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Zurückhaltung im Wahlkampf
Hinter Rheinland-Pfalz liegt kein Wahlkampf der aggressiven Töne. SPD-Amtsinhaber Schweitzer und sein CDU-Herausforderer Schnieder gingen vergleichsweise zurückhaltend miteinander um, wohl wissend, dass sie sonst womöglich einen künftigen Koalitionspartner verprellen. Neben der Klinikreform war die finanzielle Lage der Kommunen in Rheinland-Pfalz ein zentrales Thema, viele von ihnen sind stark verschuldet. Schweitzer hat dies wiederholt thematisiert, auch als Vorsitzender der Ministerpräsidentenkonferenz.
Auch Bildungspolitik, traditionell eines der wichtigsten landespolitischen Felder, stand im Fokus. Jeder vierte Euro aus dem Landeshaushalt fließt in die Bildung. Die Zahl der Lehrkräfte wuchs auf 45.000. Allerdings lösten mehrere Fälle von Gewalt an Brennpunktschulen und eine hohe Zahl versetzungsgefährdeter Kinder in einer Ludwigshafener Grundschule überregional Aufsehen aus. Mein Kollege Matthias Bartsch hat sich den Fall der Karolina-Burger-Realschule plus in Ludwigshafen genauer angesehen. Seinen Text lesen Sie hier.
Foto: Udo Herrmann / IMAGO
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Sophie Burkhart
Reporterin in Mainz

Angespannte Stimmung bei der SPD
Vereinzelter Jubel bei der SPD, allerdings nicht wegen der Wahl: Der 1. FSV Mainz 05 gewinnt 2:1 gegen Eintracht Frankfurt. Parallel zur Wahl war heute Bundesliga-Spieltag.
Ob die rheinland-pfälzische SPD mit dem noch amtierenden Ministerpräsidenten Alexander Schweitzer heute Abend noch weiteren Grund zum Jubeln haben wird? Auf der Wahlparty der SPD wirken sie sehr angespannt. Es zeichnet sich ein langer Wahlabend ab. Auch die Mainzer Fußballer mussten acht Minuten Nachspielzeit spielen. Ein sportlicher und politischer Krimi in Mainz.
Ob die rheinland-pfälzische SPD mit dem noch amtierenden Ministerpräsidenten Alexander Schweitzer heute Abend noch weiteren Grund zum Jubeln haben wird? Auf der Wahlparty der SPD wirken sie sehr angespannt. Es zeichnet sich ein langer Wahlabend ab. Auch die Mainzer Fußballer mussten acht Minuten Nachspielzeit spielen. Ein sportlicher und politischer Krimi in Mainz.
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Johannes Eltzschig
Faktenchecker

Hintergrund: Ramstein Air Base steht infrage
Die Ramstein Air Base in der Westpfalz ist der größte Stützpunkt der US-Luftwaffe in Europa und aktuell ein wichtiges logistisches Drehkreuz für den Irankrieg. Hier landen Transportmaschinen, Tankflugzeuge, auch mal Bomber, hier lagert militärischer Nachschub. In unmittelbarer Nähe liegt in Landstuhl das größte US-Militärkrankenhaus außerhalb der Vereinigten Staaten.
Nun wird die Bundesregierung aufgefordert, den Amerikanern die Nutzung der Basis für ihren nach überwiegender Expertenmeinung völkerrechtswidrigen Krieg zu untersagen, so wie es Spanien getan hat. Inwieweit das rechtlich geboten ist, ist umstritten.
Viele in Rheinland-Pfalz fürchten einen Rückzug der GIs aus Europa, mit dem US-Präsident Donald Trump immer mal wieder droht. Denn die Amerikaner in Ramstein, Kaiserslautern und anderen Standorten sind ein wichtiger Wirtschaftsfaktor: Rund 50.000 Soldaten, Zivilbeschäftigte und ihre Angehörigen leben hier. Jedes Jahr fließen so geschätzte zwei Milliarden Dollar in die strukturschwache Region. Bei den US-Streitkräften arbeiten auch knapp 6500 Menschen aus Rheinland-Pfalz. Sie sind damit der fünftgrößte Arbeitgeber des Bundeslandes außerhalb des öffentlichen Dienstes.
