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Deutsches Meeresmuseum sieht »enorme Verletzungsrisiken für den Wal«
Experten vom Deutschen Meeresmuseum raten dringend von einem Transport des Wals im Lastkahn ab. Das Tier sollte größtmögliche Ruhe erhalten und ausschließlich palliativ versorgt werden, teilte die wissenschaftliche Einrichtung mit. »Von weiteren Manipulationen am Wal« sei abzusehen.
Das Deutsche Meeresmuseum hatte sich bereits Anfang April in einem Gutachten (hier) gegen weitere Rettungsmaßnahmen ausgesprochen. Als Mecklenburg-Vorpommerns Umweltminister Till Backhaus (SPD) den Rettungsversuch der privaten Initiative ohne weitere Absprache duldete, zogen sich die Experten zurück.
»Der Allgemeinzustand des Wals hat sich weiter verschlechtert«, betonten die Wissenschaftler nun. Die Erfolgsaussichten einer Lebendbergung seien sehr gering. Sie »ist zudem mit enormen Verletzungsrisiken für den Wal verbunden«, erklärten die Forscher und verwiesen auf ähnliche Einschätzungen etwa der International Whaling Commission (hier) und British Divers Marine Life Rescue (hier).
Ein mehrtägiger Transport gehe auch mit einer enormen Stressbelastung einher. »Insbesondere der Transport in einer Metallbarge wäre aufgrund der hohen Schallreflexion mit einer sehr großen Lärmbelastung innerhalb der Barge verbunden.« Auf erhöhte Stressbelastung durch Lärm hatte am Montagmorgen auch der Meeresbiologe Fabian Ritter hingewiesen.
Meeresmuseum will Obduktion nicht mehr übernehmen
Sollte der Buckelwal sterben, sollte das Tier nach Ansicht des Deutschen Meeresmuseums wissenschaftlich untersucht werden, um Erkrankungen und die Todesursache feststellen zu können. »Diese Untersuchung muss innerhalb weniger Tage nach dem Tod erfolgen, damit die Zersetzung der Organe durch Autolyse bis dahin nicht zu weit fortgeschritten ist.«
Das Meeresmuseum könne dies jedoch nicht leisten. Die Genehmigung einer Obduktion sei zu einem Zeitpunkt erteilt worden, als das Meeresmuseum noch in die Maßnahmen für den Buckelwal involviert gewesen sei. »Durch Duldung der Privatinitiative zur Lebendbergung des Buckelwals (...) und der nachfolgenden Manipulationen am Buckelwal ist eine unabhängige, forensische Obduktion des Tieres erforderlich.«
Das Schicksal des Buckelwals und die emotionale Anteilnahme in der Bevölkerung solle Anlass sein, um weitreichende Schutzmaßnahmen für Schweinswale und andere Meeressäugetiere in der Nord- und Ostsee vorzunehmen, so das Meeresmuseum. Sowohl die Schweinswale in der Ostsee als auch jene in der Beltsee seien von durch Menschen verursachte Bedrohungen betroffen – insbesondere Beifang und Lärm im Meer. Die ganze Stellungnahme lesen Sie hier.
Das Meeresmuseum könne dies jedoch nicht leisten. Die Genehmigung einer Obduktion sei zu einem Zeitpunkt erteilt worden, als das Meeresmuseum noch in die Maßnahmen für den Buckelwal involviert gewesen sei. »Durch Duldung der Privatinitiative zur Lebendbergung des Buckelwals (...) und der nachfolgenden Manipulationen am Buckelwal ist eine unabhängige, forensische Obduktion des Tieres erforderlich.«
Das Schicksal des Buckelwals und die emotionale Anteilnahme in der Bevölkerung solle Anlass sein, um weitreichende Schutzmaßnahmen für Schweinswale und andere Meeressäugetiere in der Nord- und Ostsee vorzunehmen, so das Meeresmuseum. Sowohl die Schweinswale in der Ostsee als auch jene in der Beltsee seien von durch Menschen verursachte Bedrohungen betroffen – insbesondere Beifang und Lärm im Meer. Die ganze Stellungnahme lesen Sie hier.
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Privatinitiative will Wal mit Gurt in Lastkahn ziehen
Bei dem geplanten Rettungsversuch des Buckelwals vor Poel soll am Dienstag ein Gurt zum Einsatz kommen. »Das wird so sein, dass der praktisch unter seiner Brust lang läuft, sich einmal hinten um die Flipper überschlägt, und darüber ziehen wir ihn«, sagte die an der Privatinitiative zum Transport des Wals beteiligte Kleintierärztin Kirsten Tönnies auf Poel. Der Gurt sei breit und flexibel.
Mit dem Gurt soll das Tier dabei unterstützt werden, vorwärts in Richtung des Lastkahns, einer sogenannten Barge, zu schwimmen. Es soll dazu nach Aussage von Tönnies auf beiden Seiten von mehreren Menschen gezogen werden. Wenn der Wal während der Aktion in Panik gerate, könne eine Seite losgelassen werden.
Ob der Gurt tatsächlich wie geplant eingesetzt werden kann, ist allerdings noch offen. »Trotz mehrfacher Nachfragen sind zu dem Gurteinsatz bislang keine Unterlagen von der Initiative eingereicht worden bei unseren Veterinären«, sagte ein Sprecher des Schweriner Umweltministeriums auf Nachfrage der Deutschen Presse-Agentur. Das Ministerium hatte in der Vergangenheit betont, dass es bei der Abstimmung entsprechender Maßnahmen nicht um Genehmigungen, sondern die Frage der Duldung gehe.
Zuvor war geplant gewesen, den Wal rückwärts mithilfe einer Plane in die Barge zu bugsieren. Die Barge war nach Angaben von dpa-Reportern am Montagnachmittag im Hafen von Wismar angekommen. Hier soll sie auf den Waltransport vorbereitet werden.
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Helfer der DLRG wollen am Mittwoch abziehen
Die Rettungsmaßnahmen für den gestrandeten Wal wurden bislang maßgeblich auch von Einsatzkräften der DLRG mitgetragen. Einsatzleiter Oliver Bartelt stellte nun vor Reportern klar: »Auch für uns neigt sich die Einsatzgrenze, wir befinden uns nicht im Katastrophenschutzeinsatz, wir sind hier freiwillig.« Er habe zusammen mit dem Leitungsteam daher entschieden, die DLRG-Kräfte am Mittwoch abzuziehen.
Viele seiner Kolleginnen und Kollegen hätten Urlaub genommen, um rund um Poel für den Wal im Einsatz sein zu können. »Alle opfern sich auf, wir wollen ihn retten.« Aber: »Die zeitliche Ressource Mensch neigt sich dem Ende zu«, so Bartelt. Es seien täglich mindestens 15 Einsatzkräfte vor Ort gewesen, für die auch Unterkünfte, Material, Verpflegung gestellt wurden.
Den womöglich finalen Rettungsversuch, der am Dienstagvormittag starten soll, werde die DLRG noch mit absichern und unterstützen.
Viele seiner Kolleginnen und Kollegen hätten Urlaub genommen, um rund um Poel für den Wal im Einsatz sein zu können. »Alle opfern sich auf, wir wollen ihn retten.« Aber: »Die zeitliche Ressource Mensch neigt sich dem Ende zu«, so Bartelt. Es seien täglich mindestens 15 Einsatzkräfte vor Ort gewesen, für die auch Unterkünfte, Material, Verpflegung gestellt wurden.
Den womöglich finalen Rettungsversuch, der am Dienstagvormittag starten soll, werde die DLRG noch mit absichern und unterstützen.
Ein Helfer steht nahe des gestrandeten Wals im Wasser. Foto: Philip Dulian/dpa
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Tierärztin stellt Plan zur Rettung des Wals vor: »Wir merken, dass er abbaut«
Kirsten Tönnies, die mittlerweile zuständige Tierärztin des Projekts, hat am Nachmittag ein Update zum Gesundheitszustand des Wals gegeben: »Es fängt an, ihm schlechter zu gehen. Wir haben einen Punkt erreicht, wo wir sagen: Wir sind froh, wenn die nächsten Stunden vorbei sind, dass er noch gut verladen werden kann«, führte sie aus. »Wir merken, dass er abbaut, das ist nicht schön.«
Insgesamt sei die Atmung des Tiers schlechter und flacher geworden, so Tönnies weiter. Experten, die immer wieder bei ihm gewesen seien, hätten versichert: »Er sucht den Kontakt. Er will nicht alleine sein. Er kommuniziert und sagt: ›Ich bin da, ich will‹«. Allerdings sei das zuletzt »nicht mehr so intensiv« gewesen. Es werde »höchste Zeit«, den Wal zu bergen, so Tönnies.
Insgesamt sei die Atmung des Tiers schlechter und flacher geworden, so Tönnies weiter. Experten, die immer wieder bei ihm gewesen seien, hätten versichert: »Er sucht den Kontakt. Er will nicht alleine sein. Er kommuniziert und sagt: ›Ich bin da, ich will‹«. Allerdings sei das zuletzt »nicht mehr so intensiv« gewesen. Es werde »höchste Zeit«, den Wal zu bergen, so Tönnies.
Tierärztin Tönnies auf einer Pressekonferenz am vergangenen Samstag. Foto: Philip Dulian/dpa
Technisch sehe es dagegen gut aus: »Hinter den Kulissen läuft es heiß, alle geben ihr Maximum«, erklärte die Tierärztin weiter. Der Plan sei, einen Gurt um den Wal zu schlingen und ihn damit in Richtung des abgesenkten Stahlbeckens der Barge zu bugsieren. Man werde den Wal dabei aber nicht antreiben oder mit Gewalt ziehen, die Gurte sollen ihm lediglich eine Richtung vorgeben, so Tönnies. Die Barge ist der Lastkahn, mit dem das Tier in Richtung Nordsee gebracht werden soll.
Man hoffe, dass das Tier anschließend »selbstständig durch den Kanal durchschwimmt, von uns unterstützt.« Das sei etwas, das Walretter häufiger gemacht haben. Der Gurt soll dabei den aktuellen Plänen nach auf beiden Seiten von fünf Männern gezogen werden. »Wir nehmen da kräftige Männer, die müssen dann auch aus dem Wasser gucken können«, erklärte Tönnies. Sollte der Wal dabei Panik bekommen, würden die Gurte gelöst.
Pläne, dem Tier während der Bergungsaktion Walgesänge vorzuspielen, wurden wieder verworfen. »Wir denken nicht, dass das was bringt.« Wichtig sei dennoch, Ruhe auf das Tier zu übertragen. »Unsere Kunst wird es sein, ihn minimalinvasiv hineinzugeleiten und mithilfe eines Gurtsystems zu unterstützen.« Wie stehen die Erfolgschancen dabei? »Wir haben das intensiv diskutiert«, erklärte Tönnies. Ein Abbruch stehe nicht zur Debatte, »aber wir müssen sensibel dafür sein, dass die Zeit abläuft.« Vom Ernährungszustand her sei das Tier »reduziert, aber nicht abgemagert. Das reicht zum Überleben.«
Tönnies kritisierte: »Hätten wir zwei Wochen früher angefangen, hätten wir diese Probleme nicht. Die Zeit, die am Anfang versäumt wurde, da hetzen wir jetzt hinterher.«
Pläne, dem Tier während der Bergungsaktion Walgesänge vorzuspielen, wurden wieder verworfen. »Wir denken nicht, dass das was bringt.« Wichtig sei dennoch, Ruhe auf das Tier zu übertragen. »Unsere Kunst wird es sein, ihn minimalinvasiv hineinzugeleiten und mithilfe eines Gurtsystems zu unterstützen.« Wie stehen die Erfolgschancen dabei? »Wir haben das intensiv diskutiert«, erklärte Tönnies. Ein Abbruch stehe nicht zur Debatte, »aber wir müssen sensibel dafür sein, dass die Zeit abläuft.« Vom Ernährungszustand her sei das Tier »reduziert, aber nicht abgemagert. Das reicht zum Überleben.«
Tönnies kritisierte: »Hätten wir zwei Wochen früher angefangen, hätten wir diese Probleme nicht. Die Zeit, die am Anfang versäumt wurde, da hetzen wir jetzt hinterher.«
Ein Lastkahn, geschoben von dem Schubschiff »Hans«, fährt auf dem Nord-Ostsee-Kanal bei Hohenhörn. Foto: Bodo Marks/dpa
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»Ich würde mir wünschen, dass wir über Ursachenbekämpfung sprechen«
Die Debatte über den vor Poel gestrandeten Buckelwal sollte laut dem Wal-Experten Fabian Ritter auch für grundsätzliche Fragen zum Schutz der Meere und Wale genutzt werden. Mit Blick auf Mecklenburg-Vorpommerns Umweltminister Till Backhaus (SPD), der sich seit Wochen stark engagiert in diesem Fall, sagte Ritter zur Nachrichtenagentur dpa: »Wir reden hier über Symptombekämpfung an einem einzelnen Tier und ich würde mir wünschen, dass wir über Ursachenbekämpfung sprechen.«
Es dürfe aus seiner Sicht nicht mehr nur um den einen Wal vor Poel gehen, so Ritter weiter. »Die Diskussion geht ja um das Leid dieses einzelnen Tieres. Gleichzeitig muss uns das Leid von vielen anderen Walen auch nahegehen«. Der Forscher verwies etwa auf Stellnetze in der Ostsee. »Die können heute in Schutzgebieten ohne Weiteres gestellt werden. Da gibt es kaum Einschränkungen. Und der zuständige Minister dafür ist Herr Backhaus.« Die in der Ostsee heimischen Schweinswale kämen in solchen Netzen um.
Es sei psychologisch erklärbar, so Ritter, »dass wir dieses eine Tier lieben und alles daran setzen, ihm zu helfen, und die weltweit mehreren Hunderttausend jährlich durch die Fischerei sterbenden Wale und Delfine, die sehen wir nicht. Aber das können und müssen wir ändern.«
Es dürfe aus seiner Sicht nicht mehr nur um den einen Wal vor Poel gehen, so Ritter weiter. »Die Diskussion geht ja um das Leid dieses einzelnen Tieres. Gleichzeitig muss uns das Leid von vielen anderen Walen auch nahegehen«. Der Forscher verwies etwa auf Stellnetze in der Ostsee. »Die können heute in Schutzgebieten ohne Weiteres gestellt werden. Da gibt es kaum Einschränkungen. Und der zuständige Minister dafür ist Herr Backhaus.« Die in der Ostsee heimischen Schweinswale kämen in solchen Netzen um.
Es sei psychologisch erklärbar, so Ritter, »dass wir dieses eine Tier lieben und alles daran setzen, ihm zu helfen, und die weltweit mehreren Hunderttausend jährlich durch die Fischerei sterbenden Wale und Delfine, die sehen wir nicht. Aber das können und müssen wir ändern.«
Fischer ziehen im Greifswalder Bodden Stellnetze mit Heringen an Bord eines Kutters. Foto: Jens Büttner/dpa
Auch der vor Poel festsitzende Buckelwal war wiederholt in Netze geraten. Bei seinem Auftauchen im Wismarer Hafen Anfang März hingen Netzteile an dem Tier. Früheren Angaben zufolge handelte es sich dabei um ein Stellnetz. Jüngst hatte Backhaus erklärt: »Wir können garantieren, dass das Netz, was er mitgeschleppt hat, nicht aus unseren Gefilden kommt.« Netzteile seinen analysiert worden. Derartige Netze würden in Mecklenburg-Vorpommern nicht eingesetzt. »Dieses Netz kommt nicht aus Mecklenburg-Vorpommern, ausdrücklich.«
Der Wal war auf seinen Irrwegen an der hiesigen Küste allerdings zumindest ein weiteres Mal in ein Netz geraten. Laut Wasserschutzpolizei hatte sich das Tier am 10. März vor der Küste bei Steinbeck in Nordwestmecklenburg in einem Fischernetz verfangen. Ein örtlicher Fischer holte das Netz demnach ein, wobei es durchtrennt wurde. Anschließend schwamm der Wal wieder seewärts. Um welche Art von Netz es sich bei dem Vorfall handelte, ist unklar.
Tückisch sind nach Angaben etwa der Wal- und Delfin-Schutzorganisation WDC auch sogenannte Geisternetze. Diese verlorenen oder absichtlich im Meer zurückgelassenen Fanggeräte töteten oft über Jahre hinweg Meeressäuger.
Der Wal war auf seinen Irrwegen an der hiesigen Küste allerdings zumindest ein weiteres Mal in ein Netz geraten. Laut Wasserschutzpolizei hatte sich das Tier am 10. März vor der Küste bei Steinbeck in Nordwestmecklenburg in einem Fischernetz verfangen. Ein örtlicher Fischer holte das Netz demnach ein, wobei es durchtrennt wurde. Anschließend schwamm der Wal wieder seewärts. Um welche Art von Netz es sich bei dem Vorfall handelte, ist unklar.
Tückisch sind nach Angaben etwa der Wal- und Delfin-Schutzorganisation WDC auch sogenannte Geisternetze. Diese verlorenen oder absichtlich im Meer zurückgelassenen Fanggeräte töteten oft über Jahre hinweg Meeressäuger.
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Lastkahn hat Kiel erreicht
Der Lastkahn, der den Wal samt Wasser aufnehmen soll, erreichte bis zum späten Sonntagnachmittag aus der Elbe kommend zunächst den Nord-Ostsee-Kanal. In der Nacht zu Montag kam er dann in der Kieler Förde an.
Die sogenannte Barge soll in Wismar technisch vorbereitet werden. Der Transport des Wals soll frühestens am Dienstag stattfinden.
