SPD-Verteidigungsminister Boris Pistorius hat sich nach der Wahlniederlage in Rheinland-Pfalz klar hinter die beiden Parteivorsitzenden Lars Klingbeil und Bärbel Bas gestellt. »Es ist nicht ihre Niederlage, wenn überhaupt ist es eine Niederlage der SPD, und die müssen wir gemeinsam aufarbeiten und klären, wie es weitergeht«, sagte Pistorius am Rande eines Besuchs in Singapur.
Hintergrund sind vereinzelte Rücktrittforderungen an Klingbeil und Bas nach der Wahlniederlage in Rheinland-Pfalz. So hatte etwa die niedersächsische SPD-Politikerin und frühere Kanzlergattin Doris Schröder-Kopf personelle Konsequenzen gefordert und für eine neue Parteispitze neben der saarländischen Ministerpräsidentin Anke Rehlinger auch Pistorius, mit dem sie früher liiert war, ins Gespräch gebracht.
Pistorius wies den Vorschlag zurück. Klingbeil ging daraufhin in die Offensive: Wer glaube, dass es an der Aufstellung liege, solle es sagen, sagte Klingbeil am Wahlabend. Am Montag folgte eine Aussprache im Präsidium, in der sich Bas und Klingbeil behaupteten. (Mehr dazu lesen Sie hier .)
Pistorius betonte, dass er die Debatte über einen möglichen Rückzug der beiden Parteichefs für falsch halte. »Ich sehe keine angeschlagenen Parteivorsitzenden«, sagte der SPD-Minister. Er selbst habe per Videoschalte an einer Präsidiumssitzung der SPD teilgenommen, sei aber allein schon wegen der Zeitverschiebung nicht über alle Entwicklungen informiert.
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