Nun wird die Bundesregierung aufgefordert, den Amerikanern die Nutzung der Basis für ihren nach überwiegender Expertenmeinung völkerrechtswidrigen Krieg zu untersagen, so wie es Spanien getan hat. Inwieweit das rechtlich geboten ist, ist umstritten.
Viele in Rheinland-Pfalz fürchten einen Rückzug der GIs aus Europa, mit dem US-Präsident Donald Trump immer mal wieder droht. Denn die Amerikaner in Ramstein, Kaiserslautern und anderen Standorten sind ein wichtiger Wirtschaftsfaktor: Rund 50.000 Soldaten, Zivilbeschäftigte und ihre Angehörigen leben hier. Jedes Jahr fließen so geschätzte zwei Milliarden Dollar in die strukturschwache Region. Bei den US-Streitkräften arbeiten auch knapp 6500 Menschen aus Rheinland-Pfalz. Sie sind damit der fünftgrößte Arbeitgeber des Bundeslandes außerhalb des öffentlichen Dienstes.
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CDU hofft auf Ende der Ampel
Im Sitzungssaal der CDU-Fraktion, wo nachher die Wahlparty stattfinden soll, bringt ein junger Mann vom »Team Gordon« gerade einen Stapel kleiner Plakate mit dem Text »Ampel aus. Zukunft an.«, die nachher von Parteimitgliedern hochgehalten werden sollen. »Für den Fall, dass es gut geht«, sagt er.
Foto: Matthias Bartsch / DER SPIEGEL
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Grüne sind realistisch
Für die Grünen in Rheinland-Pfalz zeichnete sich bereits in den vergangenen Monaten ab, dass sie sich nach zehn Jahren in einer Ampelkoalition mit SPD und FDP auf eine neue Rolle einzustellen haben – Opposition.
Nicht, weil die eigenen Umfragewerte so schlecht waren – zwischen acht und zehn, zuletzt meist neun Prozent wurden da den Grünen in Rheinland-Pfalz gutgeschrieben. Der eigentliche Grund für das mögliche Ausscheiden aus der Ampelregierung – die schlechten Umfragewerte für die FDP. Die Liberalen wurden zuletzt gar nicht mehr in Erhebungen aufgeführt. Sie dürften demnach aus dem Landtag ausscheiden.
Nicht, weil die eigenen Umfragewerte so schlecht waren – zwischen acht und zehn, zuletzt meist neun Prozent wurden da den Grünen in Rheinland-Pfalz gutgeschrieben. Der eigentliche Grund für das mögliche Ausscheiden aus der Ampelregierung – die schlechten Umfragewerte für die FDP. Die Liberalen wurden zuletzt gar nicht mehr in Erhebungen aufgeführt. Sie dürften demnach aus dem Landtag ausscheiden.
»Wir müssten eigentlich heimlich Werbung für die FDP machen, nur dafür hat unsere Basis kein Verständnis«, hieß es mitunter gegenüber dem SPIEGEL aus dem Umfeld der Grünen-Spitzenkandidatin Katrin Eder, seit Dezember 2021 Landesministerin für Klimaschutz, Umwelt, Energie und Mobilität. Das war natürlich ironisch gemeint.
Spannend dürfte es für Eder und ihre Grünen allenfalls sein, wie die eigene Partei abschneidet und ob am Ende ein Teil ihrer Wählerschaft womöglich zur SPD wechselte, um den Erfolg des SPD-Ministerpräsidenten Alexander Schweitzer zu sichern. Bei der Landtagswahl 2021 konnten die Grünen ihr Ergebnis noch auf 9,3 Prozent erhöhen, gegenüber 2016, als die Partei mit knappen 5,3 Prozent in die Ampelregierung des Bundeslandes eintrat.
