SpOn 08.05.2026
13:22 Uhr

Taxi-App Yango soll 100 Millionen Euro Strafe zahlen


Die international operierende App Yango soll Informationen über Fahrer und Fahrgäste nach Russland übertragen haben. Nun sind die Betreiber zu einer hohen Millionenstrafe verurteilt worden. Sie kündigen Gegenwehr an.

Taxi-App Yango soll 100 Millionen Euro Strafe zahlen

Wegen der Weitergabe von Kundendaten nach Russland hat die niederländische Datenschutzbehörde eine ​Millionenstrafe gegen die Taxi-App Yango verhängt. Einer Mitteilung der Behörde zufolge wird Yango in Norwegen und Finnland genutzt, um Taxifahrten zu buchen. Die Maßnahme richte sich daher gegen das in den Niederlanden registrierte Unternehmen MLU, das ‌hinter den Yango-Ablegern in Finnland und Norwegen stehe, teilte die Behörde am Freitag mit . Die Firma soll nun eine Strafe in Höhe von 100 Millionen Euro zahlen.

Das Unternehmen kündigte an, gegen die Entscheidung in Berufung gehen zu wollen. MLU ​habe während des gesamten Verfahrens transparent mit der Behörde zusammengearbeitet und sei enttäuscht, dass die ⁠Entscheidung ⁠weder die Fakten noch das geltende Recht vollständig widerspiegele, heißt es in einer Mitteilung des Unternehmens. MLU erklärte zudem, dass die App seit 2025 nicht mehr ‌in den beiden nordischen Ländern aktiv sei.

Weltweit aktiv

​Yango ist hauptsächlich in ‌Afrika, Asien, Lateinamerika, dem Nahen Osten und europäischen Nicht-EU-Ländern tätig. Zwar ist die App auch im deutschen App Store erhältlich und unterstützt 29 Sprachen, darunter Amharisch, Kasachisch und Chinesisch, eine deutschsprachige Version gibt es jedoch nicht. Das Unternehmen ist aus einer niederländischen Holding des russischen IT-Giganten Yandex hervorgegangen und agiert jetzt als eigenständiges Unternehmen von Dubai aus.

Ende 2023 hatte die niederländische Datenschutzbehörde gemeinsam mit finnischen und norwegischen Behörden eine Untersuchung bei Yango eingeleitet. Norwegen gehört zwar nicht zur EU, wendet jedoch dieselben Datenschutzregeln an.

Die Untersuchung ‌hatte ergeben, dass die App umfangreiche persönliche Daten von Kunden und Fahrern auf Servern in Russland speicherte. Dazu gehörten Scans ‌von Führerscheinen, Wohnadressen sowie Kontonummern. In ​der EU tätige Unternehmen dürfen personenbezogene ‌Daten jedoch nicht an Orte übermitteln, an denen diese nicht ‌gleichermaßen ​geschützt sind wie in der EU. »In Russland sind personenbezogene Daten nicht so gut geschützt wie in Europa. Dies könnte es der russischen Regierung ermöglichen, Zugriff auf diese Daten zu erlangen«, sagte der Leiter der niederländischen Behörde, Aleid ​Wolfsen.

mak/Reuters