SpOn 03.06.2026
09:40 Uhr

Russland: Ukrainische Drohnen treffen Ziele in Sankt Petersburg


In Putins Heimatstadt Sankt Petersburg empfängt der Kremlchef auch deutsche Vertreter zu einem internationalen Wirtschaftsforum. Ukrainische Drohnenangriffe überschatten die glanzvoll inszenierte Konferenz.

Russland: Ukrainische Drohnen treffen Ziele in Sankt Petersburg

Drohnenalarm in Sankt Petersburg: Die Ukraine hat Russland am Morgen des internationalen Wirtschaftsforums (SPIEF) angegriffen. Dabei wurden offenbar ein Ölterminal sowie mehrere Infrastruktureinrichtungen beschädigt, wie der russische Gouverneur der Stadt, Alexander Beglow, auf Telegram einräumte. »Es sind einige Objekte beschädigt worden. Momentan läuft die Beseitigung der Folgen.« Beglow sprach zudem von einigen Verletzten, wobei er keine konkreteren Angaben machte.

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj bestätigte die ukrainischen Drohnenangriffe auf den Hafen von Sankt Petersburg und teilte ein Video des brennenden Ölterminals auf X . Neben dem Ölterminal seien auch »rein militärische Ziele im Stützpunkt Kronstadt getroffen worden«, schrieb Selenskyj. Kronstadt, eine Sankt Petersburg vorgelagerte Insel, ist ein wichtiger Militärstandort und dient der russischen Ostseeflotte als Basis.

Selenskyj bezeichnete die Einschläge als »gutes Resultat« der gemeinsamen Arbeit von Drohneneinheiten verschiedener Truppengattungen und Geheimdienste. Die Ziele lägen fast 1100 Kilometer von der ukrainischen Grenze entfernt, betonte er. Laut dem Chef der ukrainischen Drohnentruppen, Robert Browdi, haben die Drohnen dabei auch die Korvette »Bojki« der russischen Kriegsflotte in Brand gesetzt.

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In Reaktion auf die Angriffe kündigte Russland später Vergeltung an. »Ich möchte Sie an die Erklärung des Außenministeriums erinnern, in der es heißt, dass ​unsere Reaktionen systematisch sein werden, und das sind sie auch schon«, sagt der Sprecher des Präsidialamtes in Moskau, Dmitrij Peskow.

Angriff trübt Beginn des russischen Wirtschaftsforums

Die ukrainische Attacke überschattet das in der Regel glanzvoll für Gäste aus aller Welt inszenierte Wirtschaftsforum, das bis Samstag dauern wird. Kremlchef Wladimir Putin ist in seiner Heimatstadt selbst Gastgeber und wird morgen eine Rede halten. Erwartet werden insgesamt rund 20.000 Besucher aus 130 Ländern – darunter auch Unternehmer und Wirtschaftsvertreter aus westlichen Staaten wie Deutschland.

So wird unter anderem der Globus-Gesellschafter Thomas Bruch an dem Treffen teilnehmen, wie das »Handelsblatt« berichtete. Die Teilnahme diene »der Pflege wirtschaftlicher Kontakte sowie dem Austausch mit Vertretern aus Wirtschaft und Institutionen«, teilte die Holding der Zeitung mit. Auch der Unternehmer Stefan Dürr, der seit vielen Jahren in Russland als Milchproduzent aktiv sei und auch die russische Staatsbürgerschaft besitze, soll demnach in Sankt Petersburg sein.

Flaggen wehen mit dem Logo des internationalen Wirtschaftsforums in Sankt Petersburg

Flaggen wehen mit dem Logo des internationalen Wirtschaftsforums in Sankt Petersburg

Foto: Anastasia Barashkova / REUTERS

Kritik an Teilnahme deutscher Unternehmer und Abgeordneter

Doch nicht nur deutsche Unternehmer, auch Politiker reisen nach Russland: Erwartet werden Erwartet werden die AfD-Bundestagsabgeordneten Markus Frohnmaier und Steffen Kotré. Ein Sprecher der AfD-Bundestagsfraktion sagte, es sei sinnvoll, Kontakte mit allen Seiten zu pflegen sowie Gesprächskanäle offenzuhalten. Bei dem Forum zeigt Russland unter anderem, wie es seine Wirtschaft in Kriegszeiten und ungeachtet der westlichen Sanktionen am Laufen hält.

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Kritik an der Teilnahme gibt es aus CDU und SPD. »Deutsche Unternehmen, die in Sankt Petersburg einen Kriegsverbrecher hofieren, konterkarieren unsere nationalen Sicherheitsinteressen und beschädigen Deutschlands internationale Glaubwürdigkeit«, sagte der CDU-Außenpolitiker Roderich Kiesewetter dem »Handelsblatt«. Ein »katastrophales Zeichen« nannte der SPD-Politiker Sebastian Roloff die Teilnahme.

jmm/atr/dpa/AFP