Spannend dürfte es für Eder und ihre Grünen allenfalls sein, wie die eigene Partei abschneidet und ob am Ende ein Teil ihrer Wählerschaft womöglich zur SPD wechselte, um den Erfolg des SPD-Ministerpräsidenten Alexander Schweitzer zu sichern. Bei der Landtagswahl 2021 konnten die Grünen ihr Ergebnis noch auf 9,3 Prozent erhöhen, gegenüber 2016, als die Partei mit knappen 5,3 Prozent in die Ampelregierung des Bundeslandes eintrat.
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Bangen bei den Koalitionären im Bund
Die Wahl dürfte auch im politischen Berlin mit Spannung beobachtet werden. Denn aller Voraussicht nach wird einer der beiden Koalitionspartner im Bund hinterher als Verlierer dastehen. Das Szenario, wonach die CDU in Baden-Württemberg und die SPD in Rheinland-Pfalz gewinnen und alle einigermaßen zufrieden sind, ist schon jetzt hinfällig. Die CDU um Spitzenkandidat Gordon Schnieder startete mit einem satten Vorsprung in den Wahlkampf – wie auch Manuel Hagel in Baden-Württemberg. Nun sieht es so aus, als könnte Schnieder womöglich dasselbe Schicksal ereilen wie Hagel: auf den letzten Metern überholt zu werden.
Und die SPD braucht nach dem katastrophalen Ergebnis in Baden-Württemberg – nur knapp über der Fünfprozentmarke – einen Erfolg. Die Sozialdemokraten setzen darauf, dass Ministerpräsident Schweitzer samt Amtsbonus der wahlentscheidende Faktor ist. Sollte die SPD verlieren, dürfte es auch in der Bundespartei ungemütlich werden. Nach mehr als drei Jahrzehnten die Staatskanzlei in Mainz zu verlieren, wäre ein übles Signal, zumal der SPD bei den Landtagswahlen im Herbst weitere Niederlagen drohen. Etwa in Mecklenburg-Vorpommern, wo am 20. September gewählt wird.
Und die SPD braucht nach dem katastrophalen Ergebnis in Baden-Württemberg – nur knapp über der Fünfprozentmarke – einen Erfolg. Die Sozialdemokraten setzen darauf, dass Ministerpräsident Schweitzer samt Amtsbonus der wahlentscheidende Faktor ist. Sollte die SPD verlieren, dürfte es auch in der Bundespartei ungemütlich werden. Nach mehr als drei Jahrzehnten die Staatskanzlei in Mainz zu verlieren, wäre ein übles Signal, zumal der SPD bei den Landtagswahlen im Herbst weitere Niederlagen drohen. Etwa in Mecklenburg-Vorpommern, wo am 20. September gewählt wird.
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Leseempfehlung: Wahlkampfthema Klinikreform
Wie weit ist es bis zur nächsten Notaufnahme? Welche Krankenhäuser braucht Rheinland-Pfalz? Die geplante Klinikreform ist zu einem zentralen Wahlkampfthema geworden, berichtet mein Kollege Matthias Bartsch.
Chefarzt Peter Marek im Schockraum des St. Joseph-Krankenhauses Prüm. Foto: Sandra Stein / DER SPIEGEL
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Das sind die Spitzenkandidatinnen und Spitzenkandidaten
Mit wem an der Spitze gingen die Parteien in den Wahlkampf? Der Überblick.
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In Mainz steigt die Spannung
Im Abgeordnetenhaus des Landtags in Mainz finden die Wahlpartys von SPD und CDU statt. Wer hat um 18 Uhr Grund zu jubeln?