Die sogenannte Barge soll in Wismar technisch vorbereitet werden. Der Transport des Wals soll frühestens am Dienstag stattfinden.
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Wegen Lärmbelastung – Meeresbiologe kritisiert Transport mit Lastkahn
Der Walforscher und Meeresbiologe Fabian Ritter ist skeptisch mit Blick auf den neuen Rettungsversuch, bei dem der Walbulle frühstens am Dienstag in einem Lastkahn in die Ostsee gebracht werden soll. »Der Zustand des Wals ist nach wie vor auch prekär. Er hat eine lange Leidensgeschichte hinter sich und da jetzt mit großem, schwerem Gerät mit vielen, vielen Menschen und viel Geld das Allermöglichste zu versuchen – ich glaube, wir laufen da Gefahr, dem Wal auch zu schaden«, sagte der Mitgründer und zweite Vorsitzende des gemeinnützigen Wal- und Delfinschutzvereins »M.E.E.R.« im ZDF-Morgenmagazin.
Meeresbiologe Ritter. Serdar Dogan/dpa
Vor allem der lange Transport in dem Lastenkahn könne das Tier sehr stressen, ist Ritter überzeugt. »Was mir Sorgen macht, ist die Lautstärke. Das wird sehr laut für den Wal. Und Wale und Delfine leben in einer Welt des Schalls. Die sind da extrem empfindlich.« Das wäre so, als würde man einem Menschen drei Tage lang eine helle Lampe ins Gesicht halten, sagt er.
Zudem könne man den Buckelwal nach drei Tagen nicht einfach anschubsen und davon ausgehen, dass er einfach losschwimmt. »Man muss darauf achten, dass er bewegungsfähig ist. Idealerweise hat man auch festgestellt, dass er Nahrung tatsächlich zu sich nehmen kann. Und was mir immer noch fehlt, sind tatsächlich die Ergebnisse einer Blutprobe oder dass die Blasluft analysiert wird.«
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Transportkahn soll Wal in die Nordsee bringen
Die private Rettungsinitiative hat sich entschieden, wie es mit dem Wal weitergehen soll: In dreieinhalb Tagen soll das Tier in einem Transportkahn an Fehmarn vorbei in die Nordsee gebracht werden. Das sagte Felix Bohnsack, der technische Leiter der privaten Initiative, bereits am Samstagabend. Das Konzept werde vom Umweltministerium geduldet, hieß es von Minister Till Backhaus. Die Verantwortung liege weiterhin bei der Initiative.
Position des Wals vor der Insel Poel. Foto: Philip Dulian / dpa
Der Plan sieht vor, den schätzungsweise 12 bis 15 Tonnen schweren Wal mit einer Art Lastkahn, einer sogenannten Barge, zu transportieren. Der Transport könne wohl zwischen Dienstag und Mittwoch starten, sagt die Kleintierärztin Kirsten Tönnies von der privaten Initiative. Die Barge soll am Sonntag aus Hamburg in Poel ankommen und dort für den Transport umgebaut werden. Für die Aktion wird auch eine mehr als 100 Meter lange Rinne gebaggert. Bereits am Samstagmorgen hieß es, sie sei weitgehend fertig. Durch die Rinne soll der Wal auf den absenkbaren Kahn gelotst werden.
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Internationale Medien über »Deutschlands Lieblingswal«
In Deutschland beschäftigt das Wal-Drama viele Menschen – in anderen Ländern gibt es vielfach nur nüchterne Meldungen dazu. Auf Interesse stößt vor allem das große Aufsehen um das Tier hierzulande. Die »New York Times« schrieb von »Deutschlands Lieblingswal«, um den ein Touristen- und Medienspektakel entstanden sei.
Helferin beim Wal. Foto: Philip Dulian / dpa
Ähnlich ist das Bild in spanischen und portugiesischen Medien. Der Fall sei zu einem »Medienphänomen« geworden, bei dem lokale Nachrichtensender live über »selbst kleinste Veränderungen« des Zustands berichteten, schrieb die spanische Zeitung »El País«. Der staatliche portugiesische TV-Sender RTP verwies auf den Einfluss des »hitzigen« Wahlkampfs in Mecklenburg-Vorpommern.
In Spanien und Portugal stranden viel häufiger Meeressäuger als in Deutschland. Eine verlässliche Statistik gibt es zwar nicht, aber nach Medienberichten dürften es zwischen 20 und 50 pro Jahr sein. Vor allem auf den zu Portugal gehörenden Azoren-Inseln im Atlantik, wo die natürlichen Wanderwege der Tiere verlaufen, werden immer wieder geschwächte oder kranke Tiere angespült.
Die meisten Strandungen betreffen Zwergwale, Pottwale und Delfine. Rettungsaktionen bleiben oft erfolglos, etwa im April 2022, als ein junger Pottwal südlich von Lissabon strandete. Tierschützer, Feuerwehrleute und die Polizei versuchten, das Tier mit Kränen, Planen und Wasser zurück ins Meer zu bringen. Der Wal starb jedoch. Eine Obduktion ergab, dass er krank war.
In Dänemark strandeten allein in diesem Jahr schon mehrere Wale, zuletzt im Februar etwa sechs Pottwale vor der Küste der Nordseeinsel Fanø. Nach Einschätzung der Umweltbehörde lebte mindestens eines der Tiere zunächst noch. Einen Rettungsversuch unternahmen die Dänen nicht. Auch einschläfern wolle man den Wal nicht, hatte die Umweltbehörde in Zusammenarbeit mit Tierärzten und Forschern zuvor beschlossen.
»Bei Walen, die größer als vier Meter sind, kann dies nicht auf eine ethisch und sicherheitsmäßig verantwortliche Weise passieren«, hieß es. »Deshalb lassen wir den lebenden Pottwal am Strand von Sønderho in Ruhe, damit er friedlich sterben kann.« Wenn Menschen sich ihm näherten, würde das die Situation für den Wal nur verschlimmern, so die Einschätzung der Umweltbehörde im Februar.
Auch Buckelwale und andere Arten werden immer wieder vereinzelt vor den Küsten Dänemarks gesichtet, Strandungen kommen in der Regel aber nur relativ selten vor. Gemäß den Vorgaben des dänischen Umweltministeriums für den Umgang mit großen Meeressäugern gilt in dem deutschen Nachbarland generell die Praxis, gestrandete Tiere weder zu töten noch Rettungsversuche zu unternehmen – vielmehr solle die Natur ihren Lauf nehmen.
»Bei Walen, die größer als vier Meter sind, kann dies nicht auf eine ethisch und sicherheitsmäßig verantwortliche Weise passieren«, hieß es. »Deshalb lassen wir den lebenden Pottwal am Strand von Sønderho in Ruhe, damit er friedlich sterben kann.« Wenn Menschen sich ihm näherten, würde das die Situation für den Wal nur verschlimmern, so die Einschätzung der Umweltbehörde im Februar.
Auch Buckelwale und andere Arten werden immer wieder vereinzelt vor den Küsten Dänemarks gesichtet, Strandungen kommen in der Regel aber nur relativ selten vor. Gemäß den Vorgaben des dänischen Umweltministeriums für den Umgang mit großen Meeressäugern gilt in dem deutschen Nachbarland generell die Praxis, gestrandete Tiere weder zu töten noch Rettungsversuche zu unternehmen – vielmehr solle die Natur ihren Lauf nehmen.
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Sandsäcke als Barriere zwischen Wal und Flachwasser
Der für Sonntag erwartete höhere Wasserstand stellt das Rettungsteam vor neue Herausforderungen. Der Wal könnte selbstständig losschwimmen – und das auch in die falsche Richtung, wie Mecklenburg-Vorpommerns Umweltminister Till Backhaus (SPD) erklärte.
Um zu verhindern, dass der Wal bei Hochwasser eigenständig tiefer ins Flachwasser schwimmt, wurden am Nachmittag 16 riesige Sandsäcke angeliefert, sogenannte Big Bags. Sie sollen im Wasser versenkt werden und eine Barriere zwischen dem Wal und der Flachwasserzone bilden, sagte der mit den Baggerarbeiten beauftragte Unternehmer Fred Babbel.
Bundesamtes für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH)
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Drei Optionen für den Wal
Es werden mehrere Optionen diskutiert, wie es mit dem Wal weitergehen könnte. Alle zielen darauf ab, dass das schätzungsweise 12 bis 15 Tonnen schwere Tier zunächst den extrem flachen Bereich am Ausgang der Kirchsee vor Poel Richtung Wismarer Bucht verlässt oder zumindest nicht weiter ins Flachwasser schwimmt.
Der Wal liegt derzeit in einer Kuhle, die die private Rettungsinitiative Anfang der Woche geschaffen hatte. Nun gräbt das Team eine 110 Meter lange und zehn Meter breite Rinne, die eine Verbindung der Kuhle zu tieferem Fahrwasser schaffen soll. Das wird wohl noch bis Samstag dauern.
Dann werden drei Optionen diskutiert, die teils aber noch geprüft werden:
Abtransport auf einem Netz
Dann werden drei Optionen diskutiert, die teils aber noch geprüft werden:
Abtransport auf einem Netz
Die private Rettungsinitiative arbeitet nach eigenen Angaben an einem Szenario, bei dem der Wal auf ein Netz gelegt und durch den künstlichen Kanal gezogen wird. Am Donnerstag erklärte ein Mitglied der Rettungsinitiative, eine Barge, eine Art Lastkahn, der von Schleppern gezogen wird, sei auf dem Weg von Hamburg Richtung Wismarer Bucht. Die Behörden müssten das Vorhaben noch genehmigen.
Transport mit Spezialschiff
Der Wal könnte laut dieser Idee im Inneren eines Spezialschiffs transportiert werden. Ein entsprechendes Fahrzeug befindet sich laut Mecklenburg-Vorpommerns Umweltminister Backhaus »im Anmarsch«. Dem Minister zufolge könnte das Tier in dem absenkbaren Spezialschiff wie in einem Becken treiben oder schwimmen. Das Schiff sei zudem auf einer Seite offen, sodass der Wal hinausschwimmen könne, wenn er in Bewegung komme. Das Konzept werde geprüft.
Freischwimmen bei Hochwasser, Blockade mit Sandsäcken
Am Wochenende soll der Wasserstand in der Kirchsee wieder steigen (siehe Grafik des BSH unten). Dann könnte das Tier womöglich aufschwimmen und sich selbst durch die Rinne bewegen, erklärte Backhaus.
Kommt der Wal von der Rinne ab, könnte er jedoch weiter in die Flachwasserzone geraten. Um das zu verhindern, sollen riesige Sandsäcke im Wasser versenkt werden, die dem Tier den Weg ins Flachwasser versperren, erklärte der mit den Baggerarbeiten beauftragte Unternehmer Fred Babbel. Am Montag hatte sich der Wal bei Hochwasser schon einmal freigeschwommen, war kurz darauf aber wieder gestrandet.
Transport mit Spezialschiff
Der Wal könnte laut dieser Idee im Inneren eines Spezialschiffs transportiert werden. Ein entsprechendes Fahrzeug befindet sich laut Mecklenburg-Vorpommerns Umweltminister Backhaus »im Anmarsch«. Dem Minister zufolge könnte das Tier in dem absenkbaren Spezialschiff wie in einem Becken treiben oder schwimmen. Das Schiff sei zudem auf einer Seite offen, sodass der Wal hinausschwimmen könne, wenn er in Bewegung komme. Das Konzept werde geprüft.
Freischwimmen bei Hochwasser, Blockade mit Sandsäcken
Am Wochenende soll der Wasserstand in der Kirchsee wieder steigen (siehe Grafik des BSH unten). Dann könnte das Tier womöglich aufschwimmen und sich selbst durch die Rinne bewegen, erklärte Backhaus.
Kommt der Wal von der Rinne ab, könnte er jedoch weiter in die Flachwasserzone geraten. Um das zu verhindern, sollen riesige Sandsäcke im Wasser versenkt werden, die dem Tier den Weg ins Flachwasser versperren, erklärte der mit den Baggerarbeiten beauftragte Unternehmer Fred Babbel. Am Montag hatte sich der Wal bei Hochwasser schon einmal freigeschwommen, war kurz darauf aber wieder gestrandet.
Bundesamtes für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH)
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Backhaus: »Wir haben nicht mehr viel Zeit«
Mecklenburg-Vorpommerns Umweltminister Till Backhaus (SPD) bereitet womöglich eine Abkehr von weiteren Walrettungs-Versuchen vor. Zumindest lässt sich so eine Aussagen vom Freitag interpretieren. »Wir haben nicht mehr viel Zeit«, sage der Minister vor Journalisten. Das »Zeitfenster« für eine mögliche Rettung schließt sich demnach langsam.
Behörden und Experten hatten den Zustand des etwa zwölf Meter langen Wals bereits vor mehr als drei Wochen als derart kritisch eingestuft, dass sie weitere Hilfsversuche mangels Überlebenschancen beendeten (das Gutachten finden Sie hier). Mehrfachstrandungen gelten als sicheres Zeichen gravierender Beeinträchtigungen, dazu kommen mögliche Komplikationen wie Organschäden durch langes Liegen in Flachwasser.
Auch Fachleute im Ausland sehen die private Bergungsaktion teilweise extrem kritisch. Zuletzt mahnte die Internationale Walfangkommission IWC eine Überprüfung der Verhältnismäßigkeit an und warnte vor »falschen Hoffnungen« auf eine Rettung des Meeressäugers. Die IWC-Einschätzung finden Sie hier.
Behörden und Experten hatten den Zustand des etwa zwölf Meter langen Wals bereits vor mehr als drei Wochen als derart kritisch eingestuft, dass sie weitere Hilfsversuche mangels Überlebenschancen beendeten (das Gutachten finden Sie hier). Mehrfachstrandungen gelten als sicheres Zeichen gravierender Beeinträchtigungen, dazu kommen mögliche Komplikationen wie Organschäden durch langes Liegen in Flachwasser.
Auch Fachleute im Ausland sehen die private Bergungsaktion teilweise extrem kritisch. Zuletzt mahnte die Internationale Walfangkommission IWC eine Überprüfung der Verhältnismäßigkeit an und warnte vor »falschen Hoffnungen« auf eine Rettung des Meeressäugers. Die IWC-Einschätzung finden Sie hier.
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Wal soll womöglich in einem Spezialschiff transportiert werden
Nachdem die vorherigen Bergungsversuche gescheitert sind, gibt es offenbar einen neuen Plan: Das tonnenschwere Tier könnte im Inneren eines Spezialschiffs transportiert werden, sagte Till Backhaus, Umweltminister von Mecklenburg-Vorpommern. Ein entsprechendes Fahrzeug befinde sich seinem Kenntnisstand zufolge »im Anmarsch«, sagte er am Freitag auf der Insel Poel.
In dem absenkbaren Spezialschiff könnte das Tier dem Minister zufolge wie in einem Becken zumindest frei treiben oder schwimmen. Es sei auf einer Seite offen, sodass der Wal bei plötzlichen Aktivitäten hinaus könne. Es handelt sich aber noch um »einen Ansatz«. Die Prüfung laufe.
In dem absenkbaren Spezialschiff könnte das Tier dem Minister zufolge wie in einem Becken zumindest frei treiben oder schwimmen. Es sei auf einer Seite offen, sodass der Wal bei plötzlichen Aktivitäten hinaus könne. Es handelt sich aber noch um »einen Ansatz«. Die Prüfung laufe.
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Till Backhaus beim Wal. Manchmal sagen Bilder mehr als tausend Worte.
Philip Dulian/dpa
Marcus Golejewski/dpa
Minister Backhaus steigt persönlich ins Wasser
Der Landwirtschaftsminister von Mecklenburg-Vorpommern, Till Backhaus, ist seit Wochen praktisch rund um die Uhr an der Ostseeküste im Einsatz. Er hat zugesichert, den Wal bis zum Ende zu begleiten – ob er überlebt oder stirbt.
Am Freitagmorgen stieg der SPD-Politiker in gelber Montur für etwa eine halbe Stunde zu dem Meeressäuger ins etwa bauchtiefe Wasser. »Es war mir wichtig, nah beim Wal zu sein. Man nimmt ihn ganz anders wahr als aus großer Entfernung«, sagte Backhaus der »Bild«.
Mehr über die Rolle von Backhaus bei der Walrettung lesen Sie hier:
Am Freitagmorgen stieg der SPD-Politiker in gelber Montur für etwa eine halbe Stunde zu dem Meeressäuger ins etwa bauchtiefe Wasser. »Es war mir wichtig, nah beim Wal zu sein. Man nimmt ihn ganz anders wahr als aus großer Entfernung«, sagte Backhaus der »Bild«.
Mehr über die Rolle von Backhaus bei der Walrettung lesen Sie hier:
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Das sind die Walretter:
Kisten Tönniers
Die Kleintierärztin Kirsten Tönnies hat für die Rettungsinitiative ihre Praxis in Hessen vorübergehend geschlossen, wie aus der Webseite der Arztpraxis hervorgeht. »Grund: Walrettung« war dort zu lesen. »Ich habe viel Erfahrung mit Wildtieren«, erklärte Tönnies gegenüber »Bild«. Jedoch nicht mit Walen, wie sie demnach einräumte. Sie kenne sich aber sehr gut »im Bereich Medikamente« aus.
