SpOn 10.08.2026
05:52 Uhr

News: Donald Trump, Sachsen-Anhalt, AfD, Nato, Russland, Drohnen, Leipzig


Wichtige Projekte des US-Präsidenten bleiben stecken. Russlands Dementis zum Drohnenvorfall in Leipzig. Linke offen für Pakt gegen AfD. Das ist die Lage am Montagmorgen.

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Trumps richtig mieser Sommer

US-Präsident Donald Trump muss eine ganze Serie von schlechten Nachrichten aushalten. Seine Fans würden wohl von einer Pechsträhne sprechen. In Wahrheit hat er sich die meisten Rückschläge aufgrund seines erratischen Politikstils eher selbst zuzuschreiben.

US-Präsident Donald Trump (am 7. August)

US-Präsident Donald Trump (am 7. August)

Foto: Kent Nishimura / AFP

Rückschlag eins: Der US-Senat hat sich am Wochenende in die Sommerpause verabschiedet, ohne Trumps Lieblingsprojekt zu verabschieden, den »Save Act«. Das Trump-Gesetz, das vor allem dazu gedacht ist, Wählerinnen und Wähler der Demokraten bei den nächsten Wahlen von den Urnen fernzuhalten, dürfte damit so gut wie beerdigt sein.

Rückschlag zwei: Für Wirtschaftsexperten gibt es seit Freitag nur noch ein Thema, die neuesten Arbeitsmarktdaten in den USA. Sie deuten darauf hin, dass sich die Konjunktur abschwächen könnte und mehr und mehr Amerikanerinnen und Amerikaner Probleme haben, einen neuen Job zu finden. Die Statistiker meldeten ein Minus von 23.000 Jobs. Auch Daten aus vorangegangenen Monaten wurden nach unten korrigiert.

Rückschlag drei: Trumps großes Versprechen, einen stabilen Frieden für Gaza zu erreichen, bleibt stecken. Die israelische Regierung lehnte am Sonntag die Pläne für eine Entwaffnung der islamistischen Terrorgruppe Hamas und einen Abzug der eigenen Armee aus dem Gazastreifen vorerst ab (mehr hier).

Es zeigt sich: Knapp drei Monate vor den wichtigen Kongresswahlen, den Midterms, hat Trump kaum politische Erfolge vorzuweisen. Typisch Trump: Für den Fall einer Niederlage benennt er bereits potenzielle Sündenböcke – seine eigenen Parteifreunde. Die Leute seien sauer auf die Republikaner, sagt Trump. »Aber nicht auf mich.«


Russlands Drohnen-Psychokrieg

Zum Wesen der hybriden Kriegsführung gehört das Prinzip der »plausible deniability«. Das heißt, egal, was in Europa passiert, Russlands Führung um Wladimir Putin wird stets angeben, mit der Sache nichts zu tun zu haben. Haben sie ja auch tatsächlich nicht. Oder doch? Oder wie?

Es wird maximale Verwirrung gestiftet. Vielleicht von Moskau. Vielleicht nicht. So ist es auch bei dem jüngsten Drohnenvorfall am Leipziger Flughafen: Obwohl eine russische Geheimdienstoperation zu den wahrscheinlichen Szenarien zählt, weist der Kreml jede Verantwortung von sich (mehr hier ).

Flughafen Leipzig/Halle

Flughafen Leipzig/Halle

Foto: Heiko Rebsch / dpa

Zugleich bedienen Putins Handlanger selbst Verschwörungsnarrative. So spricht etwa die russische Botschaft in Berlin von einer gegen Moskau gerichteten »Provokation Kyjiws«, um in Deutschland antirussische Hysterien zu schüren. Russlands Ex-Präsident Dmitrij Medwedew schloss nicht aus, dass es sich um Aktivitäten einer prorussischen Untergrundbewegung handeln könne, die das Ziel habe, das Leben in der EU zu destabilisieren.

Was gegen Propaganda hilft, sind übrigens: Fakten. Etwa diese hier: Russland hat diesen Krieg mit einem Überfall auf die Ukraine begonnen, Russland könnte ihn jederzeit mit einem Rückzug seiner Truppen beenden.

Lesen Sie dazu auch den aktuellen SPIEGEL-Leitartikel


Wer regiert mit wem?

Zu den großen Fragen, die die deutsche Politik in diesem Spätsommer und Herbst beschäftigen werden, zählt das Koalitionsproblem in Sachsen-Anhalt. Nach dem bisherigen Stand der Umfragen könnte die in Teilen rechtsextreme AfD dort bei der Landtagswahl am 6. September zwar stärkste Kraft werden. Für eine absolute Mehrheit der Stimmen, also eine Alleinregierung der AfD, könnte es aber nicht reichen. Da – zumindest bislang – niemand mit der AfD koalieren will, müssten sich die anderen Parteien arrangieren, um eine Regierung auf die Beine zu stellen.