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Studentenbuden-Feeling für die Abgeordneten
Ein Kuriosum: Alle 101 Abgeordneten haben ein 22 Quadratmeter großes Büro-Apartment mit Kochplatte, Bad und ausklappbarem Wandschrankbett. Viele Wege vom Wahlkreis in die Landeshauptstadt sind weit und die Fahrzeiten lang. Ministerpräsident Alexander Schweitzer (SPD) und sein Herausforderer Gordon Schnieder (CDU) übernachten mitunter auch in dem 27 Jahre alten Haus in der Landeshauptstadt.
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Von 5 bis 2,95 Millionen: Die Wahl in Zahlen
5 Direktkandidaten in den Wahlkreisen kandidieren für Parteien, die keine Landeslisten stellen, wie Die Partei oder Team Todenhöfer, einer davon bewirbt sich ohne Parteizugehörigkeit.
12 Parteien sind zur Wahl zugelassen. SPD, CDU, FDP und AfD haben neben der Landesliste auch für jeden Wahlkreis einen Kandidaten aufgestellt. Grüne und Linke haben nur in 49 Wahlkreisen auch Direktkandidaten nominiert. Weitere Parteien wie das BSW (19) oder die Tierschutzpartei (4) decken nicht alle Wahlkreise ab. Allein die Partei der Humanisten tritt nur mit einer Landesliste an.
12 Parteien sind zur Wahl zugelassen. SPD, CDU, FDP und AfD haben neben der Landesliste auch für jeden Wahlkreis einen Kandidaten aufgestellt. Grüne und Linke haben nur in 49 Wahlkreisen auch Direktkandidaten nominiert. Weitere Parteien wie das BSW (19) oder die Tierschutzpartei (4) decken nicht alle Wahlkreise ab. Allein die Partei der Humanisten tritt nur mit einer Landesliste an.
19 Gewählt wird heute der 19. Mainzer Landtag. Der erste Landtag wurde im Mai 1947 gewählt, damals saßen Landtag und Regierung übrigens noch in Koblenz. Erst der zweite Landtag konstituierte sich 1951 in Mainz.
52 Wahlkreise gibt es, von Betzdorf/Kirchen (Sieg) bis Wörth am Rhein.
101 Abgeordnete werden, dem Wahlgesetz nach, mindestens in den Mainzer Landtag einziehen. Die Anzahl kann theoretisch durch Überhang- und Ausgleichsmandate höher werden. Das ist aber tatsächlich in der Geschichte von Rheinland-Pfalz noch nie vorgekommen.
669 Personen kandidieren bei der Landtagswahl. Davon sind 442 Männer, 227 Frauen. 281 davon bewerben sich im Wahlkreis direkt, stehen aber auch auf der Landesliste. 265 stehen nur auf der Landesliste, 123 treten nur im Wahlkreis an (Ersatz- und Nachfolgekandidaturen nicht mitgezählt).
4700 Stimmbezirke gibt es in etwa. Jeder Wahlkreis wird in mehrere Stimmbezirke unterteilt. Meist entspricht eine Gemeinde einem Stimmbezirk, größere Gemeinden können jedoch unterteilt, kleinere Gemeinden zu einem Stimmbezirk zusammengefasst werden.
2,95 Millionen Menschen werden dem Statistischen Landesamt Rheinland-Pfalz zufolge bei dieser Landtagswahl wahlberechtigt sein. Das sind die Deutschen, die mindestens 18 Jahre alt sind und seit mindestens drei Monaten im Bundesland wohnen oder sich dort gewöhnlich aufhalten. Davon ausgenommen sind diejenigen, die vom Stimmrecht ausgeschlossen sind. 35.400 können das erste Mal bei einer Wahl teilnehmen, weil sie seit der Bundestagswahl im Februar 2025 das 18. Lebensjahr vollendet haben. Für 164.600 junge Menschen wird es die erste Landtagswahl sein.
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Welche Koalitionsoptionen gibt es?
