SpOn 24.03.2026
16:38 Uhr

Stiftung Warentest: Fahrradhelm-Vergleich – teuerstes Modell enttäuscht, günstiges überzeugt


Die Stiftung Warentest hat 18 Fahrradhelme für Kinder geprüft. Kein Modell überzeugt in allen Bereichen. Testsieger wird ausgerechnet der günstigste Helm. Worauf Eltern beim Kauf achten sollten.

Stiftung Warentest: Fahrradhelm-Vergleich – teuerstes Modell enttäuscht, günstiges überzeugt

Kein Fahrradhelm für Kinder überzeugt in allen Bereichen – zu diesem Schluss kommt die Stiftung Warentest nach einem Test von 18 Modellen für Zwei- bis Zwölfjährige. Das sei ein »ernüchterndes Ergebnis«, so die Tester. Zwar pufferten alle Helme Stöße »deutlich ab und beugen so schweren Kopfverletzungen vor«, erklärte Stiftung-Warentest-Expertin Anne Mandt am Dienstag. Den Angaben nach überzeugte jedoch kein einziger Helm in allen Bereichen. So schwächelten Modelle mit gutem Schutz beim Tragekomfort, Helme mit bequemem Sitz fielen im Dunkeln kaum auf.

Ausgerechnet der teuerste Helm im Test zähle zu den schwächeren Produkten, erklärte Mandt. Zwei Helme bewertete die Stiftung beim Prüfpunkt Unfallschutz sogar nur mit der Note »Ausreichend«, wie sie weiter mitteilte. »Bei diesen beiden Helmen können sich die Riemen lockern – im schlimmsten Fall verrutscht der Helm beim Sturz und schützt dann nicht optimal.« Allerdings schneiden die 16 übrigen mit »befriedigend» ab. Darunter zeigen immerhin zwei in der Unterkategorie Unfallschutz ein »gut«, darunter der Testsieger, der zugleich der günstigste Helm im Testfeld ist.

Dieser »Lidl Crivit Kinder-Fahrradhelm mit Rücklicht« für 15 Euro bekommt die Note 2,6. Die Note 2,7 gibt es sowohl für den »Lazer Nutz 2.0 KinetiCore« (50 Euro) als auch für den »Uvex Oyo« (47 Euro). Der »Specialized Shuffle 2 LED« (55 Euro) ist der erwähnte zweite Kandidat mit dem »gut» beim Unfallschutz. Er bekommt insgesamt die Note 3,0, ebenso wie der teuerste Helm.

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Die Helme kosten zwischen 15 und 100 Euro. Im Fokus: Unfallschutz (55 Prozent), Handhabung (40 Prozent) und Schadstoffe (5 Prozent). Das wurde im Labor und auch unter Realbedingungen überprüft. Zwölf Kinder zwischen drei bis zwölf Jahren sowie deren Eltern haben die Tester im Alltagstest unterstützt. (Lesen Sie hier mehr zur Diskussion über eine Helmpflicht in den Niederlanden .)

Mandt riet Eltern, sich beim Kauf die Zeit zu nehmen, den Helm gemeinsam mit dem Kind anzuprobieren und einzustellen. Er müsse waagerecht auf dem Kopf sitzen, zwei Fingerbreit über den Augenbrauen, der Kinnriemen solle mit zwei Fingern Abstand zum Hals sitzen. (Mehr zur Diskussion über Schmerzensgeld und Helmtragen in Österreich hier.)

sug/afp/dpa