Auftritt Kim Jong Un: Nordkoreas Diktator ist diese Art der Inszenierung mit begeisterten Menschenmengen gewohnt. Aber was ist diesmal der Anlass?
Kim empfing am Sonntag hohen Besuch aus Russland. Verteidigungsminister Beloussow und Parlamentssprecher Wolodin kamen anlässlich der Eröffnung einer Gedenkstätte für nordkoreanische Soldaten, die aufseiten der russischen Invasoren beim Kampf in der Ukraine gefallen waren. Es ist ziemlich genau ein Jahr her, dass Nordkorea offiziell verkündete, Russland im Krieg gegen die Ukraine mit Truppen zu unterstützen.
Im nordkoreanischen Staatsfernsehen wurde der Besuch pompös inszeniert, untermalt von klassisch-militärischer Musik.
Aber auch die lebend aus dem Krieg zurückgekehrten Soldaten wurden bedacht: Russlands Verteidigungsminister Beloussow ehrte sie mit Orden für ihren Einsatz.
Was genau unter den gemalten Augen vom nordkoreanischen Staatsgründer Kim Il Sung besprochen wurde, ist nicht bekannt. Die staatliche russische Nachrichtenagentur Tass berichtet von einem geplanten Militärabkommen zwischen den beiden Ländern. Es liegt nahe, dass Putins Regime die Beziehung zur nordkoreanischen Diktatur in diesem Bereich weiter vertiefen möchte. Nordkorea wiederum profitiert offenbar von wirtschaftlicher Unterstützung aus Russland.
Die Inszenierung des Schulterschlusses zwischen den beiden Ländern wird jedenfalls von nicht gerade wenig Schauspiel begleitet, etwa von trauernden Angehörigen, einem Streichorchester und emotionalem Gesang!