Seit rund zehn Jahren regiert in Rheinland-Pfalz eine Koalition aus SPD, Grünen und FDP. Nach dem Ampel-Aus im Bund hat diese Konstellation auch im Land allerdings wenig Chancen. Weil die drei Partner in Mainz öffentlich geräuschlos zusammengearbeitet haben, sprach Schweitzer in Abgrenzung zum Bund mitunter von der »guten Ampel«. Damit das Bündnis weitermachen kann, müsste die FDP den erneuten Einzug in den Landtag schaffen.
Sehr wahrscheinlich ist eine Regierung von SPD und CDU, wobei noch offen ist, wer als stärkere Partei den Ministerpräsidenten stellen würde. Schweitzer hat ausgeschlossen, bei einer Niederlage Minister in einer CDU-geführten Landesregierung zu werden. CDU und SPD koalierten in Rheinland-Pfalz nur in der ersten Wahlperiode (1947–1951), allerdings bildeten sie damals zunächst ein Allparteienbündnis mit Liberalen und KPD. CDU und SPD haben in Rheinland-Pfalz beide bereits allein oder mit der FPD regiert. Zuletzt gab es in Mainz ein rot-grünes Kabinett und danach eine Ampelkoalition.
Sehr wahrscheinlich ist eine Regierung von SPD und CDU, wobei noch offen ist, wer als stärkere Partei den Ministerpräsidenten stellen würde. Schweitzer hat ausgeschlossen, bei einer Niederlage Minister in einer CDU-geführten Landesregierung zu werden. CDU und SPD koalierten in Rheinland-Pfalz nur in der ersten Wahlperiode (1947–1951), allerdings bildeten sie damals zunächst ein Allparteienbündnis mit Liberalen und KPD. CDU und SPD haben in Rheinland-Pfalz beide bereits allein oder mit der FPD regiert. Zuletzt gab es in Mainz ein rot-grünes Kabinett und danach eine Ampelkoalition.
Theoretisch möglich wäre dieses Mal auch eine Regierung aus SPD, Grünen und Linken. Dafür müssten die Linken aber zum ersten Mal in den Landtag einziehen. Weder SPD noch Grüne streben zudem ein solches Bündnis an. Unwahrscheinlich ist, dass die Freien Wähler als dritter Partner in eine Regierung einziehen. Sie haben sich in ihrer ersten Wahlperiode im Landtag so sehr zerstritten, dass sie am Ende keine Fraktion, sondern nur noch eine parlamentarische Gruppe waren. Eine Mehrheit hätte wohl ein Bündnis von SPD oder CDU mit der AfD. Allerdings haben sowohl die Sozialdemokraten als auch die Christdemokraten diese Option ausgeschlossen.
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Anna Reimann
Hauptstadtbüro

BSW verschwindet wohl weiter
Das BSW, die von Sahra Wagenknecht gegründete Partei, wird mit großer Wahrscheinlichkeit auch bei dieser Wahl keine Rolle spielen und in Westdeutschland weiter von der Bildfläche verschwinden. In den Umfragen war die Partei nicht mehr extra aufgeführt, lief unter »Sonstige«. In Baden-Württemberg kam das Bündnis zuletzt auf 1,4 Prozent. Parteigründerin Sahra Wagenknecht hat sich zurückgezogen, von der Grundwertekommission, die sie gründen und leiten wollte, ist auch noch nichts zu hören. Am Samstag veranstaltete das BSW eine Demo in Berlin mit dem Titel »Nein zum Krieg gegen den Iran! Frieden statt Kriegsinflation« mit rund 2000 Leuten (BSW-Angaben), in der Presse war von Hunderten Teilnehmern die Rede. Wie geht es weiter? Auch in den Umfragen für die Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern in diesem Jahr geht es bergab fürs BSW.