Janine Bahr-van Gemmert
Die Tierärztin Janine Bahr-van Gemmert von der Insel Föhr und Leiterin des Robbenzentrums dort gehörte zum Kern des Rettungsteams. Nach einem medizinischen Notfall zu Beginn der Woche war sie mit einem Hubschrauber ins Krankenhaus geflogen worden. Sie liege im Koma, hieß es am Freitag auf den Seiten des Zentrums und der Praxis. »Die Lage ist weiterhin ernst.«
Die Tierärztin Janine Bahr-van Gemmert von der Insel Föhr und Leiterin des Robbenzentrums dort gehörte zum Kern des Rettungsteams. Nach einem medizinischen Notfall zu Beginn der Woche war sie mit einem Hubschrauber ins Krankenhaus geflogen worden. Sie liege im Koma, hieß es am Freitag auf den Seiten des Zentrums und der Praxis. »Die Lage ist weiterhin ernst.«
Sergio Bambaren
Der ebenfalls zum Team der Hilfsinitiative gehörende Sergio Bambaren ist Schriftsteller und Autor spiritueller Meeresbücher. Nach eigenen Angaben ist er in Peru geboren, studierter Chemieingenieur und ehemals Vorstandschef (CEO) eines multinationalen Unternehmens. Er ist Botschafter des Vereins Delfine therapieren Menschen (zuvor Dolphin Aid), der das Schwimmen mit Delfinen anbietet. Kritiker solcher meist sehr teuren Angebote warnen vor mangelnder Wirksamkeit und Tierquälerei.
Jens Schulz
Der ebenfalls zum Team der Hilfsinitiative gehörende Sergio Bambaren ist Schriftsteller und Autor spiritueller Meeresbücher. Nach eigenen Angaben ist er in Peru geboren, studierter Chemieingenieur und ehemals Vorstandschef (CEO) eines multinationalen Unternehmens. Er ist Botschafter des Vereins Delfine therapieren Menschen (zuvor Dolphin Aid), der das Schwimmen mit Delfinen anbietet. Kritiker solcher meist sehr teuren Angebote warnen vor mangelnder Wirksamkeit und Tierquälerei.
Jens Schulz
Jens Schulz gab Anfang April bekannt, dass er und seine Mitstreiter beschlossen hätten, über einen Tierschutzverein selbst den Wal retten zu wollen. Schulz sieht sich eigenen Angaben nach keiner Partei zugehörig, gibt sich aber öffentlich als Unterstützer der AfD. Bei Facebook äußerte er sich etwa migrations- und islamfeindlich.
Danny Hilse
Danny Hilse nennt sich bei TikTok und YouTube »Danny.firstclass«. Er sympathisiert mit der AfD und rief auf TikTok schon zur Wahl der Partei auf. Er ist einer der Organisatoren des Protestbündnisses »Gemeinsam für Deutschland« in Niedersachsen. Die Demo wurde vom Verfassungsschutz beobachtet. Hilse war in den vergangenen Tagen mehrfach direkt am Wal zu sehen.
Danny Hilse
Danny Hilse nennt sich bei TikTok und YouTube »Danny.firstclass«. Er sympathisiert mit der AfD und rief auf TikTok schon zur Wahl der Partei auf. Er ist einer der Organisatoren des Protestbündnisses »Gemeinsam für Deutschland« in Niedersachsen. Die Demo wurde vom Verfassungsschutz beobachtet. Hilse war in den vergangenen Tagen mehrfach direkt am Wal zu sehen.
Walter Gunz
Geplant und finanziert wird das private Vorhaben unter anderem von MediaMarkt-Gründer Walter Gunz. In der Vergangenheit war er nicht öffentlich durch sein Engagement für den Tierschutz aufgefallen. Bekannt wurde der bayerische Unternehmer dadurch, dass er 1979 die Elektronikmarkt-Kette mitgründete. Im manager magazin tauchte Gunz auf den Listen der reichsten Deutschen auf.
Geplant und finanziert wird das private Vorhaben unter anderem von MediaMarkt-Gründer Walter Gunz. In der Vergangenheit war er nicht öffentlich durch sein Engagement für den Tierschutz aufgefallen. Bekannt wurde der bayerische Unternehmer dadurch, dass er 1979 die Elektronikmarkt-Kette mitgründete. Im manager magazin tauchte Gunz auf den Listen der reichsten Deutschen auf.
Karin Walter-Mommert
Die aus dem Pferdesport bekannte Unternehmerin Karin Walter-Mommert ist neben Gunz ebenfalls Geldgeberin für die Initiative. Medienberichten zufolge ist sie Besitzerin von Trabrennpferden und gewann unter anderem 1999 die Europameisterschaft der Amateurfahrerinnen. Sie ist mit Ulrich Mommert verheiratet, einem vermögenden österreichischen Unternehmer. (Mehr zu Karin Walter-Mommert lesen Sie hier.)
Die aus dem Pferdesport bekannte Unternehmerin Karin Walter-Mommert ist neben Gunz ebenfalls Geldgeberin für die Initiative. Medienberichten zufolge ist sie Besitzerin von Trabrennpferden und gewann unter anderem 1999 die Europameisterschaft der Amateurfahrerinnen. Sie ist mit Ulrich Mommert verheiratet, einem vermögenden österreichischen Unternehmer. (Mehr zu Karin Walter-Mommert lesen Sie hier.)
Nicht dabei, aber irgendwie doch: Till Backhaus
Mecklenburg-Vorpommerns Umweltminister Till Backhaus (SPD) gehört nicht zum Team. Ist aber seit Wochen fast durchgehend vor Ort. »Wer nichts macht, macht auch keine Fehler«, hatte er am Mittwoch zum anhaltenden Treiben rund um den Wal gesagt. Er werde das Tier bis zum Schluss begleiten, bis zur Freiheit oder seinem Tod, hatte er mehrfach erklärt. (Mehr zur Timmy-Backhaus-Show lesen Sie hier).
Mecklenburg-Vorpommerns Umweltminister Till Backhaus (SPD) gehört nicht zum Team. Ist aber seit Wochen fast durchgehend vor Ort. »Wer nichts macht, macht auch keine Fehler«, hatte er am Mittwoch zum anhaltenden Treiben rund um den Wal gesagt. Er werde das Tier bis zum Schluss begleiten, bis zur Freiheit oder seinem Tod, hatte er mehrfach erklärt. (Mehr zur Timmy-Backhaus-Show lesen Sie hier).
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Minister Backhaus steigt persönlich ins Wasser
Der Landwirtschaftsminister von Mecklenburg-Vorpommern, Till Backhaus, ist seit Wochen praktisch rund um die Uhr an der Ostseeküste im Einsatz. Er hat zugesichert, den Wal bis zum Ende zu begleiten – ob er überlebt oder stirbt.
Am Freitagmorgen stieg der SPD-Politiker in gelber Montur für etwa eine halbe Stunde zu dem Meeressäuger ins etwa bauchtiefe Wasser. »Es war mir wichtig, nah beim Wal zu sein. Man nimmt ihn ganz anders wahr als aus großer Entfernung«, sagte Backhaus der »Bild«.
Mehr über die Rolle von Backhaus bei der Walrettung lesen Sie hier:
Am Freitagmorgen stieg der SPD-Politiker in gelber Montur für etwa eine halbe Stunde zu dem Meeressäuger ins etwa bauchtiefe Wasser. »Es war mir wichtig, nah beim Wal zu sein. Man nimmt ihn ganz anders wahr als aus großer Entfernung«, sagte Backhaus der »Bild«.
Mehr über die Rolle von Backhaus bei der Walrettung lesen Sie hier:
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Am Sonntag soll das Wasser steigen
Am Sonntag, wenn die private Initiative den Buckelwal frühstens befreien möchte, könnte das Wasser vor Poel auf etwa 50 Zentimeter über Normal steigen. Am Montag war der Wal bei hohem Wasserstand bereits einmal losgekommen, kurz darauf aber wieder gestrandet.
Derzeit liegt er in der Kirchsee an der Grenze zur Wismarer Bucht (siehe Karte im Slider). Beide Gewässer sind abseits der Fahrrinne für die Schiffe sehr flach, die Wismarer Bucht erreicht oft nur eine Tiefe von 90 und 1,10 Meter. Experten befürchten, dass der Wal im seichten Wasser immer wieder stranden wird.
Bislang ist es nicht gelungen, das Tier mit Booten zu lenken. Die Erfahrungen aus der Vergangenheit sprechen dagegen, dass das gelingen kann. Ein Interview dazu mit einer auf Walrettungen spezialisierten Tierärztin aus den USA lesen Sie hier.
Derzeit liegt er in der Kirchsee an der Grenze zur Wismarer Bucht (siehe Karte im Slider). Beide Gewässer sind abseits der Fahrrinne für die Schiffe sehr flach, die Wismarer Bucht erreicht oft nur eine Tiefe von 90 und 1,10 Meter. Experten befürchten, dass der Wal im seichten Wasser immer wieder stranden wird.
Bislang ist es nicht gelungen, das Tier mit Booten zu lenken. Die Erfahrungen aus der Vergangenheit sprechen dagegen, dass das gelingen kann. Ein Interview dazu mit einer auf Walrettungen spezialisierten Tierärztin aus den USA lesen Sie hier.
Am Donnerstag hatte die private Rettungsinitiative zum Wal in der Ostsee erklärt, sie wolle das Tier mit einer Barge, einer Art Lastkran, bewegen. Die Barge sei auf dem Weg aus dem Hamburger Raum in Richtung Wismarbucht, hieß es. Wann genau sie eintreffe, sei unklar. Das Umweltministerium von Mecklenburg-Vorpommern erklärte, der Plan befinde sich noch in der Abstimmung. Das Land könne im Zweifel ein Veto einlegen.
Tierschützer kritisierten das Vorhaben: »Das ist aus unserer Sicht nicht als minimalinvasiv einzuschätzen und kann zu Stress für den Wal führen – das halten wir nicht für zielführend«, sagte Bianca König, Sprecherin der Tierschutzorganisation Whale and Dolphin Conservation (WDC), der Nachrichtenagentur dpa.
Ein Konzept, das beschreibt, wie genau der Wal mit Barge und Rinne gerettet werden soll, ist nicht bekannt.
Tierschützer kritisierten das Vorhaben: »Das ist aus unserer Sicht nicht als minimalinvasiv einzuschätzen und kann zu Stress für den Wal führen – das halten wir nicht für zielführend«, sagte Bianca König, Sprecherin der Tierschutzorganisation Whale and Dolphin Conservation (WDC), der Nachrichtenagentur dpa.
Ein Konzept, das beschreibt, wie genau der Wal mit Barge und Rinne gerettet werden soll, ist nicht bekannt.
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Wal soll frühstens am Sonntag bewegt werden
Die private Rettungsaktion für den Wal wird wohl noch Tage dauern. Am Sonntag oder Montag wollen die Helfer das Tier aus seiner Notlage befreien. Laut einem Bericht des NDR hängt der Zeitpunkt von Wetter und Wasserstand ab.
Bis Samstagfrüh soll dazu eine 110 Meter lange, 10 Meter breite und 2 Meter tiefe Rinne vom Liegeplatz des Wals zum tiefen Fahrwasser geschaffen werden, wie der mit den Baggerarbeiten beauftragte Unternehmer Fred Babbel am Donnerstagabend sagte. 40 Meter seien bereits geschafft, am Freitag sollen demnach weitere 40 Meter folgen.
Bis Samstagfrüh soll dazu eine 110 Meter lange, 10 Meter breite und 2 Meter tiefe Rinne vom Liegeplatz des Wals zum tiefen Fahrwasser geschaffen werden, wie der mit den Baggerarbeiten beauftragte Unternehmer Fred Babbel am Donnerstagabend sagte. 40 Meter seien bereits geschafft, am Freitag sollen demnach weitere 40 Meter folgen.
Aktuell liegt der Meeressäuger in einer künstlich geschaffenen Kuhle. Damit der Wal in die Rinne gelangen kann, soll er Babbel zufolge mit einem Netz angehoben werden. Allerdings hatte das Team am Abend noch kein grünes Licht vom Umweltministerium für den Plan.
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Ministerium: Neues Rettungskonzept noch in der Abstimmung
Das Landwirtschaftsministerium von Mecklenburg-Vorpommern widerspricht Berichten, laut denen der neue Plan zur Rettung des Wals bereits abgestimmt worden sei und es keine Einwände gegeben habe. »Bislang sei das Konzept lediglich besprochen worden. Für eine belastbare Bewertung benötigen wir jedoch ein vollständiges, fachlich nachvollziehbares Konzept«, erklärte Umweltminister Till Backhaus.
»Solange uns keine vollständigen Unterlagen vorliegen, kann es weder eine abschließende Bewertung noch eine Einordnung möglicher Maßnahmen geben«, so der SPD-Politiker weiter. Das Land werde das Konzept mit höchster Priorität prüfen. Maßstab dabei bleibe das Tierwohl.
»Solange uns keine vollständigen Unterlagen vorliegen, kann es weder eine abschließende Bewertung noch eine Einordnung möglicher Maßnahmen geben«, so der SPD-Politiker weiter. Das Land werde das Konzept mit höchster Priorität prüfen. Maßstab dabei bleibe das Tierwohl.
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Umfrage zeigt uneinheitliches Meinungsbild zur Rettung
Die Bevölkerung ist hinsichtlich der privaten Rettungsversuche für den Buckelwal gespalten. Das ist jedenfalls das Ergebnis einer aktuellen Forsa-Umfrage für die Sender RTL und n-tv.
39 Prozent der Befragten sprachen sich dafür aus, die Rettungsbemühungen fortzusetzen. 45 Prozent sprachen sich dagegen aus. Unter den Gegnern einer weiteren Rettung plädiert eine deutliche Mehrheit für ein Ende der menschlichen Eingriffe. Fast drei Viertel (74 Prozent) dieser Befragten sind offenber der Meinung, der Wal solle in Ruhe gelassen werden. Jeder Vierte (25 Prozent) spricht sich dafür aus, das Tier zu töten, um es von weiterem Leid zu erlösen.
Die bisherigen Bemühungen dagegen halten der Umfrage zufolge 42 Prozent der Befragten für richtig. 40 Prozent lehnen die Rettungsaktion ab, 18 Prozent sind unentschieden.
39 Prozent der Befragten sprachen sich dafür aus, die Rettungsbemühungen fortzusetzen. 45 Prozent sprachen sich dagegen aus. Unter den Gegnern einer weiteren Rettung plädiert eine deutliche Mehrheit für ein Ende der menschlichen Eingriffe. Fast drei Viertel (74 Prozent) dieser Befragten sind offenber der Meinung, der Wal solle in Ruhe gelassen werden. Jeder Vierte (25 Prozent) spricht sich dafür aus, das Tier zu töten, um es von weiterem Leid zu erlösen.
Die bisherigen Bemühungen dagegen halten der Umfrage zufolge 42 Prozent der Befragten für richtig. 40 Prozent lehnen die Rettungsaktion ab, 18 Prozent sind unentschieden.
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Gastronomen berichten von Einbußen
Zahlreiche Kamerateams und Reporter auch aus dem Ausland sind nach Poel gereist. Für die Gastronomen ist das nicht unbedingt eine gute Nachricht. Es gebe 50 bis 60 Prozent weniger Umsatz, sagt etwa Mandy Hartung, Kellnerin im Restaurant Kröning's Fischbaud in Kirchdorf, der dpa. Gäste sagten etwa ihre Reservierungen ab.
Der Parkplatz am Hafen ist teilweise für die privat organisierte Rettungsinitiative für den Wal gesperrt. Zeitweise war auch die Zufahrt zum Hafen gesperrt.
Der Parkplatz am Hafen ist teilweise für die privat organisierte Rettungsinitiative für den Wal gesperrt. Zeitweise war auch die Zufahrt zum Hafen gesperrt.
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Leseempfehlung: »Manche scheinen in der Sache eine Art Märchen zu sehen«
Ein gestrandeter Wal beschäftigt Deutschland über Wochen. Jeder Flossenschlag wird kommentiert und es herrscht Streit über den richtigen Umgang mit dem Tier: Retten oder nicht retten – und wenn retten, dann wie? Meine Kollegin Sharin Santhiraraja-Abresch hat den Medienpsychologen Jan-Philipp Stein befragt, warum der Wal so viele Menschen in seinen Bann zieht.
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Rettungsinitiative will 110 Meter lange Schwimmrinne graben
Die von den Behörden geduldete private Rettungsinitiative will eine mehr als hundert Meter lange Rinne graben, um für den Wal einen Ausweg zu schaffen.
Die Arbeiten an dem 110 Meter langen und rund zehn Meter breiten Kanal durch den sandigen Untergrund dürften »gut zwei Tage« dauern, sagte der Unternehmer Fred Babbel, Chef des Arbeiter- und Taucherteams der Initiative. Derzeit sei ein größerer Schwimmbagger nach Poel unterwegs, der auch im Einsatz war, als der Wal Ende März in der Nähe von Timmendorfer Strand in Schleswig-Holstein gestrandet war.
Unklar ist noch, wie der Wal gegebenenfalls durch die Rinne in tieferes Fahrwasser gelangen könnte und was weiter passiert. Derzeit werde an einem Konzept gearbeitet, sagte Babbel.
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Hier ein paar Bilder vom Wal und den Arbeiten am Vormittag. Wie genau es weitergehen soll, bleibt unklar.
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Wal offenbar bei Arbeiten vor Niendorf durch Baggerschaufel verletzt
Als der Wal vor mehr als drei Wochen vor dem Badeort Niendorf in Schleswig-Holstein strandete und freigegraben werden sollte, hat ihn offenbar eine Baggerschaufel verletzt. Auf Aufnahmen des NDR ist zu sehen, wie die Schaufel sich nah am Tier bewegt, es sieht aus, als würde sie den Wal berühren. Kurze Zeit später ist augenscheinlich Blut im Wasser.
