SpOn 25.09.2026
19:00 Uhr

Spanien: 87-jährige Maricarmen Abascal muss ihre Wohnung nach 70 Jahren zwangsräumen


Maricarmen Abascal hat sieben Jahrzehnte in ihrer Wohnung in Madrid gelebt. Weil sie die Mieterhöhung nicht zahlen konnte, kam es zur Zwangsräumung. Nun gibt es in vielen Städten Spaniens Proteste.

Spanien: 87-jährige Maricarmen Abascal muss ihre Wohnung nach 70 Jahren zwangsräumen

Wohnungsknappheit ist auch in Spanien ein großes Problem. Nun hat der Rauswurf einer 87-jährigen Frau aus ihrer Mietwohnung die Debatte über bezahlbare Mieten befeuert.

Der größte Mieterschutzbund des Landes fordert die Regierung auf, schon in der kommenden Woche ein nach der betroffenen Seniorin Maricarmen Abascal benanntes »Maricarmen-Dekret« zu erlassen, um Mieterinnen und Mieter besser zu schützen. Eine Sprecherin des Mieterschutzbundes bezeichnete den Fall als »letzten Tropfen«, der das Fass zum Überlaufen gebracht habe.

Auch in Barcelona demonstrieren Menschen gegen die Zwangsräumung der Wohnung von Maricarmen Abascal

Auch in Barcelona demonstrieren Menschen gegen die Zwangsräumung der Wohnung von Maricarmen Abascal

Foto: Marta Perez / EPA

Abascal hatte 70 Jahre lang in der Wohnung in Madrid gelebt. Am Mittwoch wurde die Wohnung dann nach Angaben des Mieterschutzbundes zwangsgeräumt, nachdem ein Investor die Immobilie erworben und die Miete um ein Vielfaches erhöht hatte. Seither ist die Frau im Krankenhaus.

Zu den Forderungen des Mieterschutzbundes gehört unter anderem, dass Mietverträge automatisch verlängert werden sollen. Diese Regelung solle im Rahmen eines Gesamtpakets zum Mieterschutz in der Kabinettssitzung am Dienstag verabschiedet werden, verlangte der Verband.

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Die linksgerichtete Regierung von Ministerpräsident Pedro Sánchez steht wegen des Problems der Wohnraumknappheit unter Druck. Seit dem Rauswurf von Abascal aus ihrer Wohnung kommt es zu Protesten in Madrid und anderen Städten. Kritiker machen Immobilienfonds sowie Kurzzeitvermietungen über Plattformen wie Airbnb für steigende Preise und die Knappheit von verfügbarem Wohnraum verantwortlich.

Die Regierung hat in den vergangenen Jahren bereits versucht, mit Maßnahmen für mehr bezahlbaren Wohnraum und zur Begrenzung des Mietenanstiegs gegenzusteuern. Mit dem Fall von Maricarmen Abascal ist die Frage der Bezahlbarkeit des Wohnens aber wieder in das Zentrum der politischen Aufmerksamkeit gerückt. In Spanien wird im kommenden Jahr ein neues Parlament gewählt.

Foto: Daniel Gonzalez / EPA

In Deutschland hatte zuletzt die Linkspartei die Wahl zum Berliner Abgeordnetenhaus nach einem von dem Thema der Mietsteigerungen und Wohnungsknappheit  geprägten Wahlkampf klar gewonnen. Die Linke in Berlin tritt für die Vergesellschaftung großer Wohnungsunternehmen ein.

Die Linke besteht nach dem Wahlsieg in Berlin auf der Enteignung großer Immobilienkonzerne. Aber geht das überhaupt? Und was würde es kosten? Antworten auf die wichtigsten Fragen lesen Sie hier .

svs/AFP