SpOn 20.05.2026
11:50 Uhr

Litauen: Staatsspitze offenbar nach Luftalarm in Sicherheit gebracht


In den baltischen Luftraum sind zuletzt mehrfach fehlgeleitete Drohnen eingedrungen. In Vilnius gab es nun erneut Alarm. Einwohner sollten sich vorsorglich schützen.

Litauen: Staatsspitze offenbar nach Luftalarm in Sicherheit gebracht

In der litauischen Hauptstadt Vilnius gab es Luftalarm. Die Behörden forderten die Einwohner dazu auf, sich vorsorglich in Sicherheit zu bringen. Die Staatsspitze wurde laut Medienberichten in Schutzräume gebracht. Der Luftraum über dem Flughafen wurde gesperrt, auch der Zugverkehr zwischenzeitlich ausgesetzt. Später wurde Entwarnung gegeben und der Alarm für Vilnius nach einer halben Stunde aufgehoben.

Zuvor hatten die Streitkräfte die Bevölkerung über eine mögliche Bedrohungslage durch eine Drohne im Osten des Landes informiert. Demnach wurde in Grenznähe ein mutmaßliches Flugobjekt gesichtet, das sich aus Richtung Belarus dem baltischen EU- und Nato-Land näherte. Nato-Kampfjets seien alarmiert worden, teilte das Verteidigungsministerium in Vilnius ohne nähere Angaben mit. Vilnius befindet sich rund 30 Kilometer von der Grenze zu Belarus entfernt.

Wegen des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine hatte es zuvor mehrere Vorfälle mit Drohnen im litauischen Luftraum gegeben. Auch im benachbarten Lettland wurde die Bevölkerung von mehreren Regionen nahe der Grenze zu Russland gewarnt. Am Dienstag hatte ein in Litauen stationierter Nato-Kampfjet über Estland eine offenbar fehlgeleitete ukrainische Drohne abgeschossen.

Kyjiw beschuldigte Moskau, absichtlich ukrainische Drohnen ins Baltikum umzuleiten. Russland wirft den baltischen Staaten vor, den Luftraum für ukrainische Drohnen zu öffnen, um Russland anzugreifen. Nato-Generalsekretär Mark Rutte wies die Vorwürfe als »lächerlich« zurück. Wenn Drohnen aus der Ukraine kämen, dann wegen des »rücksichtslosen, illegalen Großangriffs Russlands« – und nicht weil die Ukraine sie absichtlich nach Lettland, Litauen oder Estland schickt, so Rutte.

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atr/dpa/AFP