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Neuer Rettungsplan laut Tierschützern Stress für den Wal
Das neue Vorhaben, den Wal mit einer Barge – eine Art Lastkahn – zu bergen, bewerten Tierschützer kritisch. »Das ist aus unserer Sicht nicht als minimalinvasiv einzuschätzen und kann zu Stress für den Wal führen – das halten wir nicht für zielführend«, sagte Bianca König, Sprecherin der Tierschutzorganisation Whale and Dolphin Conservation (WDC), der Nachrichtenagentur dpa.
Sie kenne das Konzept zwar nicht im Detail und könne das Prozedere deshalb nur aus der Ferne beurteilen, aber sie befürchte zusätzliches Leid und Stress für das Tier, so König. Der Wal solle in Ruhe gelassen werden, allenfalls sollten palliative Maßnahmen ergriffen werden. König fordert zudem, mithilfe internationaler Experten erneut zu prüfen, ob der Wal womöglich von seinem Leid erlöst werden könne.
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45 Zwergwale in drei Wochen getötet
Eigentlich ist der kommerzielle Walfang seit 1986 weitgehend verboten. In Norwegen ist er weiterhin erlaubt. Seit Beginn der Jagdsaison im April wurden dort 45 Zwergwale getötet. Im vergangenen Jahr waren es im selben Zeitraum nur neun Tiere. Etwa zwei Prozent der norwegischen Bevölkerung isst laut Schätzungen regelmäßig Walfleisch.
»Norwegen jagt Wale, die kaum jemand essen will, und exportiert das Fleisch fast ausschließlich nach Japan – das ist keine Tradition, das ist eine subventionierte Industrie ohne Zukunft«, kritisiert Mona Schweizer von Pro Wildlife. Die Tierschutzorganisation fordert, die Jagd auf Wale vollständig zu verbieten.
»Norwegen jagt Wale, die kaum jemand essen will, und exportiert das Fleisch fast ausschließlich nach Japan – das ist keine Tradition, das ist eine subventionierte Industrie ohne Zukunft«, kritisiert Mona Schweizer von Pro Wildlife. Die Tierschutzorganisation fordert, die Jagd auf Wale vollständig zu verbieten.
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Junger Orca starb nach wochenlanger Pflege
Eigentlich hatten die Behörden nach einem Gutachten von Experten entschieden, den Buckelwal vor Poel in Ruhe zu lassen. Dann kam die Kehrtwende. Seit mehr als einer Woche versucht eine private Initiative, den Wal in tiefere Gewässer zu bringen. Die Aktion ist umstritten.
»Auf den ersten Blick scheint es ein Akt des Mitgefühls zu sein. Doch unter der Oberfläche verbirgt sich eine schwierigere Wahrheit«, sagte Meeresökologin Karen Stockin von der Massey University in Neuseeland der Wissensplattform »The Conversation«. Wahre Fürsorge bedeute im Wildtierschutz manchmal die schmerzhafte Entscheidung zur Zurückhaltung, wenn die Wissenschaft keine Hoffnung auf Genesung sieht.
Stockin verweist auf den Fall des Orca-Kalbs »Toa«, das 2021 in Neuseeland strandete. Experten sahen kaum Chancen, dass das Jungtier zu retten sei. Dafür war es schon zu lange von seiner Herde getrennt, die Chancen auf Wiedereingliederung standen schlecht. »Viele Experten sprachen sich letztlich fürs Einschläfern als die humanste Option aus.« Stattdessen wurden die Bemühungen um das Tier wegen des öffentlichen Drucks immer weiter fortgesetzt, so Stockin. »Toa starb nach wochenlanger Pflege.«
»Auf den ersten Blick scheint es ein Akt des Mitgefühls zu sein. Doch unter der Oberfläche verbirgt sich eine schwierigere Wahrheit«, sagte Meeresökologin Karen Stockin von der Massey University in Neuseeland der Wissensplattform »The Conversation«. Wahre Fürsorge bedeute im Wildtierschutz manchmal die schmerzhafte Entscheidung zur Zurückhaltung, wenn die Wissenschaft keine Hoffnung auf Genesung sieht.
Stockin verweist auf den Fall des Orca-Kalbs »Toa«, das 2021 in Neuseeland strandete. Experten sahen kaum Chancen, dass das Jungtier zu retten sei. Dafür war es schon zu lange von seiner Herde getrennt, die Chancen auf Wiedereingliederung standen schlecht. »Viele Experten sprachen sich letztlich fürs Einschläfern als die humanste Option aus.« Stattdessen wurden die Bemühungen um das Tier wegen des öffentlichen Drucks immer weiter fortgesetzt, so Stockin. »Toa starb nach wochenlanger Pflege.«
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Aufnahme zeigt »Timmy« aus der Vogelperspektive
Oft ist der Buckelwal auf Bildern von der Seite nur als grauer Berg im Wasser zu erkennen. Eine Aufnahme vom Mittwoch, die aus einem Flugzeug gemacht wurde, zeigt ihn in voller Länge von ungefähr zwölf Metern an seinem derzeitigen Liegeplatz nahe dem Übergang von der Kirchsee in die Wismarer Bucht.
Am Donnerstagvormittag arbeiteten erneut Vertreter der privaten Rettungsinitiative am Wal. Ein Helfer näherte sich auf einem SUP-Board und bedeckte ihn mit weißen Tüchern, um seine Haut zu befeuchten. Zudem ist der Spülbagger im Einsatz.
Am Donnerstagvormittag arbeiteten erneut Vertreter der privaten Rettungsinitiative am Wal. Ein Helfer näherte sich auf einem SUP-Board und bedeckte ihn mit weißen Tüchern, um seine Haut zu befeuchten. Zudem ist der Spülbagger im Einsatz.
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Lastkahn soll eingesetzt werden
Der Plan, den Buckelwal mit Pontons in tiefere Gewässer zu schleppen, ist vom Tisch, weil der Meeressäuger an seiner jetzigen Position nicht auf eine Plane gehievt werden kann. Laut der privaten Rettungsinitiative soll nun stattdessen eine Barge angeliefert werden.
Dabei handelt es sich um eine Art nicht selbstfahrenden Lastkahn, der von Schleppern gezogen wird. Die Barge sei auf dem Weg aus dem Hamburger Raum in Richtung Wismarbucht, sagte ein Mitglied der privaten Rettungsinitiative. Wann genau sie eintreffe, sei nicht klar.
Dabei handelt es sich um eine Art nicht selbstfahrenden Lastkahn, der von Schleppern gezogen wird. Die Barge sei auf dem Weg aus dem Hamburger Raum in Richtung Wismarbucht, sagte ein Mitglied der privaten Rettungsinitiative. Wann genau sie eintreffe, sei nicht klar.
Die Anfahrt brauche Zeit, da die Barge nur mit einer Geschwindigkeit von fünf Knoten, etwa neun Kilometern in der Stunde, unterwegs sei und durch den Nord-Ostsee-Kanal müsse. Allein das werde etwa einen Tag in Anspruch nehmen. Geplant ist zudem ein Zwischenstopp in der Werft in Wismar.
Das Konzept sehe den Einsatz von zwei Schleppern vor Ort vor. Ob die erneute Rettungsaktion mit den zuständigen Behörden abgesprochen ist, ist unklar. Das Umweltministerium wollte sich zunächst nicht äußern.
Der Umweltminister von Mecklenburg-Vorpommern, Till Backhaus, sagte schon am Mittwochabend, weitere Rettungsversuche müssten fachlich fundiert sein, das Verhalten des Tieres berücksichtigen und mit den zuständigen Stellen abgestimmt werden. Im Zweifel könne das Land ein Veto einlegen.
Der Umweltminister von Mecklenburg-Vorpommern, Till Backhaus, sagte schon am Mittwochabend, weitere Rettungsversuche müssten fachlich fundiert sein, das Verhalten des Tieres berücksichtigen und mit den zuständigen Stellen abgestimmt werden. Im Zweifel könne das Land ein Veto einlegen.
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Wal in der Nacht »nicht so aktiv«
Der vor der Ostsee-Insel Poel gestrandete Buckelwal liegt weiter in der Kuhle am Ende der Kirchsee. Die Wasserschutzpolizei hat das Tier in der Nacht rund um die Uhr beobachtet. »Wir waren die ganze Nacht vor Ort. Er war nicht so aktiv«, sagte ein Sprecher am Morgen der Deutschen Presse-Agentur.
Gegen 6.30 Uhr war auf den Livestreams zu erkennen, dass der Meeressäuger sich gelegentlich leicht bewegt und buckelt. Auch sein Atem war aufgrund der kleinen Wasserfontäne regelmäßig zu erkennen.
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Leseempfehlung: Muss »Timmy« gerettet werden? Eher unsere mentale Gesundheit
Mein Kollege Philipp Oehmke hat analysiert, was der Fall »Timmy« in seinen Augen über den Zustand unserer Gesellschaft verrät: Statt das Miteinander zu fördern wie vor 20 Jahren der Eisbär Knut im Berliner Zoo, lasse der Wal die Ängste und Verunsicherungen sichtbar werden, die unsere Gesellschaft mittlerweile durchziehen, schreibt er, »genauso wie das Misstrauen und den Hass.«
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Backhaus will Umgang mit Wal aufarbeiten
Mecklenburg-Vorpommerns Umweltminister Till Backhaus (SPD) will den Umgang mit dem mehrfach gestrandeten Wal politisch aufarbeiten, sagt er. »Wir müssen uns darauf einstellen, dass solche Situationen künftig häufiger auftreten können. Deshalb werde ich mich auf Bundesebene für bessere gemeinsame Strukturen im Umgang mit Großwalen einsetzen.«
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Bis zum Mittag steigt das Wasser
Laut der Prognose des Bundesamts für Seeschifffahrt und Hydrographie wird das Wasser in der Ostsee vor Poel bis zum Mittag ungefähr auf knapp 20 Zentimeter über Normal steigen. Das dürfte die Situation des Wals etwas entspannen, weil er weniger aus dem Wasser ragt und nicht so viel Eigengewicht auf seine Organe drückt. Am Nachmittag wird der Wasserstand jedoch sinken, wahrscheinlich auf mehr als zehn Zentimeter unter dem Normalwert. Auch in den kommenden Tagen bleibt der Pegel der Vorhersage nach eher niedrig.
Am Montag hatte sich der Wal bei steigendem Pegel freigeschwommen.
Am Montag hatte sich der Wal bei steigendem Pegel freigeschwommen.
Prognose des Wasserstands. Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie BSH
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Experte von »Free Willy« soll Wal nun retten
Nach Unstimmigkeiten im vorherigen Rettungsteam der Privatinitiative um MediaMarkt-Gründer Walter Gunz werden nun drei neue Walexperten erwartet, die den vor Poel gestrandeten Buckelwal retten sollen: Jeffrey Foster vom kanadischen »Whale Sanctury Project«, das sich für die Auswilderung von Meeressäugern einsetzt, sein Kollege Michael Partica und Tierpflegerin Kyra Wadsworth. Das bestätigte Gunz gegenüber »Bild«.
Foster war Teil des Teams, das im Jahr 2002 versucht hatte, den aus den »Free Willy«-Filmen bekannten Orca Keiko auszuwildern, der zuvor in Gefangenschaft gelebt hatte. Keiko blieb auch nach seiner Freilassung auf Menschen fixiert, jagte kaum selbst und starb etwa anderthalb Jahre später.
»Sie haben Erfahrungen mit der Rettung von Walen und bringen mehr Professionalität in die Gruppe«, sagte Geldgeber Gunz über das neue Rettungsteam. Einzelne Personen des ursprünglichen Rettungsteams der Privatinitiative sind mittlerweile zerstritten und werfen einander vor, die Rettung des Wals sabotiert zu haben. So ist etwa die eigens eingeflogene hawaiianische Tierärztin, Jenna Wallace, zurück in die USA gereist. Die deutsche Tierärztin Janina Bahr-van-Gemmert, die den gestrandeten Wal mehrfach untersucht hat, musste Anfang der Woche wegen eines medizinischen Notfalls ins Krankenhaus.
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Leseempfehlung: Der Wal und sein Gefolge
Ein Schriftsteller, ein Influencer, eine Tierärztin aus Hawaii, die hier keine Approbation hat: Wer sind die Leute, die den Wal trotz gegenläufigem Rat führender Experten retten wollen? Meine Kollegin Ella Knigge stellt sie in kurzen Protokollen vor. Den ganzen Text lesen Sie hier.
Foto: Jens Büttner / dpa
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Backhaus verteidigt Rettungsaktion
Es wird zunehmend Kritik am Wal-Rettungsversuch laut. Beim Verwaltungsgericht Schwerin ist ein Antrag eingegangen, die Maßnahmen zu stoppen. Der Expertenrat für gestrandete Wale der Internationalen Walfangkommission (IWC SEP) hat am Mittwoch zum wiederholten Mal empfohlen, den Wal palliativ zu pflegen, statt ihn zur Bewegung anzuregen. Mecklenburg-Vorpommerns Umweltminister Till Backhaus hat die Rettungsaktion verteidigt. »Wir können gemeinsam sagen: Wir haben es versucht. Und der Versuch macht klug«, so Backhaus.
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Helfer sollen neues Konzept erarbeiten
Auf der Pressekonferenz erklärte Backhaus auch, dass der Buckelwal zunächst nicht mit Luftkissen und Pontons gerettet werden soll. Das Konzept der privaten Initiative ist demnach überholt. Den Meeressäuger auf eine Plane zu heben, sei aktuell nicht mehr möglich. »Wir müssen das Konzept überarbeiten«, so Backhaus. Er gehe davon aus, dass mit Hochdruck an weiteren Maßnahmen gearbeitet werde.
Der Wal liegt weiterhin in einer mit Saugern erzeugten Kuhle – »in einer Badewanne, bildlich gesprochen«, so Backhaus. Das soll verhindern, dass zu viel Eigengewicht auf seine inneren Organe drückt.
Der Wal liegt weiterhin in einer mit Saugern erzeugten Kuhle – »in einer Badewanne, bildlich gesprochen«, so Backhaus. Das soll verhindern, dass zu viel Eigengewicht auf seine inneren Organe drückt.
Helfer befeuchten den Wal. Jens Büttner, dpa
Netz im Wal-Maul laut Backhaus nicht aus Mecklenburg-Vorpommern
Das Netz, das sich im Maul des Buckelwals verfangen hat, stammt nicht aus Mecklenburg-Vorpommern. Das teilte Landesumweltminister Till Backhaus (SPD) am Nachmittag bei einer Pressekonferenz mit. »Wir können garantieren, dass das Netz, das er mitgeschleppt hat, nicht aus unseren Gefilden kommt, weil diese Art der Netze in Mecklenburg-Vorpommern nicht eingesetzt werden.« Ein Teil des Netzes war entnommen worden, als sich das Tier vor Wismar aufgehalten hatte.
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Netz im Wal-Maul laut Backhaus nicht aus Mecklenburg-Vorpommern
Das Netz, das sich im Maul des Buckelwals verfangen hat, stammt nicht aus Mecklenburg-Vorpommern. Das teilte Landesumweltminister Till Backhaus (SPD) am Nachmittag bei einer Pressekonferenz mit. »Wir können garantieren, dass das Netz, das er mitgeschleppt hat, nicht aus unseren Gefilden kommt, weil diese Art der Netze in Mecklenburg-Vorpommern nicht eingesetzt werden.« Ein Teil des Netzes war entnommen worden, als sich das Tier vor Wismar aufgehalten hatte.
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Walexpertenrat empfiehlt »ruhige, leise palliative Pflege«
Der Expertenrat für gestrandete Wale der Internationalen Walfangkommission (IWC SEP) kritisiert in einer neuen Mitteilung die Rettungsaktion vor Poel.
Die jüngsten Ereignisse um den mehrfach auf Grund gelaufenen Wal und dessen verschlechterter Zustand bestärkten das Gremium in seiner Einschätzung vom 7. April, heißt es darin: Rettungsversuche schürten »falsche Hoffnung«. Jegliche Mühen, das Tier zu bewegen oder anzuregen, würden ihm eher zusätzliches Leid zufügen. Auch solle der im flachen Wasser liegende Buckelwal im Sinne des Tierwohls nicht mehr näher beobachtet werden.
Zugleich halten die Experten aktive Sterbehilfe für unpraktikabel. »Ruhige, leise, palliative Pflege bleibt das verantwortungsvolle, humane und pragmatische Verhalten unter den gegebenen Umständen«, schließt die Mitteilung. Mit anderen Worten: Man solle den Wal in Frieden sterben lassen.
Die jüngsten Ereignisse um den mehrfach auf Grund gelaufenen Wal und dessen verschlechterter Zustand bestärkten das Gremium in seiner Einschätzung vom 7. April, heißt es darin: Rettungsversuche schürten »falsche Hoffnung«. Jegliche Mühen, das Tier zu bewegen oder anzuregen, würden ihm eher zusätzliches Leid zufügen. Auch solle der im flachen Wasser liegende Buckelwal im Sinne des Tierwohls nicht mehr näher beobachtet werden.
Zugleich halten die Experten aktive Sterbehilfe für unpraktikabel. »Ruhige, leise, palliative Pflege bleibt das verantwortungsvolle, humane und pragmatische Verhalten unter den gegebenen Umständen«, schließt die Mitteilung. Mit anderen Worten: Man solle den Wal in Frieden sterben lassen.
