SpOn 18.09.2026
04:35 Uhr

Nigeria: Mindestens 48 Tote durch gepanschten Kräuterdrink


»Nach zwei Drinks konnte ich nichts mehr sehen«, berichtet ein Überlebender: In Nigeria haben sich 182 Menschen vermutlich mit Methanol vergiftet. Für Dutzende kam jede Hilfe zu spät.

Nigeria: Mindestens 48 Tote durch gepanschten Kräuterdrink

In den ländlichen Gebieten Nigerias ist es durchaus üblich, dass Menschen selbst gebrannten Schnaps oder sonstige fragwürdige alkoholische Getränke zu sich nehmen. Das ist zwar billig – aber auch äußerst riskant, wie ein aktueller Fall aus den Regionen Odigbo und Irele zeigt. Dort sind mindestens 48 Menschen gestorben, wie unter anderem der Sender ABC News berichtet .

Offenbar hatten die Opfer Methanol zu sich genommen, mit drastischen Folgen. »Je nach konsumierter Menge verabschieden sich die Nieren, das Augenlicht und das Gehirn nehmen Schaden«, erklärte Banji Ajaka von der regionalen Gesundheitsbehörde im Bundesstaat Ondo.

Für mehr als 100 weitere Personen endete das Ganze beim Arzt oder im Krankenhaus. Sie erlitten mehr oder minder schwere Vergiftungssymptome. Das gilt auch für Sola Adebayo. »Ich habe zwei Drinks zu mir genommen und bin am Freitag ausgegangen. Am Samstag konnte ich nichts mehr sehen«, sagte der 32-Jährige dem örtlichen Sender TVC News aus seinem Krankenhausbett. Tatsächlich treten die Anzeichen einer Vergiftung oft erst zwölf bis 24 Stunden nach der Einnahme auf.

Offenbar wurde Kräutergetränk mit Methanol versetzt

Nach Angaben von vor Ort könnte ein Gemisch namens »Affenschwanz« hinter den tragischen Vorfällen stecken. Dabei soll es sich um eine Kräutermischung handeln, die mit reichlich Alkohol versetzt wird. Laut einem Händler vor Ort gibt es neben der vergleichsweise sicheren Originalvariante auch eine gepanschte Version.

Laut den Behörden sind inzwischen 15 Menschen festgenommen worden, die im Verdacht stehen, das giftige Gebräu in Umlauf gebracht zu haben.

Derzeit versucht die bundesweite Lebensmittelkontrollbehörde, ein Verbot für den Ausschank von Alkohol in Plastikbehältern oder Trinkpäckchen durchzusetzen. Dieses Verbot soll in erster Linie verhindern, dass Kinder und Jugendliche leichten Zugang zu Alkohol bekommen.

jok