SpOn 05.10.2026
11:37 Uhr

Medizin-Nobelpreis: Auszeichnung für Deisseroth, Hegemann und Nagel


Sie legten die Grundlage für die sogenannte Optogenetik: Den Medizin-Nobelpreis erhalten die drei Grundlagenforscher Karl Deisseroth, Peter Hegemann und Georg Nagel.

Medizin-Nobelpreis: Auszeichnung für Deisseroth, Hegemann und Nagel

Sie haben den Grundstein für eine »neue Ära« der Neurowissenschaft gelegt, lobt das Nobelpreis-Komitee. Den Nobelpreis für Medizin oder Physiologie erhalten in diesem Jahr die drei Wissenschaftler Peter Hegemann, Georg Nagel und Karl Deisseroth. Die Forschung der drei ermöglichte die sogenannte Optogenetik: eine Methode, mit deren Hilfe man sichtbar machen kann, wie Nervenzellen arbeiten, also Erinnerungen oder Gefühle entstehen.

Der US-Amerikaner Karl Deisseroth forscht an der Stanford University in den USA, Peter Hegemann an der Humboldt-Universität in Berlin, Georg Nagel an der Universität Würzburg.

Ein Lichtschalter für Zellen

Hegemann und Nagel entdeckten das Protein Kanalrhodopsin (Channelrhodopsin), das Zellen empfindlich für Licht macht. Deisseroth setzte das Gen für dieses Protein in Neuronen von Ratten ein. Dadurch konnte er diese Nervenzellen mit Licht aktivieren. Auf ihren Entdeckungen basiert die Optogenetik. Forschende können so Zellen – meist Neuronen – mithilfe von Licht präzise an- oder abschalten. Durch die Kombination von genetischen und optischen Techniken lässt sich die Aktivität von Zellen in lebendem Gewebe oder sogar in Tieren steuern und erforschen.

Dotiert sind die Nobelpreise in diesem Jahr mit zwölf Millionen schwedischen Kronen – umgerechnet rund einer Million Euro – pro Preiskategorie. Erhalten mehrere Auserwählte die Auszeichnung in einer Kategorie gemeinsam, wie jetzt der Fall, teilen sie sich diese Summe. Überreicht werden die Preise am Todestag des Stifters Alfred Nobel, dem 10. Dezember.

2025 wurden Mary Brunkow, Fred Ramsdell und Shimon Sakaguchi mit dem Nobelpreis für Physiologie oder Medizin ausgezeichnet. Die drei entdeckten die sogenannte periphere Immuntoleranz .

»Elternliebe hoch- oder runterregeln: Wow, ist das nicht faszinierend?«: 2021 sprach Karl Deisseroth mit dem SPIEGEL über seine Arbeit. Das ganze Interview lesen Sie hier .

wbr/dpa