Das British Museum in London hat nach Beschwerden von Besuchern Änderungen angekündigt, um Warteschlangen vor dem berühmten Teppich von Bayeux zu verkürzen. Geplant sind unter anderem längere Öffnungszeiten, ein Audioguide, zusätzliche Sitzgelegenheiten und eine klarere Beschilderung, wie etwa die BBC und »The Standard« berichten.
Ein Sprecher des Museums sagte demnach, die öffentliche Resonanz auf das mehr als 950 Jahre alte Meisterwerk des Mittelalters sei außergewöhnlich gewesen. Zugleich räumte er ein, dass einige Besucherinnen und Besucher länger warten mussten, als ihnen lieb war. Einige berichteten von Wartezeiten von bis zu zwei Stunden. Hunderte Ticketinhaberinnen und -inhaber sollen zudem abgewiesen worden sein, als das Museum vergangene Woche wegen einer privaten Veranstaltung früher schloss.
Leihgabe des französischen Staates
Die Ausstellung wurde am 10. September eröffnet. Seitdem gab es wiederholt Probleme mit Warteschlangen und Gedränge. Der Teppich von Bayeux ist erstmals seit seiner Entstehung vor fast 1000 Jahren wieder in England. Der rund 70 Meter lange und äußerst fragile Wandteppich wurde in einer speziell gesicherten Transportkiste nach London gebracht. Eigentlich gehört das Unesco-geschützte Werk dem französischen Staat. Bis Juli 2027 wird es nun im British Museum ausgestellt. Frankreich und Großbritannien hatten die Leihgabe bereits im vergangenen Jahr vereinbart.
Der Teppich von Bayeux
Foto:Jonathan Brady / PA Wire / dpa
Der Teppich erzählt in 58 Szenen mit mehr als 600 Figuren und rund 500 Tieren die Geschichte der normannischen Eroberung Englands im Jahr 1066. Er gilt als eines der bedeutendsten Bildzeugnisse des Hochmittelalters und wurde seit 1983 im Museum der französischen Stadt Bayeux aufbewahrt.
Die Nachfrage nach der Ausstellung ist seit dem Verkaufsstart im Juli groß. Am ersten Tag wurden laut BBC 100.000 Tickets verkauft. Bis zum Ende des Jahres seien die Karten bereits ausverkauft, berichtet »The Standard«. Wer leer ausging, erhält noch zwei weitere Gelegenheiten, das Meisterwerk zu sehen: Weitere Tickets sollen im Oktober und Januar in den Verkauf kommen. Tickets für den Besuch der Ausstellung vom 1. Januar bis 31. März 2027 gehen demnach am 21. Oktober in den Verkauf.
