SpOn 01.10.2026
17:26 Uhr

London: Naomi Campbell wehrt sich erfolgreich gegen Vorwurf der Veruntreuung von Spenden


Supermodel Naomi Campbell darf wieder als Treuhänderin für wohltätige Zwecke tätig sein. Ein Londoner Gericht bestätigte, dass ihr die Veruntreuung von Geldern bei ihrer eigenen Spendenorganisation verheimlicht worden war.

London: Naomi Campbell wehrt sich erfolgreich gegen Vorwurf der Veruntreuung von Spenden

Naomi Campbell ist erfolgreich juristisch gegen die Entscheidung einer britischen Aufsichtsbehörde vorgegangen, die dem Supermodel wegen mutmaßlicher Veruntreuung von Spendengeldern für fünf Jahre die Leitung von Wohltätigkeitsorganisationen untersagt hatte. Ein britisches Gericht befand am Donnerstag, in der von Campbell gegründeten Wohltätigkeitsorganisation Fashion for Relief habe es tatsächlich Missmanagement gegeben, die 56-Jährige sei aber darin »nicht verwickelt« gewesen und habe nichts davon gewusst.

Campbell, die zu den bekanntesten Gesichtern der Modewelt zählt, gründete Fashion for Relief 2005 mit dem Ziel, durch die Ausrichtung von Modenschauen Spenden für humanitäre Zwecke zu sammeln. Seit 2024 gibt es die Organisation nicht mehr.

Die britische Aufsichtsbehörde für gemeinnützige Organisationen hatte 2024 »mehrere Fälle von Fehlverhalten« bei Campbells Organisation festgestellt und verfügt, dass sie fünf Jahre lang keine Wohltätigkeitsorganisation mehr leiten dürfe. Nach Angaben der Prüfer wurden zwischen April 2016 und Juli 2022 nur 8,5 Prozent der Gesamtausgaben der Stiftung für wohltätige Zwecke verwendet.

Stattdessen wurden für wohltätige Zwecke gesammelte Gelder beispielsweise für Wellnessbehandlungen, Zigaretten und Zimmerservice verwendet, als Campbell im Mai 2018 in einem Fünfsternehotel in der Nähe von Cannes in Südfrankreich übernachtete.

Opfer einer »raffinierten Täuschung«

Laut Campbell lagen der Entscheidung der Aufsichtsbehörde gegen sie aber »gefälschte Identitäten« zugrunde. Für den Missbrauch der Spendengelder wies sie jede Verantwortung zurück und legte Widerspruch ein. Campbell erklärte, sie habe keine Kenntnis davon gehabt, dass Mittel der Wohltätigkeitsorganisation für ihre Ausgaben verwendet worden seien. Sie gab an, von einem anderen Treuhänder bezüglich der nicht genehmigten Zahlungen getäuscht worden zu sein. Die Anwälte des Supermodels hatten vor dem Gericht dargelegt, dass ein gefälschtes E-Mail-Konto verwendet worden war, um sich als Campbell auszugeben.

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Zu der Gerichtsentscheidung, die Sperre gegen Campbell aufzuheben, erklärte die Aufsichtsbehörde nun, die Entscheidung sei auf Grundlage der damals verfügbaren Fakten getroffen worden. Das Gerichtsurteil erkenne an, dass die Kommission, Campbell und andere Opfer einer »raffinierten Täuschung« geworden seien.

»Ich bin dem Gericht und den Richtern so dankbar, dass sie sich die Zeit genommen haben, meine Seite der Geschichte anzuhören, die Beweise zu prüfen und die Wahrheit darüber zu erkennen, was geschehen ist«, sagte Campbell in einer Erklärung.

Wie lebt es sich als Supermodel? Bezahlt man eigentlich persönlich seine Hotelrechnungen? Wundert man sich über die eine oder andere Kostenauflistung für Wellnessanwendungen? Bekommt man die überhaupt zu Gesicht? Den ganzen Text zu der Spendenaffäre von 2024 lesen Sie hier.

kim/dpa/Reuters