Die IWC mit Sitz im englischen Cambridge überwacht internationale Abkommen, um eine Ausrottung der Wale zu verhindern. Am 7. April hatte sie bereits empfohlen, das Tier palliativ zu behandeln und es ansonsten in Ruhe zu lassen. Ihre Empfehlung deckte sich weitgehend mit dem Gutachten der Stiftung Deutsches Meeresmuseum (DMM) und der Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover (TiHo) in Deutschland.
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Rettungsinitiative will ein Becken schaffen
Die private Rettungsinitiative versucht nach eigenen Angaben, dem Buckelwal mehr Platz im Wasser zu verschaffen, sodass er möglichst wenig aus dem Wasser ragt und möglichst wenig Eigengewicht auf ihm lastet. Es solle ein ausreichend großes Becken geschaffen werden, hieß es. Ob es später zum Einsatz einer Plane und Pontons zum Transport des Tieres kommt, ist nach Angaben aus dem Team noch unklar.
Arbeiten am Wal. Marcus Golejewski, dpa
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Nabu sieht Tierwohl in Gefahr
Der Naturschutzbund (Nabu) verfolgt die Aktionen der Privatinitiative am Buckelwal vor Poel mit Sorge. »Zu geschwächt und krank scheint der Buckelwal, zu lang sein Leiden, zu auffällig die wiederholten Strandungen«, heißt es in einer Mitteilung der Naturschutzorganisation. »Durch den nachvollziehbaren Drang der Menschen, dem Wal zu helfen, droht das Wohl des Tieres verloren zu gehen.«
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Mitglieder der Rettungsinitiative streiten über Fehler bei Geleitaktion
Bei der Geleitaktion für den Buckelwal vor Poel ist das Tier nach Angaben aus dem Team der Privatinitiative zu seiner Rettung zeitweise in völlige Panik geraten. Das sagt der zum Team gehörende Schriftsteller Sergio Bambaren auf Poel.
Der zwölf Meter lange Wal war am Montag nach drei Wochen Liegezeit plötzlich wieder losgeschwommen. Von Booten aus wurde versucht, das mehrfach wieder umkehrende Tier Richtung Ostsee zu treiben. Nach etwa zwei Stunden stoppte der vermutlich erschöpfte Wal und strandete erneut.
Verschiedene noch beteiligte oder bereits ausgeschiedene Teammitglieder beschuldigen sich gegenseitig, bei der Aktion am Montag falsch gehandelt zu haben. Das gesamte Vorhaben sei hochkomplex, sagt Bambaren. Nach Meinung des Schriftstellers hat der Meeressäuger eine Überlebenschance von 50 Prozent. »Der Wal will leben und ist ein Kämpfer.«
Der zwölf Meter lange Wal war am Montag nach drei Wochen Liegezeit plötzlich wieder losgeschwommen. Von Booten aus wurde versucht, das mehrfach wieder umkehrende Tier Richtung Ostsee zu treiben. Nach etwa zwei Stunden stoppte der vermutlich erschöpfte Wal und strandete erneut.
Verschiedene noch beteiligte oder bereits ausgeschiedene Teammitglieder beschuldigen sich gegenseitig, bei der Aktion am Montag falsch gehandelt zu haben. Das gesamte Vorhaben sei hochkomplex, sagt Bambaren. Nach Meinung des Schriftstellers hat der Meeressäuger eine Überlebenschance von 50 Prozent. »Der Wal will leben und ist ein Kämpfer.«
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Bürgerinitiative stellt Gerichtsantrag gegen Rettungsaktion für Wal
Beim Verwaltungsgericht Schwerin ist ein Antrag gegen den laufenden Rettungsversuch eingegangen. Er stamme von einer Bürgerinitiative, sagte ein Sprecher des Gerichts. Der Antrag richte sich gegen das Land Mecklenburg-Vorpommern »mit dem Ziel, die durchgeführten oder veranlassten Maßnahmen im Zusammenhang mit der Rettung einzustellen« oder hilfsweise erst nach einem speziellen Gutachten durchzuführen.
Die derzeitigen Bemühungen, den Wal vor Poel aus seiner Lage zu befreien, unternehmen allerdings nicht Behörden oder das Land selbst. Stattdessen hat eine private Initiative die Verantwortung übernommen. Das Land duldet und überwacht die Maßnahmen.
Als Mecklenburg-Vorpommerns Umweltminister Till Backhaus (SPD) zuvor zwischenzeitlich erklärt hatte, dass es keine weiteren Rettungsversuche geben solle, hatte es mehrere Anträge für eine Rettungsaktion gegeben.
Die derzeitigen Bemühungen, den Wal vor Poel aus seiner Lage zu befreien, unternehmen allerdings nicht Behörden oder das Land selbst. Stattdessen hat eine private Initiative die Verantwortung übernommen. Das Land duldet und überwacht die Maßnahmen.
Als Mecklenburg-Vorpommerns Umweltminister Till Backhaus (SPD) zuvor zwischenzeitlich erklärt hatte, dass es keine weiteren Rettungsversuche geben solle, hatte es mehrere Anträge für eine Rettungsaktion gegeben.
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Weiße Tücher für den Wal
Ein Helfer nähert sich dem tonnenschweren Tier auf einem SUP-Board und bedeckt es mit weißen, nassen Tüchern zum Schutz der Haut. Zudem ist der Spülbagger wieder im Einsatz. Welche weiteren Schritte das Team der privaten Rettungsinitiative plant, blieb zunächst unklar.
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Leseempfehlung: Die Timmy-Backhaus-Show
Mecklenburg-Vorpommerns Umweltminister Till Backhaus (SPD) hat die Rettung des Buckelwals zu seinem Projekt gemacht – und die Verantwortung dann formal an eine private Rettungsinitiative abgegeben. Meine Kollegen Gunther Latsch und Jean-Pierre Ziegler berichten über den Minister im Wa(h)lkampf. Ihr Stück lesen Sie hier.
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Niedrigwasser erschwert Bergung auch am Mittwoch
Guten Morgen, der Wal hat sich in der Nacht nicht von der Stelle bewegt, berichtet die Wasserschutzpolizei. Er befindet sich weiter in der Ausfahrt der Kirchsee zur Wismarbucht (siehe Karte). Dort liegt er seit Dienstagabend in einer künstlich freigespülten Kuhle, die die private Rettungsinitiative mit Schlammsaugern geschaffen hat. Das verringert das Risiko, dass der Wal von seinem eigenen Gewicht erdrückt wird.
Allerdings herrscht weiter Niedrigwasser in der Ostsee. Das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie teilte am Morgen mit, dass der Wasserstand aktuell 20 Zentimeter unter dem normalen Niveau liege. Gegen 12.00 Uhr soll der Wasserstand dann um etwa 15 Zentimeter steigen, bevor er gegen Abend wieder um rund 15 Zentimeter sinken soll. Für den Wal dürfte es damit schwer werden, sich aus der Kuhle wegzubewegen.
Allerdings herrscht weiter Niedrigwasser in der Ostsee. Das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie teilte am Morgen mit, dass der Wasserstand aktuell 20 Zentimeter unter dem normalen Niveau liege. Gegen 12.00 Uhr soll der Wasserstand dann um etwa 15 Zentimeter steigen, bevor er gegen Abend wieder um rund 15 Zentimeter sinken soll. Für den Wal dürfte es damit schwer werden, sich aus der Kuhle wegzubewegen.
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Makrele für den Wal
Im Laufe des Abends soll versucht werden, dem Wal eine »Animationsfütterung« anzubieten. Dabei gehe es um 2,5 Kilogramm Makrele, erklärte Mecklenburg-Vorpommerns Umweltminister Till Backhaus (SPD). Normalerweise nehme ein Wal etwa eine Tonne Nahrung am Tag auf.
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Der Wal trägt jetzt offenbar einen Sender
Backhaus hat auch bestätigt, dass der Wal nun besendert sei. Über die Details müsse ihn die Rettungsinitiative noch informieren. Über den Sender können Experten den Standort des Tiers bestimmen.
Um 19.00 Uhr will Backhaus erneut Auskunft geben.
Um 19.00 Uhr will Backhaus erneut Auskunft geben.
Quader mit Sand sollen Wal vom Ufer fernhalten
Mecklenburg-Vorpommerns Umweltminister Till Backhaus (SPD) tritt erneut vor die Presse. Er berichtet, die Deutsche Lebensrettungs-Gesellschaft (DLRG) habe »Leitungsfunktion« bei der Rettung des gestrandeten Wals übernommen. Er habe in Rücksprache mit Tierärzten schnell einem neuen Vorschlag zugestimmt: Mehrere »Big Bags« sollen verhindern, dass der Wal durch Wind und Wellen weiter ins flache Wasser gedrückt wird, so wie in der vergangenen Nacht um rund 80 Meter. Backhaus beschreibt sie als mit je einem Kubikmeter Sand gefüllte quaderförmige Säcke, »wie so ein Klotz«. Der Minister betont: »Es geht immer nur um das Tierwohl.«
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Quader mit Sand sollen Wal vom Ufer fernhalten
Mecklenburg-Vorpommerns Umweltminister Till Backhaus (SPD) tritt erneut vor die Presse. Er berichtet, die Deutsche Lebensrettungs-Gesellschaft (DLRG) habe »Leitungsfunktion« bei der Rettung des gestrandeten Wals übernommen. Er habe in Rücksprache mit Tierärzten schnell einem neuen Vorschlag zugestimmt: Mehrere »Big Bags« sollen verhindern, dass der Wal durch Wind und Wellen weiter ins flache Wasser gedrückt wird, so wie in der vergangenen Nacht um rund 80 Meter. Backhaus beschreibt sie als mit je einem Kubikmeter Sand gefüllte quaderförmige Säcke, »wie so ein Klotz«. Der Minister betont: »Es geht immer nur um das Tierwohl.«
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Rettungsinitiative will Kuhle mit Saug- und Spülgerät erzeugt haben
Ein mehrköpfiges Team hat am Vormittag hüfthoch im Wasser stehend direkt am Wal gearbeitet, wie in Livestreams zu sehen war. Immer wieder hielt ein Helfer eine Art Rohr an einem Schlauch beim Wal ins Wasser, offenbar als Teil des Versuches, ihn freizuspülen. Auch eine schwimmende Arbeitsplattform mit einem Bagger kam zum Einsatz. Von der Plattform führte ein dicker Schlauch ins Wasser beim Wal, während auf der anderen Seite Wasser und augenscheinlich auch Schlick herausgespült wurde.
Aus Kreisen der privaten Initiative, die hinter dem Rettungsversuch steht, hieß es, durch den Einsatz sei eine Kuhle geschaffen worden. Ziel sei es, das Tier später in tiefere Gewässer zu leiten, »raus aus dem Nadelöhr«. Ein Gutachten von Experten des Deutschen Meeresmuseums (DMM) und der Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover (TiHo) war Anfang April zu dem Schluss gekommen, dass eine Rettung des Tiers unmöglich sei. Zahlreiche andere Wissenschaftler haben sich ähnlich geäußert. Die Mitglieder der Rettungsinitiative widersprechen.
Aus Kreisen der privaten Initiative, die hinter dem Rettungsversuch steht, hieß es, durch den Einsatz sei eine Kuhle geschaffen worden. Ziel sei es, das Tier später in tiefere Gewässer zu leiten, »raus aus dem Nadelöhr«. Ein Gutachten von Experten des Deutschen Meeresmuseums (DMM) und der Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover (TiHo) war Anfang April zu dem Schluss gekommen, dass eine Rettung des Tiers unmöglich sei. Zahlreiche andere Wissenschaftler haben sich ähnlich geäußert. Die Mitglieder der Rettungsinitiative widersprechen.
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Leseempfehlung: Wie befreit man Buckelwale, Dr. Gulland?
Immer wieder verirren sich Buckelwale in Gewässern, die nicht für sie gemacht sind. Einige können durch menschliche Hilfe befreit werden. Im Jahr 2007 etwa rettete die erfahrene US-Walexpertin Frances Gulland zwei Buckelwale in der Bucht von San Francisco. Im SPIEGEL-Interview erklärt sie, wie sie das geschafft hat und ob ein ähnliches Vorhaben auch in der Ostsee gelingen könnte.
Foto: ZUMA Press / IMAGO
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Situation des Wals hat sich laut Experten verschlechtert
Nach Einschätzung des Berliner Walforschers und Meeresbiologen Fabian Ritter befindet sich der Wal in einer zunehmend ungünstigen Lage. Das Gewicht des Tiers drücke durch den sinkenden Meeresspiegel verstärkt auf seine inneren Organe. »Der ragt tatsächlich deutlich weiter aus dem Wasser. Das ist keine gute Sache«, sagte Ritter der Nachrichtenagentur dpa.
Der Wasserstand vor Poel ist im Vergleich zu gestern gesunken. »Jeder Zentimeter bringt ihn in eine Situation, wo er mehr unter seinem eigenen Gewicht leidet«, so Ritter. Das Tier scheine auf Grund zu liegen und nicht weg zu können. Am Vormittag hatte sich der Wal deutlich bewegt. Dies könne man unterschiedlich interpretieren, sagte Ritter: als Auswirkung davon, dass das Tier weiter aus dem Wasser ragt, oder dass es eine gewisse Bewegungsfreiheit habe.
Wie bedrohlich die Position für den Wal ist, hänge von mehreren Faktoren ab, so Ritter: »Wie ist der Untergrund beschaffen? Wie liegt er auf? Wie stark ist da die Strömung und so weiter. Welche inneren Verletzungen hat er?« Das Tier sei nach seinem Freikommen am Montag auf unnatürliche Art und Weise geschwommen. »Ich empfehle, diesen Wal jetzt einfach strikt in Ruhe zu lassen«, so Ritter. Dazu hatte er bereits am Montag geraten.
Wie bedrohlich die Position für den Wal ist, hänge von mehreren Faktoren ab, so Ritter: »Wie ist der Untergrund beschaffen? Wie liegt er auf? Wie stark ist da die Strömung und so weiter. Welche inneren Verletzungen hat er?« Das Tier sei nach seinem Freikommen am Montag auf unnatürliche Art und Weise geschwommen. »Ich empfehle, diesen Wal jetzt einfach strikt in Ruhe zu lassen«, so Ritter. Dazu hatte er bereits am Montag geraten.
Ritter ist seit 20 Jahren im Wissenschaftsausschuss der Internationalen Walfangkommission (IWC) zum Schutz der Meeressäuger, zehn Jahre lang leitete er den Bereich Meeresschutz bei der größten Wal- und Delfinschutzorganisation der Welt, Whale and Dolphin Conservation (WDC). Zudem hat er fünf Bücher über Wale geschrieben.
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Hering und Shrimps für den Wal
Mitglieder der privaten Initiative arbeiten wieder am Wal. In den Livestreams ist zu sehen, wie Menschen in Neoprenanzügen zu dem Meeressäuger waten. Mithilfe von Paddeln und mit bloßen Händen bespritzen sie das Tier mit Wasser. Später soll ein Schiff mit schwerem Saug- und Spülgerät in die Nähe fahren, um das aus dem flachen Wasser ragende Tier zu entlasten. Das sagt Mecklenburg-Vorpommerns Umweltminister Till Backhaus (SPD) nach einer Lagebesprechung. Auch solle dem rund zwölf Meter langen Wal Nahrung angeboten werden. Dabei handle es sich um Hering und Shrimps.
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Wasserstand in Wismarer Bucht deutlich gesunken
Nachdem sich der Wal am Montagmorgen bei steigendem Wasserstand freigeschwommen hatte, steht das Wasser in der Wismarer Bucht heute deutlich niedriger. Wie eine Sprecherin des Wasserstandsvorhersagedienstes Ostsee mitteilte, war der Pegel am Dienstagmorgen zunächst rund 50 Zentimeter niedriger als zur gleichen Uhrzeit gestern. Dann stieg er bis zehn Uhr auf sein heutiges Maximum von etwa zehn Zentimetern über dem Normalstand. Bis ungefähr 18 Uhr wird er um 30 Zentimeter fallen und zunächst ungefähr auf diesem Niveau bleiben.
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Wal laut Backhaus gestresst
Das Tier liegt weiterhin an der Stelle, wo es sich am Vortag nach einem Freischwimmversuch erneut festgeschwommen hat. Wie in Bildern von Liveübertragungen zu sehen ist, atmet er noch und bewegt sich ab und zu. Wegen des gesunkenen Wasserstands liegt sein Körper aber zu erheblichen Teilen oberhalb der Wasseroberfläche.
Im teils abgesperrten Hafen von Kirchdorf beraten die Mitglieder der privaten Rettungsinitiative, die DLRG-Einsatzkräfte, Behördenvertreter und Mecklenburgs Landwirtschaftsminister Till Backhaus (SPD) über das weitere Vorgehen. »Wenn das abdriftet in eine Richtung, dass dem Tier Schaden zugefügt wird, dann ist eine Grenze erreicht«, sagt Backhaus. Der Wal sei nun zum fünften Mal gestrandet, betont der Minister. Seine Orientierung führe ihn immer wieder in flache Gewässer. Das müsse man zur Kenntnis nehmen. In der Nacht hatte sich Backhaus gemeinsam mit Experten der Landesfischereiaufsicht dem Tier mit einem Boot bis auf etwa 500 Meter genähert. Die Atemfrequenzen hätten zunächst zwischen zwei und vier Minuten gelegen, seien im Verlauf aber auch wieder langsamer geworden, berichtet er. Das zeige, dass der Wal von den Ereignissen des Tages gestresst sei.
