SpOn 24.07.2026
08:09 Uhr

Südchinesisches Meer: China attackierte philippinische Schiffe mit Wasserwerfern


Der Streit zwischen China und den Philippinen schaukelt sich weiter hoch. Zum dritten Mal binnen weniger Tage kam es zu Provokationen im Südchinesischen Meer. Eskaliert die Situation?

Südchinesisches Meer: China attackierte philippinische Schiffe mit Wasserwerfern

Es ist der dritte Vorfall binnen einer Woche: Die philippinischen Behörden werfen der chinesischen Küstenwache aggressive Aktionen gegen eigene Schiffe vor. Die Spannungen zwischen China und den Philippinen im Südchinesischen Meer verschärfen sich damit weiter.

Nach Angaben der Küstenwache des Inselstaates griffen chinesische Schiffe am Morgen mehrere philippinische Boote nahe dem umstrittenen Scarborough-Riff mit Wasserwerfern an und führten gefährliche Manöver aus. Zwei Schiffe seien direkt von Wasserwerfern getroffen worden, zwei weitere seien so bedrängt worden, dass Zusammenstöße gedroht hätten. Verletzte habe es nicht gegeben.

Chinesische Küstenwache spricht von »Kontrollmaßnahmen«

Die Behörde veröffentlichte Videos, die den Vorfall zeigen sollen. »Die philippinische Küstenwache verurteilt das gefährliche und unprofessionelle Vorgehen der chinesischen Küstenwache aufs Schärfste«, hieß es in einer Mitteilung.

Das Scarborough-Riff, rund 220 Kilometer westlich der philippinischen Hauptinsel Luzon, sei »integraler Bestandteil des philippinischen Territoriums«. China beansprucht dieses Gebiet ebenfalls für sich.

Die chinesische Küstenwache teilte lediglich mit, rechtskonform »Kontrollmaßnahmen« gegen philippinische Schiffe durchgeführt zu haben, die sich »illegal« in den Gewässern befunden hätten.

Erst am Donnerstag hatte Manila China vorgeworfen, ein Schiff der Fischereibehörde nahe dem Scarborough-Riff mit Wasserwerfern attackiert zu haben. Am Montag waren zudem bei einer Konfrontation am ebenfalls umstrittenen Second-Thomas-Riff zwei Angehörige der philippinischen Marine verletzt worden.

Das Korallenriff gehört zu den Spratly-Inseln und liegt knapp 200 Kilometer westlich der philippinischen Insel Palawan. Die Philippinen unterhalten hier auf einem gestrandeten Schiff einen ständigen, besetzten Außenposten.

Worum streiten Manila und Peking?

In der Region, in der es in der Vergangenheit immer wieder zu Vorfällen und auch Kollisionen zwischen Schiffen beider Länder gekommen war, war es zuletzt eigentlich längere Zeit ruhiger geworden. China reklamiert praktisch das gesamte Südchinesische Meer für sich.

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Die Philippinen, Vietnam, Malaysia und andere Länder weisen die Ansprüche zurück und berufen sich dabei auf ein Urteil des Uno-Schiedsgerichts von 2016. China erkennt das Urteil aber nicht an. Das rohstoffreiche Gebiet ist eine wichtige globale Handelsroute.

jmm/dpa