Die Lufthansa hat sich beim russischen Regisseur Pawel Talankin entschuldigt, weil dessen Oscarstatue nach einem Flug von New York nach Frankfurt am Main zwischenzeitlich nicht mehr auffindbar war. Die Fluggesellschaft teilte am Freitag mit, die Statue befinde sich mittlerweile »in unserer Obhut« in Frankfurt am Main. Lufthansa stehe bereits »in direktem Kontakt mit dem Gast, um die persönliche Übergabe schnellstmöglich zu arrangieren«.
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Talankin hatte den Oscar im März für seinen Dokumentarfilm »Ein Nobody gegen Putin« gewonnen. Der Film ist derzeit in der Arte-Mediathek frei verfügbar.
Laut der Film-Nachrichtenseite »Deadline« durfte er die Statue am Mittwoch auf dem JFK-Flughafen nicht mit ins Flugzeug nehmen – die Behörden hätten ihm gesagt, die Trophäe könne als Waffe benutzt werden. Deshalb wurde sie in einer Pappschachtel verpackt im Frachtraum transportiert.
Nach der Landung in Deutschland war die Statue nicht auffindbar. Die Lufthansa erklärte am Freitag, »der sorgsame und sichere Umgang mit dem Eigentum unserer Gäste hat für uns höchste Priorität«. Die interne Prüfung, wie es dazu kam, sei »aktuell noch nicht abgeschlossen«. Die Lufthansa bedauere die entstandenen Unannehmlichkeiten »aufrichtig« und habe den Eigentümer um Entschuldigung gebeten.
Granaten werfen als Schullektion
Der 35-jährige Talankin, ehemals Lehrer an einer Schule in der russischen Uralregion Tscheljabinsk, hatte den Oscar im März zusammen mit dem US-dänischen Regisseur David Borenstein gewonnen. »Ein Nobody gegen Putin« basiert auf Videoaufnahmen, die Talankin aus Russland geschmuggelt hatte. Das Material zeigte, wie sich die Gemeinschaft an Talankins Schule in seiner Heimatstadt Karabasch durch den Krieg veränderte. Er dokumentierte, wie Lehrer den Schülern Falschbehauptungen über die russische Invasion in der Ukraine erzählten, und wie Wagner-Söldner an die Schule kamen und Jugendliche gegeneinander im Granatenweitwurf antraten.
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Talankin sagte »Deadline« am Donnerstag, er sei schon mindestens ein Dutzend Mal mit der Oscarstatue im Handgepäck geflogen – »nie gab es Probleme«. Es sei »komplett rätselhaft«, wie die US-Beamten sie als eine Waffe einstufen konnten.