Im teils abgesperrten Hafen von Kirchdorf beraten die Mitglieder der privaten Rettungsinitiative, die DLRG-Einsatzkräfte, Behördenvertreter und Mecklenburgs Landwirtschaftsminister Till Backhaus (SPD) über das weitere Vorgehen. »Wenn das abdriftet in eine Richtung, dass dem Tier Schaden zugefügt wird, dann ist eine Grenze erreicht«, sagt Backhaus. Der Wal sei nun zum fünften Mal gestrandet, betont der Minister. Seine Orientierung führe ihn immer wieder in flache Gewässer. Das müsse man zur Kenntnis nehmen. In der Nacht hatte sich Backhaus gemeinsam mit Experten der Landesfischereiaufsicht dem Tier mit einem Boot bis auf etwa 500 Meter genähert. Die Atemfrequenzen hätten zunächst zwischen zwei und vier Minuten gelegen, seien im Verlauf aber auch wieder langsamer geworden, berichtet er. Das zeige, dass der Wal von den Ereignissen des Tages gestresst sei.
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Teammitglieder verlassen Wal-Rettungsinitiative
Christiane Freifrau von Gregory tritt als Pressesprecherin der privaten Initiative zur Rettung des Wals vor Poel zurück. In einer Mitteilung schreibt sie: »Um die Integrität unserer bisherigen Arbeit zu wahren und die weitere Rettung des Tieres nicht durch interne Differenzen zu belasten, ist ein klarer Schnitt zum jetzigen Zeitpunkt unumgänglich.« Die »aktuellen Entwicklungen und die Dynamiken vor Ort« stünden gegen das Ziel einer »professionellen und ruhigen Umsetzung des Konzepts, das Mensch und Tier schützt«.
Gestern wurde die leitende Tierärztin der Initiative, Janine Bahr-van Gemmert, mit einem Hubschrauber in ein Krankenhaus gebracht, sagt Mecklenburg-Vorpommerns Umweltminister Till Backhaus (SPD). Auch eine weitere Tierärztin fällt demnach aus. »Ich habe natürlich auch mit großer Sorge zur Kenntnis genommen, dass die aus Hawaii eingeflogene Tierärztin abgereist ist«, sagt Backhaus. Zuvor hatten Medien berichtet, dass Jenna Wallace wegen Differenzen im Team abgereist sei. MediaMarkt-Mitgründer und Mitfinanzierer der Aktion Walter Gunz sagt: »Wir sind alle am Ende.« Er wolle die Initiative aber nicht aufgeben.
Gestern wurde die leitende Tierärztin der Initiative, Janine Bahr-van Gemmert, mit einem Hubschrauber in ein Krankenhaus gebracht, sagt Mecklenburg-Vorpommerns Umweltminister Till Backhaus (SPD). Auch eine weitere Tierärztin fällt demnach aus. »Ich habe natürlich auch mit großer Sorge zur Kenntnis genommen, dass die aus Hawaii eingeflogene Tierärztin abgereist ist«, sagt Backhaus. Zuvor hatten Medien berichtet, dass Jenna Wallace wegen Differenzen im Team abgereist sei. MediaMarkt-Mitgründer und Mitfinanzierer der Aktion Walter Gunz sagt: »Wir sind alle am Ende.« Er wolle die Initiative aber nicht aufgeben.
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Leseempfehlung: »In dieser Kirche beten sie für den Wal. Und weinen«
Meine Kollegin Sylvie Gühmann hat die Inselkirche auf Poel besucht. Dort riecht es nach Bibel und Fäulnis, im Gedenkbuch geht es nur noch um den Wal vor der Küste. Hat er sich verirrt? Oder die Menschen dort? Hier lesen Sie die Reportage.
Elia in der Inselkirche auf Poel. Foto: Jonas Berndt / DER SPIEGEL
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Backhaus: Wal verlässt Bucht »hoffentlich heute noch«
Der Umweltminister äußert sich gegenüber dem NDR hoffnungsvoll: Der Wal »wird den Kirchsee hoffentlich heute noch verlassen, und dann werden wir ihn begleiten«, sagt Backhaus laut NDR. Es soll eine Art Nachtwache geben, damit das Tier begleitet werden kann, sobald es losschwimmt. Laut NDR habe Backhaus veranlasst, dass neben der privaten Rettungsinitiative sowie dem DLRG auch Tierärzte und er selbst nachts in der Nähe sind.
Sollte der Wal frei schwimmen, soll er aus dem Kirchsee in die Wismarbucht und dort Richtung Nordwesten zum offenen Meer geleitet werden. Boote sollen ihm laut Tauchunternehmer Fred Babbel von der privaten Rettungsinitiative den Weg nach Osten in Richtung Wismar versperren.
Sollte der Wal frei schwimmen, soll er aus dem Kirchsee in die Wismarbucht und dort Richtung Nordwesten zum offenen Meer geleitet werden. Boote sollen ihm laut Tauchunternehmer Fred Babbel von der privaten Rettungsinitiative den Weg nach Osten in Richtung Wismar versperren.
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Die Helfer arbeiten weiterhin in der Nähe des Wals. Sie versuchen offenbar, Schlick unter dem Tier wegzublasen. So soll dem Wal der Start erleichtert werden. Es sei noch ein Stück bis zur Fahrrinne mit tiefem Wasser, sagt Mecklenburg-Vorpommerns Umweltminister Till Backhaus (SPD). Der Wal sei jedoch in Bewegung.
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Aktion dauert an
Noch immer sind zwei Taucher in der Nähe des Wals, das DLRG-Boot hält etwas Abstand. So ist es auf Livestreams zu sehen. Wie lange die Helfer heute noch im Einsatz sind, ist unklar.
Taucher bei Wal im Wasser
Mittlerweile ist das Boot am Wal angekommen. Zwei Taucher sind, offenbar mit Leinen gesichert, ins Wasser gesprungen und bewegen sich rund um den Wal. Mindestens fünf weitere Menschen warten an Bord, wie auf Livestreams im Netz zu sehen war.
Der Wal reagierte zunächst nicht erkennbar auf die Gesellschaft im Wasser.
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Behörden passen Sperrzone an
Wegen der neuen Position des vor Poel ausharrenden Wals haben die Behörden die zum Schutz des Tieres eingerichtete Sperrzone nun angepasst. Die aktualisierte Regelung gilt laut einer Mitteilung der Wasserschutzpolizei seit Montagnachmittag. Innerhalb eines Radius von 500 Metern dürfen demnach keine unbefugten Boote fahren oder sich unbefugte Menschen anderweitig auf dem Wasser aufhalten. Auch Drohnenüberflüge sind demnach untersagt. Ausnahmen gelten etwa für Menschen, die für das Tier im Einsatz sind. Als Referenzposition gibt die Wasserschutzpolizei einen Punkt am Ausgang des Kirchsees in die Wismarbucht an, neben der dortigen Fahrrinne.
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Taucher bei Wal im Wasser
Mittlerweile ist das Boot am Wal angekommen. Zwei Taucher sind, offenbar mit Leinen gesichert, ins Wasser gesprungen und bewegen sich rund um den Wal. Mindestens fünf weitere Menschen warten an Bord, wie auf Livestreams im Netz zu sehen war.
Der Wal reagierte zunächst nicht erkennbar auf die Gesellschaft im Wasser.
Der Wal reagierte zunächst nicht erkennbar auf die Gesellschaft im Wasser.
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Team bricht zu möglicher Unterspülungsaktion auf
Im Hafen von Kirchdorf bricht nun ein Team aus mehreren Kräften mit einem Boot auf. Mehrere Helfer und Taucher sind auf dem Weg zu dem Tier, offenbar soll es noch einmal unterspült werden.
Foto: Jean-Pierre Ziegler / DER SPIEGEL
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Walexperte: »Müssen endgültig einsehen, dass es nicht möglich ist, diesen Wal aktiv zu retten«
Der Berliner Walforscher und Meeresbiologe Fabian Ritter spricht sich gegen weitere Rettungsversuche für den Buckelwal aus. »Ich würde jetzt tatsächlich an der Stelle mal ganz deutlich sagen: Dieser Wal macht, was er will. Er ist nicht zu kontrollieren und wir müssen jetzt endgültig einsehen, dass es für uns nicht möglich ist, diesen Wal aktiv zu retten. Wir sollten ihm im Moment nur den größten Gefallen tun, indem wir ihn sein lassen«, sagte Ritter der Nachrichtenagentur dpa.
Foto: Jens Büttner/dpa
Ritter ist seit 20 Jahren im Wissenschaftsausschuss der Internationalen Walfangkommission (IWC) zum Schutz der Meeressäuger, zehn Jahre lang leitete er den Bereich Meeresschutz bei der größten Wal- und Delfinschutzorganisation der Welt, Whale and Dolphin Conservation (WDC). Zudem hat er fünf Bücher über Wale geschrieben.
Das Exemplar vor Poel habe Lebenswillen und sei offensichtlich eine Kämpfernatur, sagte Ritter weiter. Das habe dazu geführt, dass das Tier jetzt noch lebe und auch reagiert habe auf die Rettungsaktivitäten. »Entweder er findet jetzt wieder zu Kräften und er hat noch so viel Kraft, und die Schädigungen sind nicht so groß, dass er es schafft, auch ohne unser Zutun. Oder er ist halt auf dem Weg zu seinem Lebensende. Das müssen wir einfach jetzt akzeptieren.«
Die ruhende Position im flachen Wasser nehme der Wal seiner Überzeugung nach immer wieder freiwillig ein, »weil er sich das Leben erleichtern will«. Ritter weiter über den Meeressäuger: »Er liegt im Wasser, das trägt ihn, das heißt, er erdrückt sich nicht mit seinem eigenen Gewicht. Er muss nicht dafür sorgen, dass er an die Oberfläche kommt. Er braucht sich nicht bewegen, wenn er Schmerzen hat. Und er kann atmen, die ganze Zeit.«
Zum Zustand des Wals sagte Ritter, der Wal habe weiterhin noch Reserven – es sei für einen Buckelwal ohne Weiteres möglich, ein paar Wochen ohne Nahrung auszukommen. Hunger sei im Moment nicht das größte Problem. Ein Problem seien vielmehr die Netzreste im Maul, und damit möglicherweise die Unfähigkeit, Nahrung zu sich zu nehmen. Und nach 20 Tagen an einer Stelle liegend auch Immobilität, zusammen mit einem geschwächten Gesamtzustand.
»Vorhin kam er frei, ist losgeschwommen, aber schwamm unnatürlich, nur die Fluke bewegend und die ganze Zeit an der Oberfläche. Das ist nicht normal«, sagte Ritter. Ein gesunder, frei beweglicher Wal komme an die Oberfläche, blase und tauche wieder ab. »Normalerweise sind das ganz geschmeidige Bewegungen, und die hat er heute früh nicht gezeigt.« Grund dafür könne zwar die geringe Wassertiefe gewesen sein. »Es kann aber auch daran gelegen haben, dass er Schmerzen hat oder eine Verletzung und auch daran, dass er eben 20 Tage lang lag. Das macht was mit den Muskeln, das macht was mit dem Organismus,« so Ritter. Es stelle sich Myopathie, eine Übersäuerung der Muskeln ein, die dazu führe, dass der Wal verkrampft sei und sich erst mal nur schwerlich bewegen und schließlich auch erneut stranden kann. »Das ist eine Folge dessen, dass er einfach nicht richtig bei Kräften ist.«
Die ruhende Position im flachen Wasser nehme der Wal seiner Überzeugung nach immer wieder freiwillig ein, »weil er sich das Leben erleichtern will«. Ritter weiter über den Meeressäuger: »Er liegt im Wasser, das trägt ihn, das heißt, er erdrückt sich nicht mit seinem eigenen Gewicht. Er muss nicht dafür sorgen, dass er an die Oberfläche kommt. Er braucht sich nicht bewegen, wenn er Schmerzen hat. Und er kann atmen, die ganze Zeit.«
Zum Zustand des Wals sagte Ritter, der Wal habe weiterhin noch Reserven – es sei für einen Buckelwal ohne Weiteres möglich, ein paar Wochen ohne Nahrung auszukommen. Hunger sei im Moment nicht das größte Problem. Ein Problem seien vielmehr die Netzreste im Maul, und damit möglicherweise die Unfähigkeit, Nahrung zu sich zu nehmen. Und nach 20 Tagen an einer Stelle liegend auch Immobilität, zusammen mit einem geschwächten Gesamtzustand.
»Vorhin kam er frei, ist losgeschwommen, aber schwamm unnatürlich, nur die Fluke bewegend und die ganze Zeit an der Oberfläche. Das ist nicht normal«, sagte Ritter. Ein gesunder, frei beweglicher Wal komme an die Oberfläche, blase und tauche wieder ab. »Normalerweise sind das ganz geschmeidige Bewegungen, und die hat er heute früh nicht gezeigt.« Grund dafür könne zwar die geringe Wassertiefe gewesen sein. »Es kann aber auch daran gelegen haben, dass er Schmerzen hat oder eine Verletzung und auch daran, dass er eben 20 Tage lang lag. Das macht was mit den Muskeln, das macht was mit dem Organismus,« so Ritter. Es stelle sich Myopathie, eine Übersäuerung der Muskeln ein, die dazu führe, dass der Wal verkrampft sei und sich erst mal nur schwerlich bewegen und schließlich auch erneut stranden kann. »Das ist eine Folge dessen, dass er einfach nicht richtig bei Kräften ist.«
Foto: Fabian Ritter
Der privaten Initiative, die seit Donnerstag versucht, das Tier aus dem flachen Wasser zu bergen und Richtung Nordsee zu transportieren, stehe er skeptisch gegenüber. »Nach meinem Dafürhalten ist es ein heikles Unterfangen, das großes Potenzial dafür hat, den Wal weiter zu stressen und seinen Zustand zu verschlechtern.« Bisher habe die Aktion »leider nicht funktioniert«. Bis in die Nordsee seien es 700 Kilometer. »Und dann ist er ja immer noch nicht zu Hause.« Gerettet sei der Wal erst, wenn er im Nordatlantik schwimme und gesichert sei, dass er über Tage oder besser Wochen »normales Buckelwal-Verhalten« zeige. »Das heißt: normale Tauch- und Atemrhythmen. Und vor allem, dass er fressen kann, dass er nicht mit diesem Rest Netz oder Leinen im Maul Schmerzen hat, vielleicht gar nicht fressen kann.«
Ritter mahnt: »Dieser Wal macht uns auf ein grundsätzliches globales Problem aufmerksam, dass nämlich Hunderttausende Wale und Delfine jedes Jahr in der Fischerei sterben. Und darüber muss jetzt auch geredet werden.«
Ritter mahnt: »Dieser Wal macht uns auf ein grundsätzliches globales Problem aufmerksam, dass nämlich Hunderttausende Wale und Delfine jedes Jahr in der Fischerei sterben. Und darüber muss jetzt auch geredet werden.«
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Retter wenig zuversichtlich
Ein Boot der DLRG will gleich erneut zu dem Wal fahren, mit an Bord sind Taucher, berichtet der NDR. Fred Babbel, Mitglied der privaten Rettungsinitiative, hat jedoch wenig Hoffnung, dass die geplanten Maßnahmen erfolgreich sein werden. Der Wasserpegel sei zu gering.
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Bericht: Weitere Beratungen zu möglicher Spülungsaktion
Der höchste Wasserstand in der Kirchsee liegt schon einige Stunden zurück. Je tiefer der Pegel sinkt, desto schwieriger wird es für den Wal, sich selbst freizuschwimmen. Wie der NDR berichtet, beratschlagen sich derzeit Taucher mit Verantwortlichen der privaten Rettungsinitiative. Geplant ist demnach, noch einmal zum Wal zu fahren und Spülungen zu versuchen, um mehr Wasser unter das Tier zu bekommen.
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Fontänen am Wal
Kurze Aufregung in den Livestreams: Bilder im Netz zeigten, wie mehrere große Wasserfontänen rund um den Wal aufspritzten. Dem Anschein nach hat er sie selbst verursacht. Zu sehen ist das Ganze hier, gegen 14.41 Uhr. Anschließend verharrte das Tier allerdings wieder weitgehend regungslos, stieß nur gelegentlich Blas aus.
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Rettungsteam wollte dem Wal Gurte anlegen
Fred Babbel ist Tauchunternehmer und Mitglied der privaten Initiative, die den Wal retten will. Er sagte dem SPIEGEL, in ein bis zwei Stunden sei der Wasserpegel womöglich so weit gesunken, dass der Wal sich nicht selbst freischwimmen könne. Für diesen Fall sei geplant gewesen, dem Tier mit zwei Schlinggurten dabei zu helfen.
Diese blauen Gurte sollten den Wal anheben. Foto: Jean-Pierre Ziegler / DER SPIEGEL
Allerdings liegen die Schlinggurte wieder am Hafen in Kirchdorf. Babbel wirkt frustriert. Er sagt, die Veterinärin des Ministeriums habe den Einsatz der Gurte untersagt. Die Gurte seien zu klein, sie würden einschneiden. Das Landwirtschaftsministerium war für eine kurzfristige Anfrage zunächst nicht erreichbar.
Laut einem Gutachten von Anfang April ist die Haut des Wals stark in Mitleidenschaft gezogen. Sie platzt demnach bei Berührungen leicht auf, ein Transport mit Gurten könnte demnach zu Verletzungen führen.
Laut einem Gutachten von Anfang April ist die Haut des Wals stark in Mitleidenschaft gezogen. Sie platzt demnach bei Berührungen leicht auf, ein Transport mit Gurten könnte demnach zu Verletzungen führen.
