SpOn 28.09.2026
09:13 Uhr

Reichtum: Warum Vermögen glücklicher macht als ein hohes Einkommen


Lebensglück und Geld – da besteht ein Zusammenhang, da sind sich Soziologen und Ökonomen einig. Jetzt fügt der Wirtschaftswissenschaftler Bernd Raffelhüschen der Forschung einen neuen Aspekt hinzu.

Reichtum: Warum Vermögen glücklicher macht als ein hohes Einkommen

Wissenschaftler um den Freiburger Ökonomen Bernd Raffelhüschen haben sich erneut mit der Frage beschäftigt, unter welchen Voraussetzungen materieller Wohlstand Einfluss auf die Lebenszufriedenheit hat. Denn noch ist man sich in der Wissenschaft nicht einig, inwieweit er sich auswirkt.

Eine neue Studie, über die die »Wirtschaftswoche« berichtet, beleuchtet das Thema nun mit Blick auf das Zusammenspiel von Einkommen und Vermögen. Das noch unveröffentlichte Papier ist Teil des sogenannten Glücksatlas, mit dem die Süddeutsche Klassenlotterie die Befindlichkeit der Deutschen erfasst. Die Studie soll im November präsentiert werden.

Wer Geld hat, ist zufriedener

Die psychologische Wirkung von Vermögen sei in der empirischen Glücksforschung bisher nur wenig untersucht, schreibt das Magazin. Für die Studie habe das Team um Raffelhüschen 3700 Menschen zwischen 18 und 71 Jahren befragen lassen. Das Ergebnis decke sich mit dem, was in der Gesellschaft bereits breite Vermutung ist: Personen mit Vermögen sind deutlich zufriedener mit ihrem Leben als Personen ohne materiellen Puffer. Auf einer Punkteskala von 0 (sehr unzufrieden) bis 10 (sehr zufrieden) liegen die Vermögenden bei 7,23 Zählern, die anderen bei 6,34 Glückspunkten.

Mehr noch: Die Lebenszufriedenheit hängt laut Umfrage etwa doppelt so stark vom Vermögen ab wie vom persönlichen Einkommen. Menschen, die mindestens 50.000 Euro Vermögen besitzen, sind bei gleichem Einkommen im Schnitt 0,50 Punkte zufriedener mit ihrem Leben als jene ohne entsprechendes Vermögen. »Vermögen hält die Lebenszufriedenheit hoch, auch wenn das Einkommen gering ist – aber ein hohes Einkommen kann fehlendes Vermögen in der Wohlbefindensbilanz nicht ausgleichen«, zitierte die »Wirtschaftswoche« Raffelhüschen.

Mehr zum Thema

Die Autoren vermuten, dass das finanzielle Polster Sicherheit gegen Jobverlust und Einkommensausfälle bietet und generell die individuelle Lebensautonomie erhöht. »Vermögen kann die wirtschaftliche Unabhängigkeit erhöhen, da der eigene Lebensstandard weniger stark vom laufenden Erwerbseinkommen oder von finanzieller Unterstützung durch andere Personen abhängt«, heißt es in der Studie.

Privilegiert sind allerdings vorzugsweise Männer: Laut Umfrage haben 48 Prozent der Männer ein Haushaltsvermögen von mehr als 50.000 Euro, aber nur 34 Prozent der Frauen.

mik