SpOn 23.03.2026
14:50 Uhr

Mordender Krankenpfleger Niels Högel muss mindestens 28 Jahre Haft verbüßen


Er vergiftete auf Intensivstationen zahlreiche Patienten, verbüßt eine lebenslange Freiheitsstrafe. Der frühere Krankenpfleger Niels Högel wollte erreichen, dass die Mindesthaftzeit verkürzt wird, doch sein Antrag scheiterte.

Mordender Krankenpfleger Niels Högel muss mindestens 28 Jahre Haft verbüßen

Der wegen Dutzender Morde verurteilte ehemalige Krankenpfleger Niels Högel muss mindestens 28 Jahre in Haft bleiben. Es sei abgelehnt worden, die Vollstreckung der lebenslangen Freiheitsstrafe nach 15 Jahren Gefängnis zur Bewährung auszusetzen, teilte das Landgericht im niedersächsischen Oldenburg mit. Die Schwere der Schuld Högels gebiete, dass er mindestens 28 Jahre im Gefängnis verbüße.

Der Beschluss ist noch nicht rechtskräftig, Högel kann gegen die Entscheidung sofortige Beschwerde einlegen. Über diese würde das Oberlandesgericht Celle entscheiden. Högel befindet sich seit 2009 dauerhaft im Strafvollzug, die Entscheidung des Landgerichts bezieht sich auf die Verurteilung zu lebenslanger Haft im Jahr 2019 in Oldenburg. Dem Beschluss zufolge hatte Högel im August 2022 unter anderem durch Anrechnung der Untersuchungshaft 15 Jahre Haft verbüßt. Einen Antrag auf Haftentlassung zog er damals zurück. 2025 stellte er einen Antrag auf Bestimmung der Mindestverbüßungsdauer.

Bei der Entscheidung der Mindesthaftdauer seien die Umstände der Taten sowie insbesondere auch die Persönlichkeit und Entwicklung des Verurteilten in der Zeit seit seiner letzten Verurteilung berücksichtigt worden. Erschwerend sei die außerordentlich hohe Zahl der Morde berücksichtigt worden, teilte das Gericht mit.

Jahrelange Mordserie

Die Mindesthaftdauer von 28 Jahren bedeutet nicht, dass Högel danach automatisch entlassen wird. Sie stellt nur einen Rahmen für die weitere Vollstreckung dar. Bevor Högel entlassen werden könne, müsse geprüft werden, ob er weiterhin gefährlich sei. Dazu werde dann ein psychiatrisches Sachverständigengutachten erstellt.

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Högel hatte zwischen 2000 und 2005 auf Intensivstationen von Krankenhäusern in Oldenburg und Delmenhorst zahlreiche Patienten mit Medikamenten vergiftet, um sie wiederzubeleben. Viele starben dabei. Er wurde in mehreren Prozessen zwischen 2006 und 2019 wegen des Mordes an insgesamt 85 Patienten verurteilt und verbüßt eine lebenslange Haft wegen Mordes. Das Ausmaß der Mordserie wurde trotz früherer Verdachtsmomente mit jahrelanger Verspätung bekannt.

bbr/AFP