Ob die Europameisterschaft in Deutschland 2024 oder die WM im vergangenen Sommer in den USA: Überall galt »No Scotland No Party«. Die Fußballfans aus Schottland sammelten während ihrer Reisen große Sympathien. Vielleicht lag eine Ursache der Partystimmung auch darin, dass die schottischen Fans bei den Turnieren – anders als in ihrer Heimat – im Stadion Bier trinken durften. Nun will Schottland den Alkoholkonsum auch in den heimischen Stadien wieder erlauben – erstmals seit 45 Jahren.
Die schottischen Fußballfans dürfen im Rückspiel der Playoffs zur Weltmeisterschaft der Frauen an ihrem Platz Alkohol konsumieren. Der schottische Verband bezeichnete die Initiative beim Heimspiel gegen Tschechien in Paisley als »einen weiteren bedeutenden Schritt nach vorn«. Ziel sei es, »zu untersuchen, wie ein kontrollierter Umgang mit dem Alkoholverkauf zu einem positiven und sicheren Spieltagserlebnis beitragen kann«. Schottland hatte Tschechien im Hinspiel 2:0 besiegt.
Es ist nun das erste Mal seit 1981, dass Fußballfans in Schottland bei einem Profispiel mit Blick auf das Spielfeld Alkohol trinken dürfen.
Bis zu den jüngsten Versuchen galt in den Arenen ein langjähriges Alkoholverbot, nur in den Hospitality-Bereichen durfte getrunken werden. Einige Vereine testeten zuletzt Fanzonen mit Alkoholverkauf außerhalb der Stadien, in Aberdeen wird beispielsweise vor Spielbeginn und ausschließlich bei Partien mit »geringem Risiko« in der Stadionvorhalle Alkohol ausgeschenkt.
Das Alkoholverbot war nach dem schottischen Pokalfinale 1980 eingeführt worden. Damals war es beim Duell zwischen den beiden Glasgower Clubs Celtic und Rangers zwischen Fans beider Lager zu einer Massenschlägerei gekommen. Die Polizei nahm mehr als 200 Menschen fest. Die Ausschreitungen wurden damals auch auf den übermäßigen Alkoholkonsum zurückgeführt.