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Panik bei der FDP
Die Liberalen taumeln in Rheinland-Pfalz der nächsten Niederlage entgegen, in manchen Umfragen werden sie nur noch unter »Sonstige« ausgewiesen. Parteichef Dürr und Generalsekretärin Büttner stemmen sich gegen ihre Entmachtung. Doch längst werden die Alternativkandidaten diskutiert. Manche in der Partei spekulieren über die Rückkehr von Christian Lindner, wie mein Kollege Florian Gathmann berichtet.
FDP-Parteichef Dürr, Generalsekretärin Büttner. Foto: Jörg Carstensen / FUNKE Foto Services / IMAGO
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SPD-Regierungschefs, seit 35 Jahren
Von 1946 bis 1991 stellte durchgängig die CDU in Rheinland-Pfalz den Ministerpräsidenten – unter anderem regierten Helmut Kohl und Bernhard Vogel in Mainz. Aber seit dreieinhalb Jahrzehnten führt die SPD die Landesregierung. Von 1991 bis 1994 war Rudolf Scharping Ministerpräsident, danach bis 2013 Kurt Beck. Auf ihn folgte Malu Dreyer, die 2024 zurücktrat. Der Landtag wählte den jetzigen Amtsinhaber Alexander Schweitzer zu ihrem Nachfolger.
Dreyer gab gesundheitliche Gründe für ihren Rückzug an, bereits in den Neunzigerjahren wurde bei ihr die neurologische Autoimmunerkrankung Multiple Sklerose diagnostiziert. Es wurde aber nicht nur bei der Opposition gemutmaßt, dass sie durch den vorzeitigen Wechsel Schweitzer auch ermöglichen wollte, mit dem Amtsbonus des Ministerpräsidenten in die Wahl zu gehen. Dieses Manöver gab es in der bundesrepublikanischen Geschichte schon öfter – nicht immer von Erfolg gekrönt.
Dreyer gab gesundheitliche Gründe für ihren Rückzug an, bereits in den Neunzigerjahren wurde bei ihr die neurologische Autoimmunerkrankung Multiple Sklerose diagnostiziert. Es wurde aber nicht nur bei der Opposition gemutmaßt, dass sie durch den vorzeitigen Wechsel Schweitzer auch ermöglichen wollte, mit dem Amtsbonus des Ministerpräsidenten in die Wahl zu gehen. Dieses Manöver gab es in der bundesrepublikanischen Geschichte schon öfter – nicht immer von Erfolg gekrönt.
Ein SPD-Stammland ist Rheinland-Pfalz trotzdem nicht, die Wahlerfolge von Scharping, Beck und Dreyer sind eher die Ausnahme von der Regel. So lag bei allen Bundestagswahlen außer 1998 und 2021 die CDU vor den Sozialdemokraten - wenn auch manchmal nur knapp wie etwa 1972 oder 2002. Die Konservativen erzielten bei Bundestagswahlen bis 1994 ununterbrochen Werte von mehr als 40 Prozent.
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Anna Reimann
Hauptstadtbüro

Zittern bei der Linkspartei
Klappt es in Rheinland-Pfalz für die Linken mit dem erstmaligen Einzug in den Landtag? Laut den letzten Umfragen wird es knapp, die Partei liegt dort bei genau fünf Prozent. Ein Scheitern an der Sperrklausel wäre ein erneuter Dämpfer für die Linke, die sich ein Jahr lang in ihrem überraschenden Erfolg bei der Bundestagswahl sonnte. Vor zwei Wochen verpasste die Linke schon den sicher geglaubten Einzug in den Landtag in Baden-Württemberg, ein Schock für viele in der Partei. Am Ende, so die Analyse, wurde man zerrieben im Zweikampf zwischen Cem Özdemir und Manuel Hagel.
