SpOn 02.06.2026
17:31 Uhr

Norwegen: Schiffswrack aus dem 18. Jahrhundert entdeckt


Als hätten sie eine Zeitkapsel gefunden: Vor Norwegens Küste haben Forscher ein Schiffswrack aus dem 18. Jahrhundert entdeckt, voll mit chinesischem Porzellan. Sie hoffen auf weitere Schätze.

Norwegen: Schiffswrack aus dem 18. Jahrhundert entdeckt

In norwegischen Gewässern wurde ein Schiff aus dem 18. Jahrhundert mit einer historischen Ladung chinesischen Porzellans und weiterer Güter gefunden. Auf den Bildern der norwegischen Behörde für Denkmalschutz  ist das Porzellan erstaunlich gut zu erkennen. Das Wrack mit der wertvollen Ladung hatte ein Norweger in 600 Meter Tiefe vor der Küste entdeckt. Das Schiff sank im Skagerrak, einem Teil der Nordsee zwischen Norwegen und Dänemark.

»Sensationell« nannte der norwegische Umweltminister Andreas Bjelland Eriksen den Fund. »Das Schiffswrack enthält die am besten erhaltene Ladung dieser Art, die jemals in Nordeuropa gefunden wurde«, berichtete die norwegische Denkmalschutzbehörde.

Chinesisches Porzellan

Chinesisches Porzellan

Foto: Sindre Kinnerod / REUTERS

Laut der Behörde wurde das Wrack von Espen Saastad entdeckt. Der Mann betreibt demnach ein kleines Unternehmen für Unterwasserfahrzeug-Einsätze und Vermessungsarbeiten. Saastad informierte die Behörden und beteilige sich nun gemeinsam mit dem Norwegischen Schifffahrtsmuseum an der Untersuchung des Wracks und der Bergung von Artefakten.

Auch Kronleuchter und Textilien könnten an Bord sein

Neben dem vermutlich chinesischen Porzellan fanden Forscher an Bord des Schiffes auch »Kronleuchter, Gläser, Textilien, Getreide und Kisten, die offenbar Tee, Kräuter und Medikamente enthielten. Die Arbeiten dauern noch an, und die Archäologen machen immer wieder neue Funde«, so die Behörde. Fragmente von Kronleuchtern sollen möglicherweise aus Deutschland oder England stammen. »Ein Ziegelstein aus der Schiffsküche trägt den Stempel der Lübecker Ratsziegelei, die vom 15. Jahrhundert bis 1772 in Betrieb war«, hieß es. Das Schiff soll etwa Mitte des 18. Jahrhunderts gesunken sein.

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»Schiffswracks, die an der Küste gefunden werden, sind oft zerstört oder geplündert«, sagte Nina Refseth, Direktorin der Stiftung Norwegisches Volksmuseum, laut einer Mitteilung. »Einen Fund im offenen Meer und in dieser Tiefe zu untersuchen, verschafft uns das Vergnügen, in eine nahezu unberührte Zeitkapsel zu blicken.« Erste Funde sollen schon im Juni im Norwegischen Schifffahrtsmuseum in Oslo präsentiert werden.

esk/dpa