SpOn 23.03.2026
06:35 Uhr

Nordkorea: Kim Jong Un genehmigt sich seine Wiederwahl


»Einstimmiger Wunsch des gesamten koreanischen Volkes«: Kim Jong Un bleibt Nordkoreas Präsident. Zuvor war die Oberste Volksversammlung per Votum neu sortiert worden. Die Wahlbeteiligung lag bei 99,99 Prozent.

Nordkorea: Kim Jong Un genehmigt sich seine Wiederwahl

Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un ist von dem Parlament des seit Jahrzehnten von seiner Familie regierten Landes zum Präsidenten für Staatsangelegenheiten wieder ernannt worden. Kims Wiederwahl in das »höchste Amt« spiegele »den einstimmigen Willen und Wunsch des gesamten koreanischen Volkes« wider, berichtete die nordkoreanische staatliche Nachrichtenagentur KCNA am Montag.

Von KCNA veröffentlichte Fotos zeigen Kim in einem Anzug, flankiert von Spitzenfunktionären und vor zwei riesigen Statuen seines Vaters Kim Jong Il und seines Großvaters Kim Il Sung sitzend.

Gibt seine Stimme ab: Kim Jong Un

Gibt seine Stimme ab: Kim Jong Un

Foto: KCNA / REUTERS

Beobachtern zufolge war der Ausgang der Wahl bereits im Voraus bestimmt und diente dazu, der Staatsführung einen Anschein demokratischer Legitimität zu geben. Die Wahl sei ein »hochgradig durchchoreografiertes Ereignis mit einem im Voraus feststehenden Ergebnis«, sagte Lee Ho Ryung vom Korea Institute for Defense Analyses. Die Führung in Pjöngjang inszeniere solche Veranstaltungen, »um ein Verfahren vorzuführen und damit politische Legitimität zu erlangen«, sagte sie. »Aber niemand glaubt, dass ein anderes Ergebnis dabei herauskommen könnte.«

Vor knapp einer Woche war die Oberste Volksversammlung Nordkoreas neu gewählt worden. Nordkoreaner ab 17 Jahren hatten die Möglichkeit, die von der herrschenden Partei vorgelegten Kandidaten zu billigen oder abzulehnen. KCNA zufolge wurden die Kandidaten mit 99,93 Prozent Jastimmen und 0,07 Prozent Neinstimmen bestätigt. Die Wahlbeteiligung lag demnach bei 99,99 Prozent.

Mehr zum Thema

Die chinesische Fluggesellschaft Air China hat derweil erklärt, dass sie ab Ende des Monats wieder Direktflüge zwischen Peking und der nordkoreanischen Hauptstadt Pjöngjang anbieten werde. Am 30. März werde eine Maschine vom Flughafen Peking-Hauptstadt in Richtung Pjöngjang starten, hieß es auf der Website der staatlichen Fluglinie. Für denselben Tag ist demnach ein Rückflug geplant.

Anschließend soll es wöchentlich einen Flug nach Pjöngjang geben. Tickets in der Economyclass ab Peking kosten zwischen 2340 und 2930 Yuan (zwischen 296 und 370 Euro). Chinesische Reiseunternehmen haben begonnen, in Onlinenetzwerken Angebote für Reisen nach Nordkorea zu bewerben. Eine offizielle Bestätigung zur Wiederaufnahme des Tourismus gab es zunächst nicht.

Der Flugverkehr zwischen China und Nordkorea war 2020 wegen der Coronapandemie eingestellt worden. Die nordkoreanische Airline Air Koryo nahm den Flugverkehr von Peking nach Pjöngjang 2023 wieder auf.

Vor zwei Wochen fuhren zum ersten Mal seit sechs Jahren wieder Passagierzüge zwischen den beiden Ländern. China ist Nordkoreas größter Handelspartner. Zudem unterstützt Peking diplomatisch und politisch das isolierte Nachbarland, das wegen seiner Atompolitik zahlreichen internationalen Sanktionen unterliegt.

dop/AFP