In Rheinland-Pfalz sieht es wieder nach einem engen Rennen aus, dieses Mal zwischen SPD und CDU. Linken-Spitzenkandidatin Rebecca Ruppert, 36, eine IT-Beraterin, setzte im Wahlkampf auf soziale Themen, Wohnen und Gesundheit – und forderte langfristig den Abzug aller US-Soldaten aus dem Bundesland, also auch aus der US-Airbase in Ramstein. Und Ruppert war nicht besonders erfreut über den Ärger, den ihr die eigenen Genossen anderswo beschert hatten. Den Beschluss der niedersächsischen Parteifreunde gegen den »real existierenden Zionismus« kritisierte Ruppert kurz vor der Wahl deutlich. Die Linke sitzt zurzeit in sieben von 16 Landesparlamenten, in sechs weiteren saß sie zumindest zwischenzeitlich mal. Aber in Bayern, Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz war die Partei noch nie im Landtag.
In Rheinland-Pfalz sieht es wieder nach einem engen Rennen aus, dieses Mal zwischen SPD und CDU. Linken-Spitzenkandidatin Rebecca Ruppert, 36, eine IT-Beraterin, setzte im Wahlkampf auf soziale Themen, Wohnen und Gesundheit – und forderte langfristig den Abzug aller US-Soldaten aus dem Bundesland, also auch aus der US-Airbase in Ramstein. Und Ruppert war nicht besonders erfreut über den Ärger, den ihr die eigenen Genossen anderswo beschert hatten. Den Beschluss der niedersächsischen Parteifreunde gegen den »real existierenden Zionismus« kritisierte Ruppert kurz vor der Wahl deutlich. Die Linke sitzt zurzeit in sieben von 16 Landesparlamenten, in sechs weiteren saß sie zumindest zwischenzeitlich mal. Aber in Bayern, Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz war die Partei noch nie im Landtag.
Linken-Spitzenfrau Rebecca Ruppert . Foto: Andreas Arnold / dpa
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Eva Bräth
Faktencheckerin

Wie ist das Wahlsystem?
Alle Wahlberechtigten haben zwei Stimmen: die Wahlkreisstimme für eine Kandidatin oder einen Kandidaten, die Landesstimme für eine Parteiliste. Für die Verteilung der aktuell mindestens 101 Sitze auf die Parteien ist die Landesstimme maßgeblich. Die Bewerberinnen und Bewerber, die einen der 52 Wahlkreise gewonnen haben, erhalten immer ein Mandat. Wenn eine Partei mehr Wahlkreismandate erzielt, als ihr aufgrund ihres Landesstimmenanteils zustehen würde, behält sie diese Überhangmandate. Überhangmandate einer Partei werden mit Ausgleichsmandaten für andere Parteien kompensiert.
Im rheinland-pfälzischen Landtag hat es seit der ersten Wahl im Mai 1947 allerdings noch nie Überhangmandate gegeben. Sie waren nicht erforderlich, weil die Wahlkreismandate bis auf eine Ausnahme 2021 immer zwischen SPD und CDU aufgeteilt waren. Zugleich erzielten die beiden Parteien bislang stets Landesstimmenergebnisse, die höher als 26 Prozent lagen. Die Wahlkreismandate waren also immer durch die Landesstimmen abgedeckt.
Landtagsgebäude in Mainz. Foto: Ingrid Ruch / Zoonar / IMAGO
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Spitzenkandidaten an der Urne
Die aussichtsreichsten Bewerber um das Amt des Ministerpräsidenten haben im Wahllokal abgestimmt. Bilder des Wahltages.
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Wer darf wählen?
Knapp drei Millionen Menschen sind bei der Landtagswahl wahlberechtigt. Das Wahlalter liegt bei 18 Jahren, anders als vor zwei Wochen in Baden-Württemberg. Dort durften auch schon 16-Jährige abstimmen. Mehrere Anläufe der Ampelregierung in Mainz, das Wahlalter in Rheinland-Pfalz auf 16 Jahre zu senken, scheiterten, weil die erforderliche Zweidrittelmehrheit nicht erreicht wurde. CDU und AfD sind dagegen.