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Wal verharrt weiter an Ort und Stelle
Die Zeit drängt, denn der Wasserstand sinkt. Doch der Buckelwal bewegt sich weiter nicht von der Stelle. Boote und Jetskis der DLRG sind weiter im Einsatz und umkreisen das Tier, das zwischendurch immer wieder Blas ausstößt.
Foto: Jens Büttner/dpa
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Walforscher: »Höchste Zeit, ihn da wegzubugsieren«
Laut dem Meeresbiologen Boris Culik hat Wal »Timmy« womöglich gezielt eine Sandbank aufgesucht, um sich zu erholen. Die sinkenden Pegel könnten dem Tier allerdings zum Verhängnis werden.
»Wenn er jetzt gemütlich mit dem Bauch auf einer Sandbank liegt und oben guckt das Blasloch raus, alles gut«, sagte Culik der Nachrichtenagentur dpa. »Aber wenn dann 50 Zentimeter weniger Wasser da sind, dann entwickelt er ein unheimliches Gewicht, das dann auf seinen inneren Organen lastet. Er hat ein ganz schwaches Skelett im Vergleich zu uns.«
Innere Organe wie Lunge, Herz oder Leber könnten gequetscht werden. An die Rettungshelfer vor Ort appellierte Culik, der früher am Geomar Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung in Kiel gearbeitet hat: »Wenn der jetzt auf einer Sandbank liegt, wird es höchste Zeit, ihn da wieder wegzubugsieren. Die Retter haben nur wenige Stunden Zeit.«
»Wenn er jetzt gemütlich mit dem Bauch auf einer Sandbank liegt und oben guckt das Blasloch raus, alles gut«, sagte Culik der Nachrichtenagentur dpa. »Aber wenn dann 50 Zentimeter weniger Wasser da sind, dann entwickelt er ein unheimliches Gewicht, das dann auf seinen inneren Organen lastet. Er hat ein ganz schwaches Skelett im Vergleich zu uns.«
Innere Organe wie Lunge, Herz oder Leber könnten gequetscht werden. An die Rettungshelfer vor Ort appellierte Culik, der früher am Geomar Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung in Kiel gearbeitet hat: »Wenn der jetzt auf einer Sandbank liegt, wird es höchste Zeit, ihn da wieder wegzubugsieren. Die Retter haben nur wenige Stunden Zeit.«
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Vorhersage: Pegel sinken in der Nacht
Kann sich der Buckelwal dauerhaft freischwimmen? Das Zeitfenster dafür scheint knapp. Aktuell drückt kräftiger Wind Wasser in die Kirchsee, die Pegelstände sind dadurch laut Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) 35 bis 70 Zentimeter höher als sonst. Dadurch wurde das Wasser tief genug für den Wal.
Doch schon in der Nacht sollen die Pegel wieder sinken, dann ist der Wasserstand nur noch zwischen null und sechzig Zentimetern erhöht. Am Dienstag schwanken die Pegel dann laut Vorhersage zwischen zwanzig Zentimeter unter dem Normalzustand und 25 Zentimeter darüber – wahrscheinlich zu flach zum Schwimmen für den Wal. Laut Experten benötigt das Tier eine Wassertiefe von etwa zwei Metern, um nicht zu stranden.
Doch schon in der Nacht sollen die Pegel wieder sinken, dann ist der Wasserstand nur noch zwischen null und sechzig Zentimetern erhöht. Am Dienstag schwanken die Pegel dann laut Vorhersage zwischen zwanzig Zentimeter unter dem Normalzustand und 25 Zentimeter darüber – wahrscheinlich zu flach zum Schwimmen für den Wal. Laut Experten benötigt das Tier eine Wassertiefe von etwa zwei Metern, um nicht zu stranden.
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Kräftiger Wind mit Sturmböen vorausgesagt
Derzeit liegt der gestrandete Buckelwal weiter am Übergang der Kirchsee in die Wismarbucht. Für das Gebiet ist heute bis in die Abendstunden kräftiger Wind aus nordöstlicher Richtung vorhergesagt, wie eine Meteorologin des Deutschen Wetterdienstes (DWD) auf dpa-Anfrage mitteilte. Um ins offene Meer zu gelangen, müsste der Wal dieselbe Richtung einschlagen, also von Norden beziehungsweise Nordosten in Richtung Süden beziehungsweise Südwesten.
Die erwartete Windgeschwindigkeit liege bei 55 bis 70 Kilometern pro Stunde, das entspreche Windstärke sieben bis acht. »Vereinzelt kann es auch zu Sturmböen mit Windstärke neun kommen«, erklärt die DWD-Sprecherin weiter. Der DWD habe eine entsprechende Warnmeldung herausgegeben. In den späten Abendstunden werde der Wind dann schwächer.
Die erwartete Windgeschwindigkeit liege bei 55 bis 70 Kilometern pro Stunde, das entspreche Windstärke sieben bis acht. »Vereinzelt kann es auch zu Sturmböen mit Windstärke neun kommen«, erklärt die DWD-Sprecherin weiter. Der DWD habe eine entsprechende Warnmeldung herausgegeben. In den späten Abendstunden werde der Wind dann schwächer.
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Umweltminister Backhaus über verharrenden Wal: »Er floatet«
Eigentlich war geplant, den Wal zur Mittagszeit – wenn die höchsten Wasserstände erwartet wurden – noch einmal zu mobilisieren. Bislang ist dies allerdings offenbar nicht gelungen: »Wir haben jetzt sinkende Wasserstände ab 12 Uhr. Deswegen muss man jetzt was tun«, sagte Mecklenburg-Vorpommerns Umweltminister Till Backhaus (SPD) Reportern. Auf die Frage, was er jetzt tue, da das Wasser sinke und der Wal weiter an Ort und Stelle verharre, sagte Backhaus sichtlich entnervt: »Ich tue jetzt gar nichts.«
Der Plan sei, das Tier »minimalinvasiv zu mobilisieren, von der Seite her. Von der Seite her zu motivieren, in tieferes Wasser zu schwimmen«, sagte Backhaus weiter. »Wir gehen davon aus, dass er sich im Moment ausruht« und sich dann aufmache in Richtung offenes Meer. Gestrandet sei der Wal jedenfalls nicht, so Backhaus weiter: »Er floatet.« Auf die Nachfrage eines Reporters, wie sich der aufliegende Wal bei sinkendem Wasser noch freischwimmen solle, antwortete der Minister sichtlich aufgebracht, er habe auch »nicht gesagt, dass er nicht aufliegt, sondern dass er nicht vollständig aufliegt«.
Der Plan sei, das Tier »minimalinvasiv zu mobilisieren, von der Seite her. Von der Seite her zu motivieren, in tieferes Wasser zu schwimmen«, sagte Backhaus weiter. »Wir gehen davon aus, dass er sich im Moment ausruht« und sich dann aufmache in Richtung offenes Meer. Gestrandet sei der Wal jedenfalls nicht, so Backhaus weiter: »Er floatet.« Auf die Nachfrage eines Reporters, wie sich der aufliegende Wal bei sinkendem Wasser noch freischwimmen solle, antwortete der Minister sichtlich aufgebracht, er habe auch »nicht gesagt, dass er nicht aufliegt, sondern dass er nicht vollständig aufliegt«.
Auch auf die Frage, wie es nun weitergehe und ob es Vorbereitungen für ein Worst-Case-Szenario gebe, reagierte Backhaus ungehalten: »Sie haben doch gesehen, dass dieser Wal sich bewegt hat. Das muss doch jedem in dieser Welt klar geworden sein.« Man werde das Tier daher weiter begleiten. Dieses ganze Prozedere sei »ein Versuch, den es in dieser Form in Deutschland noch nicht gegeben hat«. Der Plan der privaten Initiative sei gewesen, den Meeressäuger »dort aus dieser misslichen Lage zu befreien.« Daran orientiere man sich weiter, so Backhaus.
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Leseempfehlung: So stehen die Chancen für den Wal
Um aus der flachen Kirchsee vor Poel herauszukommen, müsste der Wal einen Bogen schwimmen. Bislang allerdings liegt er mehr oder weniger reglos am Übergang zur Wismarbucht, wo das Wasser mit mehr als neun Metern deutlich tiefer ist als in der Kirchsee. Gibt es überhaupt eine Chance, dass er dort landet? Und womöglich sogar weiter schwimmt in Richtung offenes Meer? Meine Kollegin Julia Köppe hat sich die Lage angeschaut. Ihren Text lesen Sie hier.
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Umweltminister Backhaus: »Unsere Strategie geht ja doch auf«
Mecklenburg-Vorpommerns Umweltminister Till Backhaus meldet sich weiter in Sachen Wal zu Wort: »Manchmal ist es so im Leben, plötzlich gibt’s eine Chance und das regelt sich alles von allein«, sagte er der Deutschen Presse-Agentur. Möglich gemacht wurde das Freischwimmen dem Minister zufolge vor allem durch eine deutliche Wetterveränderung. Sie habe 60 bis 70 Zentimeter mehr Wasserhöhe am Wal gebracht, so Backhaus.
»Unsere Strategie geht ja doch auf mit der Initiative«, sagte er. Der große Meeressäuger sei am Morgen mit verhältnismäßig hoher Geschwindigkeit unterwegs gewesen, »nämlich zwischen fünf und sieben Knoten«. Das sind etwa 9 bis 13 Kilometer pro Stunde. Geleitet von mehreren Booten schwamm der Wal erst mehrfach hin und her, dann anhaltend in die richtige Richtung – bis er allerdings erneut am Ende der Kirchsee genannten Bucht stoppte. Wenn der Wal für längere Zeit abtauche, könne eine Ortung zum Problem werden, sagte Backhaus.
»Unsere Strategie geht ja doch auf mit der Initiative«, sagte er. Der große Meeressäuger sei am Morgen mit verhältnismäßig hoher Geschwindigkeit unterwegs gewesen, »nämlich zwischen fünf und sieben Knoten«. Das sind etwa 9 bis 13 Kilometer pro Stunde. Geleitet von mehreren Booten schwamm der Wal erst mehrfach hin und her, dann anhaltend in die richtige Richtung – bis er allerdings erneut am Ende der Kirchsee genannten Bucht stoppte. Wenn der Wal für längere Zeit abtauche, könne eine Ortung zum Problem werden, sagte Backhaus.
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Rettungsinitiative: Wal wird demnächst erneut »mobilisiert«
Seit rund eineinhalb Stunden verharrt der am Morgen freigekommene Buckelwal nun schon an derselben Stelle am Ausgang der Kirchsee vor Poel. Um die Mittagszeit herum soll er nun erneut »mobilisiert« werden, sagte Karin Walter-Mommert, Mitorganisatorin der privaten Rettungsaktion, dem NDR. Das Tier liege nur ganz flach auf; es brauche nicht viel, damit es wieder in Bewegung komme, so Walter-Mommert. Wie genau die Mobilisierung aussehen werde, sagte sie jedoch nicht.
Bis zum Mittag soll der Wasserstand in dem Seegebiet um Poel noch ansteigen, zeigen Daten des Bundesamts für Seeschifffahrt und Hydrographie.
Walter-Mommert zufolge müsse die Initiative derzeit noch auf ein »Go« vom Umweltministerium warten. Sie und ihr Team seien fast schon am Ende ihrer Kräfte, aber »es hat sich schon jetzt gelohnt, da der Wal noch mal schwimmen durfte.«
Bis zum Mittag soll der Wasserstand in dem Seegebiet um Poel noch ansteigen, zeigen Daten des Bundesamts für Seeschifffahrt und Hydrographie.
Walter-Mommert zufolge müsse die Initiative derzeit noch auf ein »Go« vom Umweltministerium warten. Sie und ihr Team seien fast schon am Ende ihrer Kräfte, aber »es hat sich schon jetzt gelohnt, da der Wal noch mal schwimmen durfte.«
Seit längerer Zeit verharrt das Tier am Ausgang der Kirchsee vor Poel. Foto: Jens Büttner/dpa
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Wie der freigekommene Wal durch die Bucht schwamm
Steigende Wasserstände und starker Wind haben dem vor Poel gestrandeten Wal zum erneuten Freischwimmen geholfen. Um kurz nach 7 Uhr früh schwamm er los, wechselte mehrfach die Richtung, schien orientierungslos. Die Bilder dazu sehen Sie hier im Video.
Reuters
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Ministerium: Wal kann sich frei bewegen
Nach seinem Freischwimmen verharrt der Buckelwal vor Poel schon seit einer guten Stunde an derselben Stelle. Das Umweltministerium in Schwerin geht allerdings nicht davon aus, dass er erneut gestrandet ist.
Helfer auf den Booten seien der Meinung, dass sich das Tier frei bewegen könne, sagte eine Ministeriumssprecherin. Allerdings lasse man dem Tier aktuell eine Pause. Es habe am Morgen schätzungsweise drei bis fünf Kilometer zurückgelegt.
Helfer auf den Booten seien der Meinung, dass sich das Tier frei bewegen könne, sagte eine Ministeriumssprecherin. Allerdings lasse man dem Tier aktuell eine Pause. Es habe am Morgen schätzungsweise drei bis fünf Kilometer zurückgelegt.
Buckelwal verharrt anscheinend an einer Stelle
Rund zwei Stunden nachdem der Buckelwal vor Poel losgeschwommen ist, hat er nun offenbar wieder gestoppt. Auf Livestreams ist zu sehen, wie das Tier nahe von Fahrwassertonnen zu liegen scheint. Die Begleitboote, die ihn zuvor Richtung offene Ostsee getrieben hatten, hielten zumeist Abstand.
Der Meeressäuger wechselte nach seinem Losschwimmen am Morgen mehrfach die Richtung, schwamm aber geleitet von den Booten schließlich anhaltend in die richtige Richtung – bis zum Stopp am Ende der Kirchsee genannten Bucht. Ein Sprecher des Schweriner Umweltministeriums sagte, nach seinem Wissen sei auch der Ausgang des Kirchsees teils sehr flach. Der Wal müsste demnach einen Bogen schwimmen, um gut herauszukommen. Das Fahrwasser sei etwa zweieinhalb bis drei Meter tief. Ansonsten sei die Bucht etwa zwischen 90 Zentimeter und 1,10 Meter tief. Deutlich tiefer ist seinen Angaben nach das Fahrwasser der sich anschließenden Wismarbucht. Dieses sei mindestens mehr als neun Meter tief. Durch die Wismarbucht müsste der Wal schwimmen, um in die Ostsee zu gelangen.
Der Meeressäuger wechselte nach seinem Losschwimmen am Morgen mehrfach die Richtung, schwamm aber geleitet von den Booten schließlich anhaltend in die richtige Richtung – bis zum Stopp am Ende der Kirchsee genannten Bucht. Ein Sprecher des Schweriner Umweltministeriums sagte, nach seinem Wissen sei auch der Ausgang des Kirchsees teils sehr flach. Der Wal müsste demnach einen Bogen schwimmen, um gut herauszukommen. Das Fahrwasser sei etwa zweieinhalb bis drei Meter tief. Ansonsten sei die Bucht etwa zwischen 90 Zentimeter und 1,10 Meter tief. Deutlich tiefer ist seinen Angaben nach das Fahrwasser der sich anschließenden Wismarbucht. Dieses sei mindestens mehr als neun Meter tief. Durch die Wismarbucht müsste der Wal schwimmen, um in die Ostsee zu gelangen.
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Die Reise des Wals
Seit Anfang März ist der Buckelwal bereits vor der Küste Mecklenburg-Vorpommerns unterwegs, dabei strandete er mehrfach und befreite sich aus eigener Kraft wieder. Unsere Karte gibt den Überblick:
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Greenpeace warnt: »Megastress für das Tier«
Nach Einschätzung der Umweltorganisation Greenpeace bedeutet die aktuelle Situation für den Buckelwal eine hohe Stressbelastung. »Das ist natürlich ein Megastress für das Tier«, sagte ein Sprecher. Der Wal habe die vergangenen Jahre ohne Kontakt zu Menschen verbracht, nun gebe es ständig Aktivitäten. Das Tier müsse sich erst einmal von den vergangenen Tagen erholen und sei nun Motorenlärm von den Booten ausgesetzt. »Der Stress für das Tier ist enorm.«
Es gibt Vermutungen von Wal-Beobachtern zum Hin- und Herschwimmen am Morgen: Demnach könnte das Tier so geschwächt sein, dass es versucht, in Küstennähe zu bleiben. Eine andere Erklärungsmöglichkeit wäre demnach, dass der Wal so desorientiert ist, dass er den Weg zurück ins offene Meer nicht findet.
Es gibt Vermutungen von Wal-Beobachtern zum Hin- und Herschwimmen am Morgen: Demnach könnte das Tier so geschwächt sein, dass es versucht, in Küstennähe zu bleiben. Eine andere Erklärungsmöglichkeit wäre demnach, dass der Wal so desorientiert ist, dass er den Weg zurück ins offene Meer nicht findet.
Boote und Jetskis der DLRG begleiteten den Wal durch die Kirchsee vor Poel. Foto: Jens Büttner/dpa
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Backhaus: Wal soll einen Sender bekommen
Mecklenburg-Vorpommerns Umweltminister Till Backhaus (SPD) hat sich am Vormittag erneut zur aktuellen Wal-Lage geäußert. Es sei eine »großartige Entwicklung«, sagte er in einem Livestream. Sie sei auch möglich geworden durch die veränderten Umweltbedingungen: »Wir haben natürlich erkannt, dass wir Wind und vor allem Wasser kriegen«, sagte Backhaus. »Das hat dem Wal geholfen und hat ihn wahrscheinlich mobilisiert und motiviert, loszukommen.«
Das Tier sei anschließend recht orientierungslos durch die Bucht vor der Insel Poel geirrt. Den Booten der DLRG sei es dann »gelungen, ihn umzudrehen« und Richtung offenes Meer zu führen, sagte der Minister. Der Wal habe »aktuell noch Orientierungsschwierigkeiten«.
