Die Polizei Erding hat bisher keine Hinweise dafür, dass ein Puma durchs Notzingermoos nahe dem Münchner Flughafen streift. Das sagte der Leiter der Polizeiinspektion Erding, Sebastian Pinta, vor Journalisten.
In der Nacht von Dienstag auf Mittwoch wurde in der Nähe des Münchner Flughafens möglicherweise eine Raubkatze gesichtet. Bald darauf begann laut Polizei eine groß angelegte Suche per Hubschrauber, Drohnen, mit Hunden und Polizeiketten.
Laut Polizeichef Pinta hat ein Jäger am Dienstag gegen 22.45 Uhr mit einer Wärmebildkamera eine »Katze unbekannter Art« gefilmt. Der Mann habe dies unverzüglich der Polizei mitgeteilt. Man habe das Video sichergestellt und den Jäger befragt. Pinta sagte, man bewerte das Video als authentisch.
»Menschlich nicht möglich«
Am Mittwochmorgen habe man den nördlichen Bereich des Notzingermooses per Hubschrauber und Wärmebildkamera zu 75 Prozent überwacht. Auch eine Drohne sei aufgestiegen, Einsatzkräfte haben demnach »gewisse Waldstückbereiche« des Naturschutzgebiets zu Fuß durchkämmt. Am Donnerstagmorgen sei die Diensthundestaffel ausgerückt.
»Wir sind mannigfaltig vorgegangen«, sagte Pinta. Allerdings erstreckt sich das Naturschutzgebiet Notzingermoos auf rund 1,39 Quadratkilometern. Eine komplette Absuche sei »menschlich nicht möglich«, sagte er.
Man habe nach Hinweisen gesucht, die das »Vorhandensein dieser unbekannten Katzenart« bestätigten, sagte Pinta. Man habe aber keine Hinweise erlangt, weder Beutereste noch Exkremente. Ein verendetes Reh habe man gefunden, es sei aber wohl von einem Mähdrescher verletzt worden.
Suche der Polizei: 30 Hinweise
Foto: Peter Kneffel / dpaEin Team von sechs bis acht Mitgliedern der PI Erding sei derzeit ausschließlich mit den Ermittlungen zu dem Tier beschäftigt. Sie gingen 30 Hinweisen aus der Bevölkerung nach, vieren davon eingehender. Bei letzteren handle es sich um Spaziergänger und Anwohner in der Gegend um Oberding, die eine Katzenart gesehen haben wollen, sagte Pinta.
Auch KI-generierte Bilder seien der Polizei geschickt worden. »Diese Bilder behindern unsere Ermittlungsarbeit«, sagte er. Man müsse nachweisen, dass sie KI-generiert seien, was sehr aufwendig sei. Zudem beunruhigten sie die Bevölkerung. »Und das lassen wir als Polizei nicht zu.« Auf die Frage, ob das strafbar sei, sagte Pinta: Man habe die Sachverhalte gespeichert und werde das im Nachgang bewerten.
Man habe auch Menschen besucht, die in der Vergangenheit in dem Gebiet Großkatzen hielten. Diese hätten jedoch seit mehreren Jahren keine Großkatzen mehr.
Noch über das Wochenende will die Polizei in der Gegend für die Bevölkerung ansprechbar sein, sagte Pinta. Man sei vorbereitet, falls das Tier gefunden werde. Bereits jetzt habe man ein »Netzwerk« geknüpft, mit Jägern, Veterinären, zoologischen Anstalten.
Pinta sagte, »das Finden, das Binden des Tieres an eine Örtlichkeit und das Betäuben« seien ein hochkomplexer Vorgang. Man müsse sich im Klaren sein, dass das nicht sehr wahrscheinlich sei.
Das Landratsamt rief zu »erhöhter Vorsicht« in der Gegend auf. Kleinere Haustiere sollten an der Leine geführt werden.
Anmerkung: Der Polizeichef hat in der Pressekonferenz die Größe des Naturschutzgebiets falsch angegeben, wie eine Sprecherin des Landratsamtes auf SPIEGEL-Anfrage bestätigte. Wir haben die Angabe daher korrigiert.
