SpOn 12.09.2026
16:03 Uhr

Polizei-Irrtum in Heidenheim: SEK stürmt falsche Wohnung


Schock für eine 21-jährige Frau: Als sie aus dem Urlaub kommt, findet sie ihre Wohnung verwüstet – von der Polizei. Auf eine Entschuldigung wartet sie noch immer.

Polizei-Irrtum in Heidenheim: SEK stürmt falsche Wohnung

Es ist wohl der Albtraum vieler Menschen: Man kommt aus dem Urlaub nach Hause und entdeckt an der Haustür zerbrochenes Holz – die Spuren eines Einbruchs. Auch das Schloss ist ausgetauscht, die eigene Wohnung nicht mehr zugänglich. In diesem Moment würden die meisten wohl in Panik geraten, wahrscheinlich die Polizei um Hilfe rufen. Doch genau die war bei einem Vorfall in Heidenheim für den Schaden verantwortlich.

Ende August kehrte eine 21-jährige Frau nach einem mehrwöchigen Urlaub zu ihrer Wohnung zurück. Die Eingangstür war beschädigt, ihr Schloss ausgetauscht. Zunächst vermutete die Frau einen Einbruch. Erst ein Zettel an der Tür klärte sie darüber auf, dass der Schlüssel für das neue Schloss beim Polizeirevier Heidenheim liege, wie sie zuerst der »Heidenheimer Zeitung« erzählte. 

Falsche Maschinenpistole löst Einsatz aus

Auf dem Revier erfuhr sie den Grund für das Chaos: Das Spezialeinsatzkommando (SEK) der Polizei Baden-Württemberg hatte versehentlich ihre Wohnung gestürmt. Die Einsatzkräfte waren eigentlich auf der Suche nach einem Mann, der mit einer vermeintlichen Maschinenpistole in das Mehrfamilienhaus gegangen sein sollte.

Doch die Beamten irrten sich in der Tür. Eine Überwachungskamera im Wohnzimmer hielt den filmreifen Einsatz fest. Auf der Aufnahme ist zunächst ein lautes Krachen zu hören. Dann stürmen bewaffnete SEK-Beamte in den Raum und rufen: »Polizei!«

Statt eines Verdächtigen finden sie dort nur einen voll behängten Wäscheständer. Später kommen Beamte der Spurensicherung, der Kriminalpolizei und zwei Feuerwehrleute hinzu.

Nach dem Irrtum setzte die Polizei die Suche im selben Haus fort. In einer anderen Wohnung fanden die Einsatzkräfte schließlich Nachbildungen einer Kriegswaffe. Gegen den Bewohner wird wegen des Führens einer Anscheinswaffe ermittelt.

Das Polizeipräsidium Ulm bestätigte die Verwechslung. »Es sollte normalerweise nicht passieren, es kann aber leider passieren«, sagte ein Sprecher.

Die Bewohnerin erhielt ihren Schlüssel für die Tür. Auf eine Entschuldigung warte sie noch immer, wie sie dem SWR sagte. 

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