Israelische Truppen haben im Südlibanon die Kreuzfahrerburg Beaufort eingenommen – dies ist ihr tiefster Vorstoß in das Land seit mehr als einem Vierteljahrhundert, teilte das Militär am Sonntag mit. Auf Bildern ist zu sehen, wie die israelische Flagge zusammen mit der Flagge der Golani-Brigade der israelischen Streitkräfte (IDF) über der Burg weht.
Verteidigungsminister Katz erklärte, die israelische Armee habe unter Führung von Regierungschef Benjamin Netanyahu »ihren Einsatz im Libanon ausgeweitet, den Fluss Litani überquert und die Beaufort-Höhe eingenommen«. Dies diene der Verteidigung der Ortschaften in Galiläa im Norden Israels und der Sicherheit israelischer Soldaten.
Der arabischsprachige Sprecher der israelischen Armee, Avichay Adraee, veröffentlichte auf X ein Foto, das israelische Truppen zeigt, die vor der Festung marschieren.
بين وعود الشعارات وحقيقة الميدان.. هنا الخبر اليقين. جنودنا يكتبون بوقفتهم على قلعة الشقيف فصلاً جديدًا من العزة 🇮🇱🇮🇱
— افيخاي ادرعي (@AvichayAdraee) May 31, 2026
لا يبنى المجد بالخطابات، بل بوقع خطى الجنود. السيطرة على قلعةالشقيف ليست مجرد إنجاز عسكري، بل هي تحطيم جديد لرمزية غرور حزب الله الارهابي الذي هددنا بالوهن… pic.twitter.com/WCSlyLaZES
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Es ist das erste Mal seit rund einem Vierteljahrhundert, dass die Israelis dort Position beziehen. Beaufort hat eine hohe symbolische Bedeutung:
Während der Besatzung des Südlibanons von 1982 bis 2000 war die Burg erst lange umkämpft – und dann viele Jahre ein vorgerückter Armeestützpunkt.
Für viele Männer über 45 Jahre, die ihren Wehr- und Reservedienst noch im Libanon abgeleistet haben, ist Beaufort ein vertrauter Ort.
Der Autor Ron Leshem hat ihn in den Mittelpunkt seines Antikriegsromans »Wenn es ein Paradies gibt« gestellt.
Trotz des seit Mitte April in Kraft getretenen Waffenstillstands greift Israel den Libanon seit Wochen an. Ziel ist laut israelischen Angaben die Hisbollah. Beide Seiten führen ihren Kampf trotz des Waffenstillstands mit sehr ungleichen Mitteln weiter. Die Hisbollah attackiert mit Drohnen israelische Panzer und Soldaten vorwiegend auf besetztem libanesischem Terrain, während ihre Kämpfer langsam nach Norden zurückgedrängt werden. Israel bombardiert aus der Luft, von Schiffen und vom Boden weiterhin Ziele im gesamten Süden, selbst in Beirut.
Bei dem israelischen Militäreinsatz im Libanon wurden nach offiziellen Angaben seit Anfang März mehr als 3300 Menschen getötet. Laut einer Mitteilung vom Uno-Kinderhilfswerk Unicef vom Freitag wurden allein in den sieben vorherigen Tagen mindestens 15 Kinder getötet und mehr als 60 weitere verletzt.
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Militärvertreter Israels und des Libanon führen derzeit direkte Gespräche in Washington. Am 2. und 3. Juni soll es eine neue Gesprächsrunde zwischen den Ländern geben. Die Hisbollah, deren erklärtes Ziel die Vernichtung Israels ist, lehnt die direkten Gespräche zwischen dem Libanon und Israel sowie das unter Vermittlung der USA geschlossene Waffenruhe-Abkommen ab.
