Der Prozess dauerte Jahre, ständig wechselten Mitarbeitende und Ansprechpartner, jeder von ihnen hatte wieder neue Fragen, brauchte neue Nachweise, angeblich waren Dinge falsch ausgefüllt. Es hat sehr viele Nerven gekostet und Lebenszeit, die ich gern mit schöneren Aufgaben verbracht hätte.
Nun bin ich kein großer Fan vom Nörgeln und den Beschwerden über die deutsche Bürokratie, doch Missstände sollten klar benannt werden. Als ich das Interview meiner Kollegin Franca Quecke mit Anwalt Christian Solmecke gelesen habe, fühlte ich mich an meine eigene Erfahrung erinnert. Solmecke verklagt Bafög-Ämter und hilft Studierenden dabei, an ihr Geld zu kommen. Er berichtet davon, wie Studierende immer wieder geghostet werden, wo sie besonders lang auf ihr Geld warten und warum selbst die Digitalisierung des Prozesses keine Verbesserung bringt.
Eine aufschlussreiche Lektüre wünscht
Katharina Hölter, Redakteurin SPIEGEL Start
Anwalt Solmecke: »Es kann doch nicht sein, dass Studierende die Leidtragenden von diesem Wahnsinn sind«
Foto:Tim Hufnagl
»Wären Unternehmen so organisiert wie Bafög-Ämter, müssten sie schnell Insolvenz anmelden«: Im Auftrag von Studierenden verklagt Anwalt Christian Solmecke Bafög-Ämter. Hier sagt er , warum er schon den Gerichtsvollzieher zu einem Studierendenwerk geschickt hat und wie Studierende an ihr Geld kommen.
Minus von sieben Prozent: Zahl der Bafög-Empfänger erneut gesunken
Foto: skynesher / E+ / Getty ImagesNoch weniger Studentinnen und Schüler erhalten Bafög: Während die Bundesregierung weiter um eine grundlegende Bafög-Reform ringt, sinkt die Zahl der Bezieher weiter. 2025 waren es sieben Prozent weniger als im Jahr zuvor. Und das Studierendenwerk übt grundsätzliche Kritik.
Protest an der Universität Hamburg: Rund 7000 Studierende und Beschäftigte gehen Mitte Juni gegen Kürzungen auf die Straße
Foto:Markus Scholz / dpa / picture alliance
»Es herrscht eine generelle Angst vor der Zukunft«: Überfüllte Seminare, gestrichene Kurse und eine Bibliothek, die um Spenden bittet. An der Universität Hamburg herrscht ein harter Sparkurs. Lässt sich unter diesen Bedingungen noch vernünftig studieren?
Rangerin Evers: »Wer an endlose Wanderungen denkt, liegt daneben«
Foto: Johannes Müller / Stiftung Naturschutzfonds Brandenburg»Ich besitze keine Waffen. Wenn es darauf ankommt, greife ich zur Motorsäge«: Sie trägt Fernglas statt Dienstwaffe: Rangerin Charlotte Evers betreut zwei Naturparks in Brandenburg. Hier erzählt sie , wie sie Konflikte zwischen Bibern und Landwirten löst – und wie sie seltene Wildtiere anlockt.