Linkenchef Pantisano im Interview

Linkenchef Pantisano im Interview

Foto: Alexander Dietrich / ZDF / dpa

Hier kommt die Linke ins Spiel: Der neue Vorsitzende der Partei, Luigi Pantisano, schließt eine Unterstützung seiner Partei für einen CDU-Ministerpräsidenten in Sachsen-Anhalt nicht aus. »Wir haben in den vergangenen Jahren als Linke gezeigt, dass wir Verantwortung für dieses Land übernehmen«, sagte Pantisano im Sommerinterview der ZDF-Sendung »Berlin direkt« (mehr zum Interview hier ). Das gelte vor allem, wenn es darum gehe, eine AfD-Regierung zu verhindern.

Da die Union ihrerseits mit der Linken grundsätzlich keine Koalitionen eingeht, kann das bedeuten: Eine CDU-geführte Minderheitsregierung wird in Sachsen-Anhalt wahrscheinlicher. Diese würde sich dann von der Linken von Fall zu Fall unterstützen lassen. Macht CDU-Ministerpräsident Sven Schulze das mit? Am Ende könnte ihm nichts anderes übrig bleiben.


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Gewinner des Tages…

Papst Leo mit White-Sox-Mütze

Papst Leo mit White-Sox-Mütze

Foto: Remo Casilli / REUTERS

…ist Papst Leo XIV. Der Heilige Vater, der bekanntlich aus der US-Metropole Chicago stammt, kann sich über den sagenhaften Erfolg seiner Lieblingsmannschaft freuen. Die »Chicago White Sox«, ein Baseball-Team, das viele Jahre kaum Siege vorweisen konnte, erlebt ausgerechnet seit der Berufung des neuen Papstes ein großes Comeback. Inzwischen stehen die White Sox in ihrer Liga sogar auf dem ersten Platz. Manch einer in Chicago glaubt schon an ein Wunder.

Zufall oder nicht: Tatsächlich gibt es einige kuriose Begebenheiten aus den vergangenen Monaten, über die die »Washington Post« nun berichtet. So bat der Spieler Drew Romo, ein gläubiger Katholik, den Papst um ein Gebet für einen Punkt-Erfolg seines Mitspielers Jacob Gonzalez. Wenige Minuten später konnte der dann tatsächlich einen »home run« erzielen. Amen.


Die jüngsten Meldungen aus der Nacht

  • In Westeuropa war es im Juni und Juli so heiß wie noch nie: Hitzewellen, Trockenheit, Waldbrände: Die ersten beiden Sommermonate waren in Westeuropa von Extremen geprägt. Laut dem EU-Klimadienst Copernicus heizten sich auch die Weltmeere auf Rekordniveau auf.

  • Emirate liefern mutmaßlichen Gangsterboss nach Irland aus: Dem Iren Daniel Kinahan wird vorgeworfen, Kopf einer europaweit agierenden kriminellen Organisation gewesen zu sein. Nun wurde der 49-Jährige aus Dubai in seine Heimat geflogen – und kam sofort vor ein Gericht.

  • Dirk Nowitzki trauert um seinen ersten NBA-Trainer: Der Einstand in der NBA verlief für Dirk Nowitzki im Jahr 1999 holprig. Einer seiner größten Fürsprecher: Dallas-Trainer Don Nelson. Der ist am Sonntag mit 86 Jahren gestorben. Und der deutsche Superstar verabschiedete sich mit rührenden Worten.


Heute bei SPIEGEL Extra: Wenn Programmierer überflüssig sind, wo werden sie stattdessen gebraucht?

Foto:

DragonImages / iStockphoto / Getty Images

KI-Agenten können schneller programmieren als Softwareentwickler, und Tausende Informatiker sind plötzlich arbeitslos. Welche Fähigkeiten in der Branche jetzt gefragt sind .


Heute habe ich noch einen Hinweis in eigener Sache: Zwei Menschen, zwei Meinungen, ein Gespräch – der SPIEGEL macht mit bei »Deutschland spricht 2026«. Die deutschlandweite Initiative bringt Leute mit unterschiedlichen politischen Sichtweisen für persönliche Gespräche zusammen. SPIEGEL-Chefredakteur Dirk Kurbjuweit nennt die Teilnahme an der Aktion »eine gute Tat für die Demokratie«. Haben Sie Interesse? Dann beantworten Sie die folgenden Fragen und registrieren sich. Für das Gespräch am 30. August laden wir auch in die SPIEGEL-Kantine nach Hamburg ein.

»Deutschland spricht«

Seien Sie dabei, wenn Deutschland spricht. Treffen Sie am 30. August jemanden, der anders denkt als Sie: Der SPIEGEL ist Teil einer bundesweiten Medieninitiative, die Menschen mit unterschiedlichen Ansichten in persönlichen Eins-zu-eins-Gesprächen zusammenbringt. Erfahren Sie hier mehr über das Projekt.

Ich wünsche Ihnen einen guten Start in den Tag.

Ihr Roland Nelles, Leiter des SPIEGEL-Hauptstadtbüros