An einem Gymnasium in Oberbayern sind laut einer Polizeisprecherin mehrere Menschen verletzt worden, mindestens zwei Mädchen schwer. Die beiden seien ins Krankenhaus gebracht worden, sagte die Sprecherin. Nach Angaben der Polizei schwebten sie nicht in Lebensgefahr. Ob die beiden Mädchen Schülerinnen des Gymnasiums sind, müsse noch geklärt werden, sagte die Polizeisprecherin.
Wie viele Menschen wie schwer verletzt wurden, werde derzeit noch abgeklärt. Ein Polizeisprecher sprach von einer einstelligen Zahl. Auch, was genau passierte, ist noch unklar. Die Polizei schätzte den Vorfall früh als mögliche Amoklage ein, es gebe entsprechende Hinweise. Nach SPIEGEL-Informationen ermittelt sie inzwischen aber in alle Richtungen und schließt auch eine Beziehungstat nicht aus.
Derzeit gehen wir von einem alleinhandelnden Täter aus. Hinweise auf weitere Tatbeteiligte liegen nicht vor.
— PolizeiOberbayernSüd (@polizeiOBS) July 8, 2026
Bei beiden schwer verletzten Mädchen besteht nach aktuellem Stand keine Lebensgefahr.#sog0807 pic.twitter.com/x6PHheTFKa
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Der mutmaßliche Täter sei nach dem Vorfall in Schongau festgenommen worden, teilte die Polizei mit. Laut der Polizeisprecherin handelt es sich um einen 16-Jährigen. Er soll laut Polizeiangaben allein gehandelt haben. Auch bei ihm blieb zunächst unklar, ob er am Welfen-Gymnasium, auf dessen Gelände sich der Vorfall ereignete, zur Schule ging. Zu einer möglichen Tatwaffe äußerte sich die Sprecherin zunächst nicht.
Nach Angaben von Innenminister Joachim Herrmann (CSU) soll der Täter ersten Erkenntnissen zufolge auch mit einer Schusswaffe bewaffnet gewesen sein. »Wir gehen von einem Täter aus, der hier mit Messer und auch einer Schusswaffe unterwegs war«, sagte Herrmann am Rande einer Veranstaltung der CSU-Fraktion am Chiemsee. Die Polizeisprecherin konnte das nach SPIEGEL-Informationen nicht bestätigen.
Rettungshubschrauber im Einsatz
Nach Angaben der ADAC-Luftrettung sind mehrere Rettungshubschrauber im Einsatz. Insgesamt sechs Hubschrauber seien beteiligt, vier davon von der ADAC-Luftrettung, sagte ein Sprecher. Einer der vier Helikopter sei zur Versorgung von Verletzten genutzt worden.
Die Polizei hatte zuvor mitgeteilt, dass sie mit zahlreichen Beamten am Welfen-Gymnasium in Schongau im Einsatz sei. Sie rief die Menschen vor Ort auf, das Areal zu meiden. Für Angehörige und Eltern von Schülerinnen und Schülern wurde eine Anlaufstelle am Feuerwehrhaus eingerichtet.
Söder spricht von Amoktat
Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hat nach dem Vorfall von einer Amoktat gesprochen. »Unsere Gedanken und Gebete sind bei den Verletzten der Amoktat von Schongau«, sagte Söder und betonte: »Solch eine schreckliche Tat reißt nicht nur sichtbare, sondern auch viele unsichtbare Wunden. Die Heilung der Seelen wird lange dauern.«
Der Ministerpräsident fügte hinzu: »Wir stehen in diesen schweren Stunden alle zusammen. Die Schulfamilie und die Angehörigen brauchen jetzt Zeit, Kraft und Zuspruch, die Ereignisse zu verarbeiten.« Söder dankte »allen, die jetzt Hilfe leisten und füreinander da sind«. Er dankte der Polizei und allen Rettungsorganisationen für ein schnelles und entschlossenes Eingreifen. »Dieses Miteinander gerade in Notsituationen zeichnet unser Land aus.«
Schongau ist eine Kleinstadt am Ufer des Lechs im westlichen Oberbayern mit mehr als 12.500 Einwohnern. Das Welfen-Gymnasium liegt nur wenige Hundert Meter von Altstadt und Lech entfernt. Laut Internetseite werden dort etwa 800 Schüler von mehr als 80 Lehrkräften unterrichtet. In direkter Nachbarschaft gibt es auch eine Grund-, Mittel- und Realschule.
Was über die Tat bekannt ist und alle weiteren Entwicklungen zur Lage in Schongau lesen Sie hier.
