Sie gehören bei den meisten Kindern zum Lieblingsessen, mit Tomatensoße und einem Berg Parmesan darüber. Oder in Bolognese ertränkt oder mit Fäden ziehender Käsesoße: Nudeln. Es gibt sie in Schmetterlingsform, als Muscheln oder Buchstaben in der Suppe. Spaghetti, Penne, Makkaroni – im Supermarktregal reihen sich etliche Sorten nebeneinander.
Nudeln werden auf der ganzen Welt gegessen. In Japan gibt es Ramen oder Udon, in Mexiko Fideos mit Tomaten und Chili. In Italien isst man Pasta, in Vietnam Glasnudeln, und in Russland wird Lapsha in der Suppe serviert. Mit den Ländern wechseln nicht nur Namen und Formen, sondern auch die Grundzutaten. Je nach Region bestehen sie aus Weizen, Reis, Mungbohnen oder Buchweizen.
So entstehen Makkaroni
Allen ist gemein, dass sie aus einem einfachen Teig bestehen: Mehl oder Grieß wird mit Wasser vermengt, manchmal kommen Eier dazu. Nach dem Formen können sie in der Regel getrocknet werden. Das macht Nudeln zu einem sehr praktischen Lebensmittel. Sie sind günstig, lassen sich gut lagern und schnell zubereiten.
Wer sie erfunden hat, lässt sich nicht genau sagen. Wahrscheinlich entwickelten Menschen unterschiedliche Versionen unabhängig voneinander an verschiedenen Orten – und das schon vor Tausenden Jahren. Bei Ausgrabungen in China entdeckten Forschende einen Tontopf aus der Jungsteinzeit. Darin fanden sie dünne Teigfäden, etwa einen halben Meter lang. Der Topf wurde bei einer Naturkatastrophe begraben, vermutlich einem Erdbeben oder einer Überschwemmung. Er lag unter einer so dicken Schicht aus Erde und Lehm, dass keine Luft in das Gefäß kam.
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Ohne Sauerstoff verrotten Essensreste viel langsamer. So überstand die Mahlzeit rund 4000 Jahre. Beim Öffnen des Topfs zerfielen die Teigstränge zwar zu Staub, der aber noch untersucht werden konnte. Das Ergebnis: Schon damals kneteten Menschen einen Teig aus Getreide und Wasser und formten ihn zu langen Fäden, also einer Art Steinzeit-Spaghetti.
Weil Nudeln im Vergleich zu anderen Lebensmitteln lange haltbar sind, begann man früh damit, sie in großen Mengen herzustellen und zu verkaufen. In Gragnano, einer Stadt in Süditalien, passte man im 19. Jahrhundert sogar die Stadtplanung an die Pasta-Produktion an. Die Straße wurde verbreitert, sodass es weniger Schatten gab und der Wind besser hindurchwehen konnte. Die langen Nudeln hingen wie Vorhänge auf Wäscheständern, trockneten schnell und konnten in andere Länder verkauft werden.
Vor etwa 120 Jahren entstanden die ersten Fabriken mit Maschinen und Trockner-Automaten. Formen von Hand war nicht mehr nötig. Alles ging schneller, die Mengen wurden größer. Heute produzieren die Länder der Europäischen Union jährlich mehr als sechs Millionen Tonnen Nudeln. Das sind so viele, dass man damit etwa 6100 olympische Schwimmbecken füllen könnte.
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