SpOn 27.05.2026
13:07 Uhr

Lina E.: Linksextremistin kommt vorzeitig frei - restliche Strafe zur Bewährung


Eigentlich sollte die verurteilte Linksextremistin Lina E. noch einige Zeit in Haft bleiben. Doch ein Gutachten bescheinigt ihr nun eine positive Prognose, sich in Freiheit zu bewähren.

Lina E.: Linksextremistin kommt vorzeitig frei - restliche Strafe zur Bewährung

Lina E. kommt vorzeitig frei: Der Bundesgerichtshof (BGH) hat nach eigenen Angaben eine Beschwerde des Generalbundesanwalts gegen die Aussetzung der restlichen Strafe für die verurteilte Linksextremistin zur Bewährung zurückgewiesen. Der 3. Strafsenat des BGH bestätigte damit einen entsprechenden Beschluss des Oberlandesgerichts Dresden.

Nach einem Gutachten eines Sachverständigen habe Lina E. »eine günstige Prognose«, sich in Freiheit zu bewähren, teilte der BGH mit. »Dies gilt insbesondere, weil sie sich von ihrer früheren Gewaltbereitschaft glaubhaft losgesagt, im Strafvollzug ordnungsgemäß geführt und eine tragfähige Zukunftsperspektive hat.«

Zwei Drittel der Strafe hat Lina E. bereits abgesessen

Das Oberlandesgericht (OLG) Dresden hatte die aus Kassel stammende Lina E. im Mai 2023 unter anderem wegen gefährlicher Körperverletzung und Mitgliedschaft in einer kriminellen Vereinigung schuldig gesprochen. Die Richter sahen es als erwiesen an, dass die Studentin von 2018 bis 2020 an mehreren teils lebensgefährlichen Angriffen auf tatsächliche und vermeintliche Anhänger der rechten Szene in Sachsen und Thüringen beteiligt war. Das Urteil: fünf Jahre und drei Monate Haft.

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Zwei Drittel der Strafe hat die junge Frau inzwischen verbüßt. Das OLG hatte im März entschiedenen, den Rest zur Bewährung auszusetzen. Das ist jetzt rechtskräftig.

Lina E. und ihre Komplizen wurden wegen der Jagd auf Neonazis verurteilt. Der Fall gibt Einblicke in die Radikalisierung der linksextremen Szene, in der einigen Gewalt als legitimes Mittel gilt: Sie trauen dem Staat nicht zu, den stärker werdenden Rechtsextremismus zu bekämpfen. Hören Sie hier unseren Podcast dazu: Was linksextreme Gewalt mit Neonazis zu tun hat

mkh/dpa