SpOn 11.08.2026
15:06 Uhr

Leichtathletik-EM: Smilla Kolbe mit schnellster deutscher Zeit über 800 Meter seit der Wiedervereinigung


Smilla Kolbe hat das bisherige Highlight des zweiten Wettkampftages der Leichtathletik-EM geboten. In ihrem Vorlauf blieb sie als erste deutsche Läuferin seit 1990 unter 1:58 Minuten.

Leichtathletik-EM: Smilla Kolbe mit schnellster deutscher Zeit über 800 Meter seit der Wiedervereinigung
Parteichef Nikolaj Rybakow bedankte sich vor dem Gerichtsgebäude bei den Unterstützern. Pavel Bednyakov/dpa

Smilla Kolbe hat für die schnellste Zeit einer deutschen 800-Meter-Läuferin seit dem Jahr der Wiedervereinigung gesorgt. Bei den Leichtathletik-Europameisterschaften in Birmingham kam Kolbe in 1:57,80 Minuten als Dritte ihres Vorlaufs weiter – so schnell war seit 1990 keine deutsche Athletin mehr über die beiden Stadionrunden.

»Ich weiß, dass ich in guter Form war, und ich brauchte einfach mal ein Rennen, um das zu zeigen. Natürlich muss trotzdem immer alles klappen, aber es ist gut aufgegangen«, sagte die deutsche Meisterin. In der britischen Olympiasiegerin Keely Hodgkinson, die das Rennen gewann, hatte Kolbe eine perfekte Tempomacherin.

Das letzte Mal, als eine deutsche Frau die doppelte Stadionrunde schneller lief, war nach Angaben des Leichtathletikweltverbands am 29. August 1990. Damals liefen die für die DDR startenden Läuferinnen Sigrun Wodars (1:55,87 Minuten) und Christine Wachtel (1:56,11) bei der EM in Split zum Doppelsieg. Wodars hält zudem den deutschen Rekord über 800 Meter mit 1:55,26 Minuten aus dem Jahr 1987.

Kolberg muss nach 300 Metern aufgeben

Pech hatte kurz nach Kolbes Lauf Majtie Kolberg, die nach knapp 300 Metern wegen einer Oberschenkelverletzung aufgeben musste. Sie hatte die Blessur nach eigenen Worten bereits mit zur EM gebracht und konnte seit einem Monat nicht voll trainieren. »Ich wollte hier unbedingt an der Startlinie stehen«, sagte Kolberg, musste aber eingestehen: »Ich habe mich nicht in der Lage gefühlt, weiterzumachen. Natürlich gibt man immer alles.«

Majtie Kolberg musste verletzt aufgeben

Majtie Kolberg musste verletzt aufgeben

Foto: Sven Beyrich / Sports Press Photo / IMAGO

Nur Janssen schafft es ins Diskus-Finale

Aus dem deutschen Diskus-Trio qualifizierte sich nur Henrik Janssen mit 65,42 Metern als Dritter für das Finale der besten zwölf Athleten, die am Donnerstagabend um die Medaillen werfen. Steven Richter mit 62,02 Metern und Marius Karges mit 60,73 Metern schieden als 13. und 15. aus. »Es nervt einfach. Das sind Weiten, die ich im Schlaf draufhabe«, sagte Richter.

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Im Hochsprung ist am Freitag eine gute Show garantiert. Der immer wieder von gesundheitlichen Problemen ausgebremste Titelverteidiger Gianmarco Tamberi aus Italien schaffte es mit Saisonbestleistung von 2,23 Metern ins Finale. Dies gelang auch Falk Wendrich. Der einstige EM-Zweite Tobias Potye fehlt dagegen in England.

Über 400 Meter Hürden verpasste Eileen Demes knapp das Finale. Nach einem Strauchler an der letzten Hürde genügten 54,63 Sekunden nicht, um zumindest noch über die Zeit weiterzukommen.

Vor wenigen Jahren war Gina Lückenkemper die schnellste Frau Europas, jetzt verpasst sie das EM-Finale über 100 Meter deutlich. Wie sie ihre komplizierte Saison retten kann, lesen Sie hier .

luc/dpa