Das Raumfahrtunternehmen SpaceX hat am Freitag die neueste Version seiner Rakete »Starship« im Bundesstaat Texas zu einem unbemannten Testflug gestartet. Es ist der erste Flug der umfassend überarbeiteten Variante V3, an der das Unternehmen nach einer Reihe von Fehlschlägen im vergangenen Jahr monatelang gearbeitet hatte. Mit der wiederverwendbaren Schwerlastrakete will SpaceX-Chef Elon Musk die Startkosten senken, das Starlink-Satellitengeschäft ausbauen, den fernen Weltraum erkunden und Rechenzentren im Orbit errichten.
Die 124 Meter hohe Rakete ist größer und leistungsstärker als frühere Versionen. Sie spielt eine wichtige Rolle bei den Weltraumplänen von SpaceX wie auch der US-Raumfahrtagentur Nasa, die eine Rückkehr von Astronauten zum Mond anstrebt – mehr dazu hier . »Starship«-Tests sind immer wieder in spektakulären Explosionen geendet. Die letzten Versuche waren aber erfolgreich.
Schwerlastrakete »Starship« vor dem Start
Foto: Steve Nesius / REUTERSEin erster »Starship«-Startversuch war in der Nacht zum Freitag Sekunden vor dem Abheben abgebrochen worden. Musk führte dies auf der Plattform X auf einen verklemmten Bolzen am Startturm und Treibstoffprobleme zurück.
Ganz ohne technische Probleme verlief der Testflug allerdings nicht: Zwar gelang nach dem Start die Abtrennung des Super-Heavy-Antriebs von der oberen Stufe von »Starship«. Eine kontrollierte Rückkehr des Antriebs auf die Erde aber misslang, der sogenannte Booster stürzte vielmehr unkontrolliert in den Golf von Mexiko.
Der Testflug gilt wenige Wochen vor dem geplanten Börsengang von SpaceX als symbolträchtig und dürfte das Vertrauen der Anleger beeinflussen. Das Unternehmen hatte am Mittwoch seinen Börsenprospekt veröffentlicht. Mit einem erwarteten Volumen von 75 Milliarden Dollar wäre das Debüt fast dreimal so groß wie der bisherige Weltrekord des Ölkonzerns Saudi Aramco aus dem Jahr 2019. Experten halten für SpaceX einen Börsenwert von 1,75 Billionen Dollar für möglich.
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Laut Börsenprospekt machte SpaceX zuletzt einen Milliardenverlust, rechnet aber mit potenziell hohen Umsätzen. Das Unternehmen will Raumfahrt mit KI-Rechenzentren kombinieren – mehr dazu hier . Mit Abstand größter Umsatzbringer ist bislang das Satellitennetzwerk Starlink, das 2025 11,4 Milliarden Dollar Umsatz machte – fast 50 Prozent mehr als im Vorjahr.
Der KI-Bereich, zu dem xAI und die Plattform X (ehemals Twitter) gehören, erzielte im vergangenen Jahr 3,2 Milliarden Dollar Umsatz. Er schrieb jedoch einen operativen Verlust von 6,4 Milliarden Dollar, weil das Unternehmen im KI-Wettlauf mit Konkurrenten wie Google, Meta oder Amazon massiv in Rechenzentren investierte.
Hinweis der Redaktion: Die technischen Probleme bei der kontrollierten Rückkehr des Antriebs haben wir nach Erscheinen des Artikels ergänzt.
