SpOn 24.03.2026
09:45 Uhr

Studieren ohne Abitur: So viele Hochschulabsolventen ohne Abitur wie noch nie


Kein Abi, aber trotzdem erfolgreich ein Studium abschließen: Immer mehr Menschen in Deutschland machen genau das. Eine neue Auswertung zeigt, für welche Fächer sie sich besonders häufig einschreiben – und wie alt sie sind.

Studieren ohne Abitur: So viele Hochschulabsolventen ohne Abitur wie noch nie

2024 haben mehr als 10.000 Menschen ohne Abitur erfolgreich ihr Studium absolviert – ein neuer Höchststand. Das zeigt eine aktuelle Auswertung des CHE Centrum für Hochschulentwicklung. Damit haben mehr als 100.000 beruflich Qualifizierte seit der bundesweiten Einführung des Studiums ohne Abitur im Jahr 2009 einen Hochschulabschluss erworben.

Aktuell sind demnach rund 70.000 Studierende ohne Hochschul- oder Fachhochschulreife an einer deutschen Hochschule eingeschrieben. Wie im Vorjahr entspricht dies einem Anteil von 2,4 Prozent aller Studierenden im Bundesgebiet. Sie studieren an mehr als 90 Prozent der Hochschulen. Führend sind hier die Bundesländer Bremen, Thüringen und Hamburg, zeigt die CHE-Auswertung. »Auch wenn einige Hochschulen sich besonders gut auf Menschen ohne Abitur eingestellt haben, findet sich diese Studierendengruppe mittlerweile nahezu auf jedem Campus«, sagt Auswertungsleiterin Sigrun Nickel. Mit knapp 60 Prozent nahmen 2024 staatliche Hochschulen die meisten akademischen Quereinsteiger auf.

Steigende Nachfrage im Bereich Gesundheit und Pflege

Die beliebteste Hochschule bei Studienanfänger:innen ohne Abitur ist erneut die staatliche Fernuniversität Hagen mit mehr als 1100 Erstsemestern, vor der privaten Hochschule FOM Hochschule für Oekonomie & Management mit 925 Erstsemestern. Den dritten Platz belegt die private IU Internationale Hochschule (816 Erstsemester) mit Hauptsitz in Thüringen. Im Vergleich zu den Vorjahren haben sich dort 2024 deutlich weniger Erstsemester ohne (Fach-)Abitur eingeschrieben.

Mehr zur IU lesen Sie hier: Die Schattenseiten der größten deutschen Hochschule

Laut der Auswertung entscheiden sich die typischen akademischen Quereinsteiger in der Regel für ein Bachelorstudium an einer anwendungsorientierten Hochschule wie einer FH oder HAW. Mit durchschnittlich 30 Jahren sind sie deutlich älter als ihre Kommilitonen. Statt des Abiturs ist bei ihnen in aller Regel Berufserfahrung die Eintrittskarte ins Studium.

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Bei der Wahl der Studienfächer dominieren nach wie vor die Rechts-, Wirtschafts- und Sozialwissenschaften. 50 Prozent derjenigen, die ein Studium ohne Abitur beginnen, wählen diese Fächer. Darauf folgen die Bereiche Ingenieurwissenschaften mit rund 19 Prozent sowie Humanmedizin/Gesundheitswissenschaften mit knapp 17 Prozent. Doch auch in dem Bereich Gesundheit und Pflege beobachtet das CHE eine starke Nachfrage von Studieninteressierten ohne Abitur: In den Fächern Pflegewissenschaft/-management und in der Gesundheitspädagogik habe sich inzwischen jeder Vierte über den Beruf für das Studium qualifiziert und nicht über den Schulabschluss, so Auswertungsleiterin Nickel.

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