SpOn 23.03.2026
06:46 Uhr

London: Vier Fahrzeuge eines jüdischen Rettungsdiensts mutmaßlich in Brand gesetzt


Drei Personen sollen in London Rettungswagen einer ehrenamtlichen jüdischen Organisation angezündet haben. Die Polizei geht von einem antisemitischen Hassverbrechen aus.

London: Vier Fahrzeuge eines jüdischen Rettungsdiensts mutmaßlich in Brand gesetzt

Die Polizei in London ermittelt nach einem mutmaßlichen Brandanschlag auf Fahrzeuge eines jüdischen Rettungsdiensts. Dabei seien am frühen Morgen vier Rettungswagen von »Hatzola Northwest«, einer ehrenamtlichen Organisation, die medizinische Notfallhilfe leistet, beschädigt worden, teilte die Feuerwehr der britischen Hauptstadt mit. 

Mehrere Gaszylinder in den Fahrzeugen seien explodiert, dadurch seien Fenster in einem angrenzenden Wohnblock zerborsten, hieß es weiter. Auch die Polizei  berichtete, dass ihr Berichte über Explosionen bekannt seien. Diese stünden vermutlich mit Gasflaschen, die zur Ausstattung der Rettungswagen gehörten, in Verbindung. Häuser in der Nähe wurden demnach vorsorglich evakuiert. Verletzte wurden bislang nicht gemeldet. Inzwischen wurde das Feuer offiziellen Angaben zufolge unter Kontrolle gebracht.

Zunehmender Antisemitismus

»Wir wissen, dass dieser Vorfall in der Bevölkerung große Besorgnis auslösen wird, und die Beamten bleiben vor Ort, um dringende Ermittlungsarbeiten durchzuführen«, sagte Sarah Jackson von der Londoner Polizei. Bislang seien noch keine Festnahmen erfolgt. Die Polizei gehe verstärkt Streife in der Gegend. Der mutmaßliche Anschlag ereignete sich in Golders Green, einem Londoner Stadtteil mit einem großen Anteil an jüdischen Einwohnern.

Die Polizei teilte mit, dass der Vorfall als mutmaßliches antisemitisches Hassverbrechen behandelt werde. Videos von Überwachungskameras würden ausgewertet. Nach derzeitigem Ermittlungsstand gehen die Ermittler von drei Verdächtigen aus.

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Der britische Premierminister Keir Starmer bezeichnete den Vorfall als »zutiefst schockierenden antisemitischen Brandanschlag«. »Meine Gedanken sind bei der jüdischen Gemeinde«, die zu dieser »schrecklichen Nachricht« aufgewacht sei, schrieb der Politiker bei X. Er fügte hinzu: »Antisemitismus hat in unserer Gesellschaft keinen Platz.«

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Die Zahl der gemeldeten antisemitischen Vorfälle im gesamten Vereinigten Königreich sei seit Beginn des Israel-Gaza-Kriegs im Oktober 2023 stark angestiegen, so der Community Security Trust , der sich für den Schutz der jüdischen Gemeinschaft einsetzt. Die Organisation verzeichnete im Jahr 2025 3700 Vorfälle. Im Jahr 2022 waren es noch 1662 gewesen.

bbr/AP/Reuters/AFP