Meine Kollegin Nadine Wolter hat sich genauer angeschaut, wo in Deutschland bei Landtagswahlen auch schon 16-Jährige mitmachen dürfen.
Meine Kollegin Nadine Wolter hat sich genauer angeschaut, wo in Deutschland bei Landtagswahlen auch schon 16-Jährige mitmachen dürfen.
Foto: Jens Wolf / dpa
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Umfragen sehen enges Rennen zwischen SPD und CDU
In jüngsten Umfragen liegen SPD und CDU bei knapp unter 30 Prozent, mit leichten Vorteilen für die Christdemokraten. Die AfD ist demnach mit knapp 20 Prozent klar auf Platz drei. Demoskopen sehen die Grünen auf Platz vier und erneut im Mainzer Landtag. Den Erhebungen zufolge könnte die FDP wie vor 14 Tagen in Baden-Württemberg die Fünfprozenthürde verfehlen. Bei der Linken und den Freien Wählern ist es ebenfalls knapp. Die Umfragen sind ein Stimmungsbild zum Zeitpunkt der Befragung – bis zum Wahltag sind damit noch Verschiebungen möglich.
Bei einem engen Zweikampf um den Wahlsieg leiden die kleineren Parteien, mutmaßen Fachleute. Entweder, weil Menschen gern auf der Seite des Siegers stehen und für den Favoriten stimmen. Es gibt auch die gegenläufige Hypothese: Wähler schlagen sich auf die Seite des (knapp) Zurückliegenden. So könnten Umfragen kurz vor der Wahl den Ausgang beeinflussen. Deshalb gibt es den Vorschlag, Umfragen kurz vor Wahlen zu verbieten. Mein Kollege Philipp Wittrock hat das Thema hier genauer aufgeschlüsselt.
Bei einem engen Zweikampf um den Wahlsieg leiden die kleineren Parteien, mutmaßen Fachleute. Entweder, weil Menschen gern auf der Seite des Siegers stehen und für den Favoriten stimmen. Es gibt auch die gegenläufige Hypothese: Wähler schlagen sich auf die Seite des (knapp) Zurückliegenden. So könnten Umfragen kurz vor der Wahl den Ausgang beeinflussen. Deshalb gibt es den Vorschlag, Umfragen kurz vor Wahlen zu verbieten. Mein Kollege Philipp Wittrock hat das Thema hier genauer aufgeschlüsselt.
Wahlplakate in Rheinland-Pfalz. Foto: Manngold / IMAGO
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Die Hälfte der Wahlberechtigten hat bis Mittag abgestimmt
Bis 12 Uhr hat laut dem Landeswahlleiter etwa die Hälfte der Wahlberechtigten ihre Stimme abgegeben. Rund 34 Prozent hatten Briefwahl beantragt, weitere etwa 16 Prozent gingen ins Wahllokal. Bei der Landtagswahl 2021 hatte die Wahlbeteiligung um 12 Uhr bei 52 Prozent gelegen. Ein direkter Vergleich ist aber nur eingeschränkt möglich, weil damals wegen der Coronapandemie bereits 44 Prozent der Stimmberechtigten an der Briefwahl teilgenommen hatten. Insgesamt lag die Wahlbeteiligung 2021 bei 64,3 Prozent.
Wahllokal in Trier. Foto: Harald Tittel/dpa
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Herzlich willkommen beim SPIEGEL-Newsblog zur Landtagswahl in Rheinland-Pfalz. Kann Ministerpräsident Alexander Schweitzer von der SPD im Amt bleiben? Oder bekommt die CDU mit Spitzenkandidat Gordon Schnieder genug Stimmen, um künftig den Regierungschef zu stellen? In den kommenden Stunden halten wir Sie hier über alle Entwicklungen rund um die Abstimmung im Südwesten auf dem Laufenden. Einen Überblick zur Wahl haben Matthias Bartsch und Sophie Burkhart hier zusammengestellt.
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