher fast unberührten Tiefen der Ozeane könnte nach Einschätzung von Fachleuten erhebliche Auswirkungen auf sensible Lebensräume und die Artenvielfalt haben. Die neuerdings bedrohten Weichtiere an hydrothermalen Quellen könnten ein weiteres Indiz dafür sein.

Die Weltnaturschutzunion betonte, sie habe bereits 2021 für ein Moratorium im Tiefseebergbau gestimmt. Bis nicht alle Risiken bekannt sind und die Meeresumwelt wirksam geschützt wird, sollten die Erkundungen des Meeresbodens und der Abbau von Mineralien gestoppt werden.

Der Tiefseebergbau soll jedoch Multimilliarden-Dollar-Potenziale haben. Und damit gibt es auch reichlich Interessenten, die es auf Rohstoffvorkommen am Meeresgrund abgesehen haben. Als wichtigste Ressource gelten sogenannte Manganknollen, die Mangan, Eisen, Kobalt, Kupfer und Nickel enthalten. Die Rohstoffe werden etwa für Batterien in Elektroautos genutzt. Die bisherigen Fördermengen werden in Zukunft nicht ausreichen.

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Andere Rohstoffvorkommen finden sich in Massivsulfid-Lagerstätten in ehemals vulkanisch aktiven Gebieten oder in kupferhaltigem Schlamm am Meeresgrund. US-Präsident Donald Trump hatte den Ozeanboden zum Rohstoffabbau freigegeben, ohne dass es dafür umfassende internationale Regeln gibt. Experten reagierten alarmiert und sprachen von »Geldverbrennung ohne Sinn«. Mehr dazu lesen Sie hier. 

hba