Ein klarer Fall von Queerfeindlichkeit: Innerhalb weniger Tage haben erst die Türkei und dann Ägypten die Einfahrt der »Scarlet Lady« verweigert. Das Kreuzfahrtschiff, das überwiegend von Angehörigen der LGBTQ+-Community genutzt wird, hat daraufhin außerplanmäßig auf der griechischen Insel Kreta einen sicheren Hafen gefunden.
Die »Scarlet Lady« hat nun am Freitagmorgen den Hafen von Souda bei Chania, nachdem ihre ursprüngliche Route kurzfristig geändert werden musste. An Bord befinden sich rund 1860 Gäste sowie 1139 Besatzungsmitglieder, berichtet der griechische Rundfunk ERT.
Verweis auf »moralische Werte«
Das Schiff ist für eine einmonatige Themenkreuzfahrt des US-Reiseveranstalters Atlantis Events gechartert. Geplant waren unter anderem Stopps in den türkischen Häfen Kuşadası und Istanbul. Die türkischen Behörden untersagten das Einlaufen jedoch mit Verweis auf die »moralischen Werte« des Landes.
Nach der Absage durch die Türkei verweigerte laut griechischen Medienberichten auch Ägypten dem Schiff die Einfahrt. Daraufhin musste die Reiseroute ein weiteres Mal kurzfristig angepasst werden.
Erst Griechenland genehmigte schließlich das Anlegen. Nach Zustimmung des griechischen Schifffahrtsministeriums konnten die Passagiere Ausflüge zu Sehenswürdigkeiten auf Kreta unternehmen. Anschließend soll die »Scarlet Lady« ihre Reise planmäßig in Richtung Montenegro fortsetzen.