Alle Maßnahmen seien weiter in der Verantwortung der privaten Rettungsinitiative. Das Tier solle nun einen Sender bekommen, um seine weitere Reise verfolgen zu können. Das Gerät solle an dem Wal angebracht werden, »sobald wir eine günstige Stelle haben, wo wir ihn damit versehen können«, so Backhaus.
Das Tier sei anschließend recht orientierungslos durch die Bucht vor der Insel Poel geirrt. Den Booten der DLRG sei es dann »gelungen, ihn umzudrehen« und Richtung offenes Meer zu führen, sagte der Minister. Der Wal habe »aktuell noch Orientierungsschwierigkeiten«.
Alle Maßnahmen seien weiter in der Verantwortung der privaten Rettungsinitiative. Das Tier solle nun einen Sender bekommen, um seine weitere Reise verfolgen zu können. Das Gerät solle an dem Wal angebracht werden, »sobald wir eine günstige Stelle haben, wo wir ihn damit versehen können«, so Backhaus.
Mecklenburg-Vorpommerns Umweltminister Till Backhaus. Foto: Bernd Wüstneck/dpa
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Buckelwal verharrt anscheinend an einer Stelle
Rund zwei Stunden nachdem der Buckelwal vor Poel losgeschwommen ist, hat er nun offenbar wieder gestoppt. Auf Livestreams ist zu sehen, wie das Tier nahe von Fahrwassertonnen zu liegen scheint. Die Begleitboote, die ihn zuvor Richtung offene Ostsee getrieben hatten, hielten zumeist Abstand.
Der Meeressäuger wechselte nach seinem Losschwimmen am Morgen mehrfach die Richtung, schwamm aber geleitet von den Booten schließlich anhaltend in die richtige Richtung – bis zum Stopp am Ende der Kirchsee genannten Bucht. Ein Sprecher des Schweriner Umweltministeriums sagte, nach seinem Wissen sei auch der Ausgang des Kirchsees teils sehr flach. Der Wal müsste demnach einen Bogen schwimmen, um gut herauszukommen. Das Fahrwasser sei etwa zweieinhalb bis drei Meter tief. Ansonsten sei die Bucht etwa zwischen 90 Zentimeter und 1,10 Meter tief. Deutlich tiefer ist seinen Angaben nach das Fahrwasser der sich anschließenden Wismarbucht. Dieses sei mindestens mehr als neun Meter tief. Durch die Wismarbucht müsste der Wal schwimmen, um in die Ostsee zu gelangen.
Der Meeressäuger wechselte nach seinem Losschwimmen am Morgen mehrfach die Richtung, schwamm aber geleitet von den Booten schließlich anhaltend in die richtige Richtung – bis zum Stopp am Ende der Kirchsee genannten Bucht. Ein Sprecher des Schweriner Umweltministeriums sagte, nach seinem Wissen sei auch der Ausgang des Kirchsees teils sehr flach. Der Wal müsste demnach einen Bogen schwimmen, um gut herauszukommen. Das Fahrwasser sei etwa zweieinhalb bis drei Meter tief. Ansonsten sei die Bucht etwa zwischen 90 Zentimeter und 1,10 Meter tief. Deutlich tiefer ist seinen Angaben nach das Fahrwasser der sich anschließenden Wismarbucht. Dieses sei mindestens mehr als neun Meter tief. Durch die Wismarbucht müsste der Wal schwimmen, um in die Ostsee zu gelangen.
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Wie geht es dem Wal?
Wie es dem frei geschwommenen Tier geht und welche Überlebenschancen es hat, ist weiterhin unklar. Das Landesumweltministerium und alle hinzugezogene Fachleute kamen bislang einhellig zu dem Schluss, dass das Tier in einem sehr schlechten Zustand und wohl schwer krank oder sogar sterbend sei. Mehrfachstrandungen gelten demnach in Fachkreisen als ein Zeichen für massive Schwierigkeiten.
Alle aktiven Bemühungen um das Tier waren deshalb bereits eingestellt worden. In der vergangenen Woche entschied das Landesumweltministerium dann, einen womöglich letzten Rettungsversuch der von Unternehmern finanzierten Privatinitiative zu dulden. Die Verantwortung liegt allein bei der Initiative, die Behörden überwachen die Maßnahmen allerdings. Zuständig sei weiterhin die Initiative, betonte Mecklenburg-Vorpommerns Umweltminister Till Backhaus (SPD) heute Morgen noch einmal. Sie erhalte aber »vollständige Hilfestellung« der Behörden.
Alle aktiven Bemühungen um das Tier waren deshalb bereits eingestellt worden. In der vergangenen Woche entschied das Landesumweltministerium dann, einen womöglich letzten Rettungsversuch der von Unternehmern finanzierten Privatinitiative zu dulden. Die Verantwortung liegt allein bei der Initiative, die Behörden überwachen die Maßnahmen allerdings. Zuständig sei weiterhin die Initiative, betonte Mecklenburg-Vorpommerns Umweltminister Till Backhaus (SPD) heute Morgen noch einmal. Sie erhalte aber »vollständige Hilfestellung« der Behörden.
Frei geschwommener Buckelwal am Morgen in der Kirchsee. Foto: Jens Büttner/dpa
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Initiator der Rettungsaktion ernüchtert
Die Geldgeber der privaten Rettungsaktion, die den gestrandeten Buckelwal eigentlich befreien wollte, haben sich über das selbstständige Losschwimmen des Tiers ernüchtert gezeigt. Man habe zwei Tage Verzögerung im Plan gehabt, sagte Mediamarkt-Mitgründer Walter Gunz, der die Aktion zusammen mit der Unternehmerin Karin Walter-Mommert finanziert, der Deutschen Presse-Agentur. »Und jetzt ist das aus der Bahn gelaufen alles.« Mehr könne er derzeit nicht sagen. »Jetzt kann man nur hoffen, dass die Begleitung gelingt.«
Befreiung wohl aus eigener Kraft
Dass der gestrandete Buckelwal wieder schwimmt, hat mit der geplanten Rettungsaktion offenbar nichts zu tun: Stattdessen soll der steigende Wasserstand zentral gewesen sein – in doppelter Hinsicht: Er verhinderte, dass die Aktion wie zeitlich geplant startete und brachte offenbar genug Wasser unter das Tier, sodass es nun aus eigener Kraft loskam.
Gestern Abend hatte Mediamarkt-Mitgründer Walter Gunz, der die Aktion zusammen mit der Unternehmerin Karin Walter-Mommert finanziert, der Deutschen Presse-Agentur gesagt, durch den gestiegenen Wasserstand seien das Anbringen der Pontons und ein Begleiten des Wals wie geplant unmöglich geworden. Am Samstag habe man »die richtige Wasserhöhe noch gehabt», so Gunz. »Heute haben wir plötzlich 70 Zentimeter mehr.« Das sei eine ganz andere Situation.
Der ursprüngliche Plan sah vor, eine Plane unter den Wal zu ziehen und diese an Pontons zu befestigen, die wiederum von einem Schlepper an einer langen Leine gezogen werden. So sollte das Tier in die Nordsee und möglichst sogar bis in den Atlantik transportiert werden. Die Vorbereitungen dafür liefen seit Donnerstag.
Gestern Abend hatte Mediamarkt-Mitgründer Walter Gunz, der die Aktion zusammen mit der Unternehmerin Karin Walter-Mommert finanziert, der Deutschen Presse-Agentur gesagt, durch den gestiegenen Wasserstand seien das Anbringen der Pontons und ein Begleiten des Wals wie geplant unmöglich geworden. Am Samstag habe man »die richtige Wasserhöhe noch gehabt», so Gunz. »Heute haben wir plötzlich 70 Zentimeter mehr.« Das sei eine ganz andere Situation.
Der ursprüngliche Plan sah vor, eine Plane unter den Wal zu ziehen und diese an Pontons zu befestigen, die wiederum von einem Schlepper an einer langen Leine gezogen werden. So sollte das Tier in die Nordsee und möglichst sogar bis in den Atlantik transportiert werden. Die Vorbereitungen dafür liefen seit Donnerstag.
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Zwölf Meter Länge
Messungen des Umweltministeriums zufolge ist der Buckelwal wohl ein relativ durchschnittliches Tier: Den Angaben nach misst er 12,35 Meter Länge und 3,20 Meter Breite bei etwa 1,60 Meter Höhe.
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Wal findet bislang offenbar nicht Weg ins offene Meer
Der frei geschwommene Wal wechselt weiter die Richtung, wie auf Livestreams im Netz zu sehen ist. Helfer versuchen von Booten aus, ihn in Richtung offene Ostsee zu treiben – bislang allerdings vergeblich. »Der ist weiter in die Bucht geschwommen«, sagte ein Sprecher der Wasserschutzpolizei.
Auf den Bildern der Livestreams waren zeitweise im Hintergrund schon Hafenanlagen von Kirchdorf am Ende der Bucht zu sehen. Zuletzt bewegte sich das Tier aber wieder für mehrere Minuten in die andere Richtung, die aus der Bucht hinausführt.
Auf den Bildern der Livestreams waren zeitweise im Hintergrund schon Hafenanlagen von Kirchdorf am Ende der Bucht zu sehen. Zuletzt bewegte sich das Tier aber wieder für mehrere Minuten in die andere Richtung, die aus der Bucht hinausführt.
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Befreiung wohl aus eigener Kraft
Dass der gestrandete Buckelwal wieder schwimmt, hat mit der geplanten Rettungsaktion offenbar nichts zu tun: Stattdessen soll der steigende Wasserstand zentral gewesen sein – in doppelter Hinsicht: Er verhinderte, dass die Aktion wie zeitlich geplant startete und brachte offenbar genug Wasser unter das Tier, sodass es nun aus eigener Kraft loskam.
Gestern Abend hatte Mediamarkt-Mitgründer Walter Gunz, der die Aktion zusammen mit der Unternehmerin Karin Walter-Mommert finanziert, der Deutschen Presse-Agentur gesagt, durch den gestiegenen Wasserstand seien das Anbringen der Pontons und ein geplantes Begleiten des Wals unmöglich geworden. Am Samstag habe man »die richtige Wasserhöhe noch gehabt«, so Gunz. »Heute haben wir plötzlich 70 Zentimeter mehr.« Das sei eine ganz andere Situation.
Der ursprüngliche Plan sah vor, eine Plane unter den Wal zu ziehen und diese an Pontons zu befestigen, die wiederum von einem Schlepper an einer langen Leine gezogen werden. So sollte das Tier in die Nordsee und möglichst sogar bis in den Atlantik transportiert werden. Die Vorbereitungen dafür liefen seit Donnerstag.
Gestern Abend hatte Mediamarkt-Mitgründer Walter Gunz, der die Aktion zusammen mit der Unternehmerin Karin Walter-Mommert finanziert, der Deutschen Presse-Agentur gesagt, durch den gestiegenen Wasserstand seien das Anbringen der Pontons und ein geplantes Begleiten des Wals unmöglich geworden. Am Samstag habe man »die richtige Wasserhöhe noch gehabt«, so Gunz. »Heute haben wir plötzlich 70 Zentimeter mehr.« Das sei eine ganz andere Situation.
Der ursprüngliche Plan sah vor, eine Plane unter den Wal zu ziehen und diese an Pontons zu befestigen, die wiederum von einem Schlepper an einer langen Leine gezogen werden. So sollte das Tier in die Nordsee und möglichst sogar bis in den Atlantik transportiert werden. Die Vorbereitungen dafür liefen seit Donnerstag.
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Wal schwimmt durch Wismarbucht
Auf Livestreams im Internet ist zu sehen, wie der Wal sich derzeit weiter durchs Wasser vor Poel bewegt. Er wechselt dabei immer wieder die Richtung und stößt Blas aus. Mehrere Begleitboote der DLRG sowie Jetskis kreisen um das Tier, an Land stehen Schaulustige und beobachten die Szenen.
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Ist der Wal nun gerettet?
Die Freude in Poel ist groß: Auf Bildern sind jubelnde Menschen zu sehen, die um den Wal gebangt hatten. Doch das Risiko ist hoch, dass »Timmy« oder »Hope«, wie viele das tonnenschwere Meerestier nennen, erneut stranden wird.
Seit er Anfang März das erste Mal in der Ostsee aufgetaucht ist, lag der Wal bereits viermal auf Grund. Und die Kirchsee, in der sich der Wal aktuell befindet, ist flach – an vielen Stellen ist das Wasser nur etwa 1,2 bis 2 Meter tief – abgesehen von einer engen Fahrrinne.
Begleitboote sollen jetzt versuchen, dem Wal den richtigen Weg zu zeigen, doch bis in den Atlantik sind es Hunderte Kilometer. Der Wal kann abtauchen, und in der Nacht dürfte es schwer werden, den Meeressäuger im Blick zu behalten.
Die neuseeländische Meeresbiologin Ingrid N. Visser, die an zahlreichen Walrettungen beteiligt war, sagte dem SPIEGEL, sie glaube nicht, dass sich ein frei schwimmender Buckelwal über Hunderte Kilometer durch die Ostsee in den Atlantik lenken lasse. Zu schmal die Fahrrinnen, zu viele Untiefen. Sie habe noch nie einen Buckelwal unter ähnlichen Umständen befreien können.
Seit er Anfang März das erste Mal in der Ostsee aufgetaucht ist, lag der Wal bereits viermal auf Grund. Und die Kirchsee, in der sich der Wal aktuell befindet, ist flach – an vielen Stellen ist das Wasser nur etwa 1,2 bis 2 Meter tief – abgesehen von einer engen Fahrrinne.
Begleitboote sollen jetzt versuchen, dem Wal den richtigen Weg zu zeigen, doch bis in den Atlantik sind es Hunderte Kilometer. Der Wal kann abtauchen, und in der Nacht dürfte es schwer werden, den Meeressäuger im Blick zu behalten.
Die neuseeländische Meeresbiologin Ingrid N. Visser, die an zahlreichen Walrettungen beteiligt war, sagte dem SPIEGEL, sie glaube nicht, dass sich ein frei schwimmender Buckelwal über Hunderte Kilometer durch die Ostsee in den Atlantik lenken lasse. Zu schmal die Fahrrinnen, zu viele Untiefen. Sie habe noch nie einen Buckelwal unter ähnlichen Umständen befreien können.
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Geplante Rettungsaktion gestaltet sich schwierig
Als der Wal sich festgeschwommen hatte, wollten die Behörden das Tier sterben lassen – zu schlecht schien sein Zustand. Dann allerdings duldeten die Behörden, dass eine private Initiative eine Rettungsaktion startet. Diese verzögerte sich allerdings. So war der Wind zuletzt aufgefrischt und der Wasserpegel gestiegen.
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Bilder zeigen immer wieder einen Blas, die Fontäne, die ein Wal beim Auftauchen ausstößt.
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Boote sollen Tier begleiten
Ziel ist nun, das Tier aus der Bucht zu begleiten. Dazu sollen laut Minister Backhaus weitere Boote geordert werden. »Es gibt die Chance, das Tier ins richtige Fahrwasser zu bringen.« Der Wal hatte sich schon mehrmals festgeschwommen und war wieder freigekommen. Den Weg ins offene Meer fand er aber nicht.
Seit Anfang März war der Wal immer wieder an der Ostseeküste aufgetaucht, zunächst im Hafen von Wismar, später in der Lübecker Bucht und an der Küste bei Steinbeck im Kreis Nordwestmecklenburg. Das Tier hatte sich Experten zufolge wiederholt in Netzen verfangen. Einsatzkräfte und Meeresschützer der Organisation Sea Shepherd hatten es von einem Teil des Materials befreit. Vor Poel hatte er sich zum dritten Mal festgesetzt.
Seit Anfang März war der Wal immer wieder an der Ostseeküste aufgetaucht, zunächst im Hafen von Wismar, später in der Lübecker Bucht und an der Küste bei Steinbeck im Kreis Nordwestmecklenburg. Das Tier hatte sich Experten zufolge wiederholt in Netzen verfangen. Einsatzkräfte und Meeresschützer der Organisation Sea Shepherd hatten es von einem Teil des Materials befreit. Vor Poel hatte er sich zum dritten Mal festgesetzt.
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Umweltminister Backhaus spricht von »Glücksmoment«
Mecklenburg-Vorpommerns Umweltminister Till Backhaus ist vor Ort. Der SPD-Politiker sagte vor Reportern, es sei »zunächst mal ein Glücksmoment«, dass der Wal jetzt wieder schwimme. Wie schon bei vergangenen Auftritten in Zusammenhang mit dem Wal fehlte es bei Backhaus nicht an Pathos: »Ich habe das immer gesagt, ich persönlich: Ich begleite diesen Wal. Bis zum Ende. Ob lebend oder tot.«
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Buckelwal schwimmt sich frei
Ende März war vor der Ostseeküste Mecklenburg-Vorpommerns ein Buckelwal gestrandet. Nun hat sich das Tier in der Wismarer Bucht freigeschwommen. Wir halten Sie hier über die Entwicklungen auf dem Laufenden.
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Mit Material der Agenturen




